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Heidis Masche mit den "Mädchen"

Nächste Runde für Heidi Klums Castingshow "Germany's next Topmodel": Bei den Quotenentwicklungen der letzten drei Staffeln ist davon auszugehen, dass sie wieder einschlägt wie eine Schokobombe. Dabei wird gar kein Topmodel gesucht! Die Gewinnerin steht nämlich schon längst fest.

Von Katharina Miklis

  • Katharina Miklis

Es geht um Geld. Viel Geld. Wenn heute Abend die vierte Staffel von Heidi Klums Modelsuche "Germany's next Topmodel" beginnt, startet auch wieder eine neue Dauerwerbung für das Imperium Klum. Die proklamierte Suche nach neuen Gesichtern scheint in der Show zweitrangig. Im Vordergrund steht seit drei Staffeln vor allem eins: die Ausweitung der Marke Klum. Heidis Werbepartner werden in die Sendung geschleust, Ehemann Seal darf singen, befreundete Designer können unter dem Deckmantel so genannter "Challenges", "Castings" und "Shootings" ihre Kollektionen zeigen.

Die, die am wenigsten von "Germany's next Topmodel" profitieren, sind die Kandidatinnen selbst. Um die in der Sendung permanent als "Mädchen" titulierten Model-Anwärterinnen wird es nach dem Finale schnell still. Statt in der Glitzerwelt von Gucci und Co. landen sie höchstens bei Uri Geller in der Show. Ein paar Model-Jobs sind auch drin. Aber eine Lena Gercke, Barbara Meier und Jenny Hof sind halt keine Claudia, Naomi oder Cindy. So ist das in der Castingwelt: Gurkenlaster und Geller statt Gucci und Givenchy.

Sie suchen Gucci und landen bei Geller oder im Gurkenlaster

Es scheint nicht das vorrangige Ziel der Castingsendung zu sein, wirklich ein neues Topmodel zu küren sondern Heidis Partnern eine lukrative Plattform zu bieten. Heidis "Highlander"-Erkenntnis "Es kann nur eine geben" ist also hinfällig. Getarnt als gönnerhafte Förderin und Patronin des ungelernten Modelnachwuchses erhöht Heidi Klum während der drei Monate "Germany's next Topmodel" durch die phänomenale Medien-Präsenz ihren Marktwert. Und auch für den Sender ist die Castingshow inzwischen zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor geworden. 30 Prozent Marktanteil fuhr "Germany's next Topmodel" im vergangenen Jahr beim Finale der dritten Staffel ein. Und das, obwohl viele dachten, mit Juror Bruce Darnell würde auch die Quote gehen.

Doch nicht nur die Quoten, auch die Bewerberzahl steigt. Über 20.000 junge Frauen haben sich in diesem Jahr beworben. Dass auch die vierte Staffel "Germany's next Topmodel" einschlägt wie eine Schokobombe - davon ist auszugehen. Der Hype um "Germany's next Topmodel" ist ungebrochen, das Interesse an der Sendung ist riesengroß. Vor allem daran, wie sich die Kandidatinnen hinter den Kulissen anzicken und vor den Kameras auf Heidis Wunsch zum Affen machen. "Das ist schon fragwürdig, wie in der Sendung die Mädchen behandelt werden. Bei uns ist das nicht so. Bei uns haben die Models Rechte", sagt Ted Linow, Inhaber der Agentur Mega Models.

Erfolgskonzept: Fleischbeschau und Fremdschämen

Bei "GnT" macht jedoch gerade das für viele Zuschauer den Reiz aus: Die Kombination aus Fleischbeschau und Fremdschämen. Wenn Heidis "Mädchen" Affen küssen oder sich mit Fischinnereien schmücken lassen müssen, dann schürt das die Häme. Die Zuschauer interessieren sich mehr für Tränen, Tratsch und geplatzte Träume als für das neue Topmodel. Und auch Heidi scheint nicht wirklich daran interessiert zu sein, eine ernsthafte Konkurrentin heranzuzüchten. Wer im Finale das Krönchen überreicht bekommt, ist nebensächlich. Die eigentliche Gewinnerin ist und bleibt seit drei Staffeln Heidi Klum. Miss Selbstinszenierung versteht es, aus ihrer Show den größtmöglichen Profit zu schlagen. Schließlich hat sie das große Geld auch nicht auf den Laufstegen dieser Welt gemacht, für die sie ihre "Mädchen" ausbildet, sondern als Werbe-Ikone. Das mit Als-Wie-Schwäche getarnte nette Mädchen aus Bergisch-Gladbach ist halt durch und durch Geschäftsfrau mit Kalkül.

Wenn es um die eigene Marke geht, versteht man bei den Klums keinen Spaß. Das konnte man letzte Woche wieder sehen, als Papa Klum einen Hartz-IV-Empfänger verklagte, weil er Heidis Konterfei auf seinen Partyflyern abdruckte. Und auch bei "Germany's next Topmodel" kann es Heidi nicht lassen, die Marke Klum voranzutreiben. Ob Fast-Food, Autos oder Haarspray - alles, wofür Heidi wirbt, bekommt auch in der TV-Sendung stets genügend Aufmerksamkeit. Wochenlang. Für ihre Auftraggeber ist "Germany's next Topmodel" ein gefundenes Fressen: Teilweise wurden die Werbepartner des Topmodels - wie im Fall "McDonalds" - unmittelbar an Heidis Elevinnen weitergereicht. In der letzten Staffel wurde direkt in der Castingshow nach den neuen Gesichtern einer Fast-Food-Kampagne gesucht. In Staffel zwei durfte die spätere Gewinnerin Barbara Meier in einem "McDonalds"-Werbespot in einen Burger beißen. Auch Heidi Klums Werbevertrag mit "Katjes" wurde an Lena Gercke, Gewinnerin der ersten Staffel, weitergereicht. Heidi hat eben ein großes Herz. Vor allem für sich selbst.

"Germany's next Topmodel", ab 12. Februar, donnerstags um 20:15 Uhr auf ProSieben

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