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Fleischhauer

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TV-Kritik
TV-Kritik "Anne Will"
Lateiner Lafontaine und der Kommunismus

Die Wirtschaft boomt, weshalb hat der Kommunismus dennoch Konjunktur? Anne Will stellte am Sonntag die Systemfrage - auch an den Linken-Paten Oskar Lafontaine. Der überrollte die ARD-Talkerin zum Dank mit einer überraschenden Interpretation des K-Worts.

"Unter Linken - der Film"
Der Michael Moore der Bourgeoisie

Sehenswert: "Spiegel"-Journalist Jan Fleischhauer geht durch Berlin und entlarvt auf amüsante Weise die Lügen humorloser Linker. Die Verfilmung seines Buches "Unter Linken" ist gelungen. Da war die Legendenbildung vorab gar nicht nötig.

Der Tag in Daegu
Der Tag in Daegu
Abschied vom "Mann ohne Beine"

Ein bewegter Tag in Daegu: Die deutschen Medaillenträume zerplatzten. Botswana gewann dagegen das erste WM-Gold überhaupt. Ein Weltrekordler wird disqualifiziert und ein Weltmeister ist auf dem besten Weg, seinen Titel zu verteidigen.

TV-Kritik zu
TV-Kritik zu "Anne Will"
Merkel allein zu Haus

Die Kanzlerin feuert ihren Kronprinzen und Anne Will ist ganz dicht dran. Doch obwohl die Sendung Merkel gewidmet ist, tauchen plötzlich wichtigere Themen auf: Kriegsfilme und die ?Lindenstrasse?.

Leichtathletik-WM in Daegu
Leichtathletik-WM in Daegu
Stimmungsmache für London

Mit Stimmungsvideos sind die deutschen Athleten vor der Leichtathletik-WM angeheizt worden. Bei sieben von ihnen hat es geklappt: Sportler wie Matthias de Zordo, Nadine Müller oder David Storl bringen eine Medaille nach Hause - und machen Lust auf die olympischen Sommerspiele in London.

Der Tag in Daegu
Der Tag in Daegu
Ersatztänzchen für Usain Bolt

Die deutsche Medaillenhoffnung Raúl Spank hat "keinen einzigen Sprung auf die Reihe gekriegt". 1500-Meter-Siegerin Jennifer Barringer Simpson konnte ihr Glück kaum fassen. Und 3000-Meter-Hindernis-Champion Ezekiel Kemboi tanzte für Usain Bolt. Der WM-Tag in Daegu.

Leichtathletik-WM
Leichtathletik-WM
Übung soll Olympiasieger machen

Die deutschen Leichtathleten wollen zurück in die Weltspitze. Die WM in Daegu ist daher für viele junge Athleten eine Fortbildung auf dem Weg zu Olympia 2012. Das Konzept scheint aufzugehen. "Das macht Mut", so Zehnkämpfer Knobel, "wir werden angreifen im nächsten Jahr."

Podiumsdiskussion in London
Podiumsdiskussion in London
Sarrazin und die "Blödköpfe"

Thilo Sarrazin sorgt auch in London für Wirbel. Demonstranten liefen Sturm gegen den "Antisemiten", im Publikum einer Podiumsdiskussion wurden "Superarschlöcher" ausgemacht. Impressionen eines bunten deutschen Abends.

