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Wie Heidi Klum ihre Modelshow retten will

Schlechte Quoten, Magersucht-Debatte, Bombendrohung - die vergangene Staffel von "Germany's Next Topmodel" war wenig erfolgreich. Nun soll alles anders werden - selbst die Modelvilla ist vorerst passé.

Von Julia Kepenek

Als 2006 die Castingshow "Germany's Next Topmodel" startete, war das Interesse groß. Durchschnittlich drei Millionen Menschen verfolgten, wie die Hessin Lena Gercke zur ersten Gewinnerin gekürt wurde. In den folgenden Jahren lockten Heidi Klum und ihre Jury-Kollegen eine stetig wachsende Zahl von Zuschauern vor den Fernseher. Die erfolgreichste Staffel 2009 sahen laut dem Statistikportal "statista.com" durchschnittlich 3,8 Millionen Menschen. Doch danach ging es bergab. Jury-Chaos, Magersuchts-Vorwürfe und zuletzt sogar eine Bombendrohung schadeten dem Ansehen der Sendung. Die Jubiläums-Staffel 2015 holte durchschnittlich nur noch 2,4 Millionen Zuschauer.

Das soll sich nun mit der neuen, elften Staffel ändern. Das Konzept wurde überarbeitet, die Jury zumindest um ein Mitglied ausgetauscht und vom Vorwurf, Essstörungen zu fördern, wurde die Show von der Kommission für Jugendmedienschutz reingewaschen. Die stimmte nach Sichtung der zehnten Staffel dem Sender ProSieben zu, dass "Germany's Next Topmodel" keine Magersucht propagiere. Um die Castingshow wieder vorwärts zu bringen, haben Klum und ihr Team gleich mehrere Änderungen durchgesetzt.

Die Jury

Nachdem frühzeitig klar war, dass Modemacher Wolfgang Joop nach zwei Staffeln den Jurystuhl räumen wird, herrschte monatelang Besetzungschaos. Klum wollte ihre Freundin Eva Cavalli für die Show gewinnen. Die Ehefrau des italienischen Designers Roberto Cavalli lehnte jedoch aus finanziellen Gründen ab. Die ihr gebotene Gage von angeblich 300.000 Euro war Cavalli zu gering. Stattdessen sprang Kreativ-Direktor Thomas Hayo erneut ein und gehört nun seit sechs Staffeln zu GNTM. So lange hielt es - außer Klum - bisher keiner auf dem Jurystuhl aus. Michael Michalsky komplettiert die Jury der elften Staffel. Der 48-Jährige ist zwar kein international gefeierter Designer wie sein Vorgänger Wolfgang Joop. Aber ein Mann der Show ist Michalsky allemal - und damit passt er perfekt zu GNTM.

Das Konzept

Konkurrenzkampf unter den Kandidatinnen gab es schon immer, jetzt treten auch die Juroren gegeneinander an: Team Hayo gegen Team Michalsky. Heidi Klum schwebt über all dem wie eine neutrale Instanz, hat aber trotzdem das letzte Wort. "Battle" nennt der Sender ProSieben das Prozedere und hat sich dabei offenbar von der erfolgreichen Castingshow "The Voice of Germany" inspirieren lassen. Auch Eva Padberg und Karolína Kurková verfolgten mit ihrer Vox-Show "Das perfekte Model" einen ähnlichen Ansatz. Die Sendung war 2012 als Konkurrenz zu GNTM gedacht, ist aber gnadenlos gefloppt. Hayo und Michalsky sollen maximal zwölf Kandidatinnen betreuen, ausgewählt aus 50 Bewerberinnen. Damit sind die Gruppen von Anfang an deutlich kleiner und übersichtlicher als in den Staffeln zuvor.

Die Models

Bereits vor Beginn der neuen Staffel sorgten einige Kandidatinnen für Furore. Etwa Elena Carrière, Tochter von Schauspieler Mathieu Carrière, die trotz ihres berühmten Nachnamens eine eigene Karriere im Rampenlicht anstrebt. Oder die 18-jährige Saskia aus Hannover, die bereits Mutter eines dreijährigen Sohnes ist und erst bei der Geburt merkte, dass sie schwanger ist. Mit dabei sind auch die amtierende "Miss Süddeutschland" Elena Kilb und Fata Hasanovic, die bereits 2014 teilnahm, jedoch vorzeitig aussteigen musste, weil sie kein Visum für die USA erhalten hatte.

Die Gastauftritte

Mit prominenten Models und namenhaften Fotografen versuchte Heidi Klum in den vergangenen Jahren Quote zu machen. Naomi Campbell und Cindy Crawford ließen sich ebenso für einen Kurzauftritt gewinnen wie Foto-Legende Michel Comte. Nur, mehr als ein paar Minuten waren die Luxusgäste meist nie zu sehen. Für die elfte Staffel hat Heidi Klum Toni Garrn verpflichtet. Das deutsche Supermodel hatte bereits in der vergangenen Staffel einen Gastauftritt und soll nun feste Größe in der Castingshow werden. Garrn, die im Gegensatz zu Klum auch für Edelmarken wie Chanel oder Dior gearbeitet hat, soll den Nachwuchsmodels bei den Shootings mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ebenfalls dabei sein wird das Model Andreja Pejić. Die Australierin mit bosnischen Wurzeln wurde als Mann geboren, ließ sich aber 2014 zur Frau umoperieren. Pejić war eines der ersten Transgender-Models, das in der Fashion-Branche enorme Erfolge hatte. Auch Michael Michalsky buchte sie 2011 für seine Modenschau.

Shooting GNTM today with @thomashayo @michael.michalsky and the beautiful @andrejapejic

Ein von Heidi Klum (@heidiklum) gepostetes Foto am

Und sonst?

Wer in einer luxuriösen Villa residieren möchte, sollte zum "Bachelor" gehen. Heidi Klum schickt ihre Kandidatinnen dieses Mal in einfache Hostels mit Etagenbetten. "Ich habe am Anfang meiner Model-Karriere in Model-WGs gewohnt, etwas anderes kann man sich gar nicht leisten. Welches Newcomer-Model wohnt in einer Villa, bevor es überhaupt jemals einen Job ergattert hat?" sagt die 42-Jährige. Dafür soll in der neuen Staffel mehr gereist werden. In den vergangenen Jahren fanden die Dreharbeiten meist in Los Angeles statt, damit Heidi Klum bei ihren Kindern sein konnte. Die scheinen nun aus dem Gröbsten raus - Klums jüngste Tochter Lou ist sechs, ihre älteste Leni elf Jahre alt - und deshalb geht es einmal rund um den Globus. Auf dem Plan stehen unter anderem Mailand, Madrid, New York, Sydney - und ja, auch Los Angeles.

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