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Was macht eigentlich Jana Beller?

Die Deutschrussin Jana Beller gewann 2011 die sechste Staffel von "Germany’s Next Topmodel". Zwei Monate nach dem Sieg klagte sie sich aus dem Vertrag mit der Klum'schen Agentur One eins und betreibt heute mehrere Backshops.

Jana Beller

Jana Beller in ihrem Backshop im Hauptbahnhof in München

Bäcker müssen ja zu unchristlichen Zeiten aufstehen. Wann klingelt bei Ihnen der Wecker?

Anfangs, als ich meinen ersten Backshop am Münchner Hauptbahnhof eröffnet hatte, bin ich immer kurz vor fünf aufgestanden. Um sechs Uhr war ich dann im Laden und habe bis zum Ende um 19 Uhr durchgearbeitet. Danach war bis 21 Uhr noch die Abrechnung dran, eine Stunde drauf bin ich ins Bett gefallen. Ein echter Knochenjob.

Inzwischen haben Sie für Ihre Münchner Läden Geschäftsführer - und wollen expandieren.

Ja, jetzt ist Nordrhein-Westfalen dran. Im Bochumer Ruhr Park, einem Einkaufszentrum, werde ich im Januar meinen dritten Laden eröffnen. Dort haben wir sogar 50 Sitzplätze.

Nach "Germany's Next Topmodel" haben Sie drei Jahre auf der ganzen Welt gemodelt. Warum machen Sie das jetzt nur noch nebenbei?

Ganz einfach: Man wird nicht jünger. Das Model-Business ist extrem tough, und wenn man ehrlich ist, kann nur eine Handvoll Models gut davon leben. In Mailand kamen bei Castings 300 Mädchen auf einen Job. Da darf man es nicht persönlich nehmen, wenn sie sich für eine andere entscheiden. Gerade am Anfang habe ich mir aber Misserfolge sehr zu Herzen genommen. Außerdem finde ich die Model-Welt mit ihren roten Teppichen und dem ganzen Chichi schon sehr oberflächlich. In den ganzen drei Jahren habe ich nur eine gute Freundin gewonnen, die sich ehrlich für mich freut.


Wie sind Sie aber gerade aufs Bäcker-Dasein gekommen?

Ich bin sehr bodenständig erzogen worden. Als klar war, dass ich mir ein zweites Standbein zulegen wollte, habe ich mir Franchise-Konzepte angeguckt. Und bin, ganz banal, einfach nur nach den Zahlen gegangen.

Jana Beller, Rebecca Mir

Jana Beller bei ihrem GNTM-Sieg im Juni 2011, Rebecca Mir belegte den zweiten Platz

Brötchen-Backen wirft am meisten ab?

Sagen wir so: Die Zahlen von den Partnern waren so überzeugend, dass ich meine gesamten Ersparnisse, immerhin einen sechsstelligen Betrag, in die ersten Shops gesteckt habe.

Essen Sie eigentlich das, was Sie verkaufen, überhaupt? Models knabbern doch nur freudlos an einer Mohrrübe ...

Glauben Sie mir, ich habe mich am Anfang bis zum Gehtnichtmehr durchprobiert. Aber natürlich muss ich - wie jeder andere auch - auf mein Gewicht achten. Wir alle setzen an! Das heißt aber nicht, dass ich weniger esse. Nie im Leben! Dafür esse ich viel zu gern. Ich mache als Ausgleich einfach viel Sport.

Zwei Monate nach haben Sie sich aus dem Vertrag bei der Klum'schen Agentur One eins geklagt. Wie kam es dazu?

Ich wollte unbedingt ins Ausland gehen, die Agentur wollte, dass ich in Deutschland bleibe. Es war übrigens gar nicht so schwer, aus dem Vertrag rauszukommen. Ich hatte denselben Anwalt wie Alisar Ailabouni, die Gewinnerin aus dem Jahr zuvor. Sie hatte auch geklagt - mit Erfolg -, und so war der Anwalt schon im Thema.

Haben Sie noch Kontakt zu Heidi Klum?

Nein, schon während der Dreharbeiten war das Verhältnis zu uns Teilnehmerinnen sehr distanziert. Bei den vielen Staffeln und Mädchen glaube ich auch nicht, dass sie sich noch an alle erinnern kann. Wenn ich dann auch noch ungeschminkt im Backshop stehe, bin ich doch eine ganz andere als früher - da erkennt mich auch Heidi nicht.


Das Interview erschien am 26. November 2015 im stern

Anne Hansen

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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