AlexanderPlatz
Blog "AlexanderPlatz"
Soli Deo Gloria

Es sind zwei Juristen, die da nebeneinandersitzen. Sie spekulieren nicht. Sie formulieren treffsicher. Sie gehen ins Detail. Nichts wird der Ungenauigkeit überlassen: “Lothar, haben wir uns da schon geduzt?†Beide denken nach. Bis sie sich auf eine gemeinsame Formulierung einigen können. Beide sitzen in einer Abendveranstaltung. Sie sprechen über die deutsche Einheit. Ich darf die Veranstaltung moderieren. 20 Jahre Mauerfall wurde gefeiert, zur Gedächtnisfeier 20 Jahre Einheitsvertrag wird es keine Biermeile am Brandenburger Tor geben, kein Volksfest. Welcher Politiker wird sich denn auch schon trauen, aus diesem Anlass zu sagen, dass die Einheit gelungen ist? Bach und de Maiziere - im Geist der Reformation vereint Einer der Gäste, ein deutscher Pater, der in Brasilien lebt, sagt in einem Redebeitrag, dass aus der Ferne betrachtet es gar nicht so schlecht bestellt sei um Deutschland. Und dass die Deutschen Gott dankbar sein sollten für die Einheit. Nicken bei Herrn Schäuble und Herrn de Maiziere. Ich frage beide: Glauben Sie, dass Gott uns die deutsche Einheit geschenkt hat? Beide nicken einmütig, heftig. Ja, sagen sie. Ja! Und de Maiziere sagt, dass er auf den Einheitsvertrag in einer Ecke die drei Buchstaben vermerkt habe: SDG – Soli Deo Gloria – “Allein zur Ehre Gottesâ€. Sowohl Finanzminister Schäuble als auch Herr Bundesminister a. D. de Maiziere sind praktizierende Protestanten. Das “Soli Deo Gloria†ist einer der Grundsätze der Reformatoren. Dass das wiedervereinigte Deutschland protestantischer werden würde, sagte 1990 der religiöse Jurist de Maiziere voraus. Das ist nicht eingetreten. Die Entkirchlichung des Ostens durch die kommunistische SED und ihrer Kader ist unumkehrbar. In manchen Stadtteilen Berlins gibt es noch zwei Prozent Christen. Im Schnitt sind es in den neuen Ländern 20 Prozent. Deutschland ringt mit der Religion Soli Deo Gloria – das schrieb auch Johann Sebastian Bach, der großartigste und glaubwürdigste Botschafter der Reformation, neben seine Kompositionen. Die Erkenntnis ist hart, dass rund um die Thomaskirche, in der einer der größten Komponisten der Menschheitsgeschichte ruht, heute keine Christen, sondern nahezu ausschließlich Heiden leben, die die Texte nicht verstehen, die Bach vertont hat. Die in den Geist der Musik nicht eintauchen können, weil sie den Geist des Evangeliums nicht kennen. Wir Deutschen diskutieren gern über Religion: Sollen Kreuze in den Schulen hängen? In den Gerichten? Darf der Muezzin rufen? Darf eine muslimische Lehrerin ein Kopftuch tragen? Selbst die religiöse Formel am Ende eines Amtseides wird immer wieder neu diskutiert. Aber dass sich ein Politiker zu einem religiösen Bekenntnis aufrafft, das kommt selten vor. Frau Merkel sagt, Glaube sei Privatsache. Ganz verkehrt ist das nicht. Aber die beiden Männer, die da vor mir am Tisch sitzen – Juristen, wie gesagt –, wissen, wann sie sich mit einer solchen Äußerung an die Öffentlichkeit wagen können. Dann, wenn sie sich ganz sicher sind. Keine amerikanischen Verhältnisse zulassen Niemand widerspricht. Es gibt aber auch keinen Bestätigungsbeifall. Es gibt respektvolles Schweigen: Den beiden nimmt man ab, was sie sagen. Aber vielleicht ist das Verhältnis von uns Deutschen zur Metaphysik einfach zu dauerhaft gestört, um uns richtig in diese Aussage einzuschwingen: Gott hat uns die Einheit geschenkt. Die Verheerungen des 30-jährigen Krieges haben die Lust auf öffentliche Disputation über Glaubensauffassungen auf ein Minimum schrumpfen lassen. Und bevor uns amerikanische Verhältnisse drohen, sollten wir lieber unser aufgeräumtes Verhältnis zu unserer ererbten Religion bewahren. Aber: Bei all dem Klein-Klein, bei dem wir uns bei den Diskussionen über Ost und West, Ossis und Wessis in die Haare bekommen und kleinkariert die Leistung der Einheit kleinreden – wie krass positiv klingt da die Aussage, dass Gott uns diese Einheit geschenkt hat. Ich hoffe, dass das Bekenntnis von Herrn Schäuble und Herrn de Maiziere nicht das einzige Manifest für das wiedervereinigte Deutschland bleiben wird, das 20 Jahre nach der Einheit rund um den 3. Oktober abgegeben werden wird. Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur  des Debatten-Magazins The European Weitere aktuelle Themen: David Baum: Sarrazin statt Muezzin Alexander Kissler: Bunker und Kirche Jan Fleischhauer: Schwule und andere Ehen Alexander Kissler: Cordoba und Cordoba - Moscheestreit in New York Interview mit Dietmar Hopp: "Reichtum sollte nicht stigmatisiert werden"

AlexanderPlatz
Blog "AlexanderPlatz"
Die CDU abholen, wo sie steht

Auch Parteien haben einen Markenkern. Es sind die emotionalen, teils auch unterbewussten Assoziationen, die man mit ihnen hat. Bei der CDU gehören dazu das Nein zu einem Beitritt der Türkei in die EU, das Ja zur Wehrpflicht, das Ja zur Atomenergie, das Ja zum mehrgliedrigen Schulsystem. Unter Markenführung versteht man die Betreuung und gegebenenfalls vorsichtige Weiterentwicklung dieses Markenkerns. Hier hat die CDU-Vorsitzende deutlich Fehler gemacht. Beinahe wurde die Wehrpflicht bei einer Sparklausur des Kabinetts an einem Samstag Nachmittag abgeräumt. Die Kanzlerin und der Verteidigungsminister wollten das beschließen. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Volker Kauder und der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Ernst-Reinhard Beck, warfen sich den beiden in den Weg: Eine Entscheidung darüber obliegt dem Parteitag. Wenn die Wehrpflicht jahrzehntelang zum Markenkern der Union gehört, muss im Zuge der Markenführung darum geworben und erklärt werden, warum das für die Zukunft nicht mehr gelten muss. Die Basis mitwirken lassen In Sachen Laufzeiten der Atomkraftwerke, Ausstieg aus dem Ausstieg, ist die Union herrlich zerstritten. Dass ein CDU-Landeschef den CDU-Bundesminister für Umwelt öffentlich harsch angeht, ist eine pikante Angelegenheit, die sich nur damit erklären lässt, dass man in Berlin ohne Einbindung der CDU-Ministerpräsidenten in den Ländern Fakten schaffen wollte. An der Basis vorbei. Auch dieses Thema wird den Parteitag beschäftigen müssen. In Hamburg ist die CDU-geführte schwarz-grüne Koalition krachend gescheitert, weil sie eine Bildungspolitik einführen wollte, die vielem von dem diametral widersprach, woran sich bürgerliche Wähler gewöhnt haben zu glauben. Gerade im Bereich Schule verlangen Parteimitglieder Stringenz und Kontinuität. Will man hier Wandel, dann nur sehr behutsam. Was die privilegierte Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union sein soll, ist weitgehend unerforscht. Zwar führen CDU-Politiker diesen Terminus immer noch aus, allerdings ohne Inhalt. Wenn bekannte Köpfe in der Partei wie Ruprecht Polenz ein Umschwenken in dieser Sache öffentlich forcieren, dann wird auch das nur gelingen, wenn man die Basis einbindet und an den Denk- und Entscheidungsprozessen mitwirken lässt. Parteimitglieder abholen wo sie stehen Diese vier Punkte gehören zum Tafelsilber der Union. Wenn es in den Augen der Parteimitglieder verscheuert werden soll, wird es zu einem Aufruhr kommen. Schon jetzt ist die Kluft zwischen „denen in Berlin“ und draußen im Land groß. Die CDU-Parteivorsitzende scheint das verstanden zu haben. Immerhin hat sie nach dem Debakel in der Bundesversammlung angekündigt, in den Landesverbänden ihrer Partei für die Politik in Berlin werben zu wollen. Es steht außer Frage, dass die CDU in Sachen Wehrpflicht, Bildung, Atomausstieg und Türkeimitgliedschaft ihre ursprünglichen Positionen erweitern und verändern wird. Jedes dieser Themen ist für sich schon brisant, da es emotionale Bindungen und Assoziationen der Mitglieder berührt, den Markenkern der Christdemokratie eben. Hier Führung übernehmen, heißt die Parteimitglieder emotional abholen, wo sie stehen. Und betreuen. Diese Fähigkeit wird der Kanzlerin im Allgemeinen nicht nachgesagt. Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Debatten-Magazins The European Weitere Texte zum Thema: Volker Resing: Farbfragen - die Zukunft ist schwarz-rot Jan Fleischhauer: Scheinheilige Gegenwelle Nikolaus Blome: Nie mehr Maggie Merkel Martina Fietz: Merkel und die ängstlichen Männer

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