Mehr als 20 Jahre hat Waldemar Hartmann mehr oder weniger als Moderator begeistert. Nun hat ihn die ARD herausgeworfen - und die Duzmaschine zieht beleidigt einen Flunsch. Rückblick auf ein TV-Leben.
Nein, es ist keine Wissenschaftssendung, wie das Logo vor dem Waldemar Hartmann etwas missmutig posiert, vielleicht suggerieren könnte. In der Show "Augenblicke" traf der damals noch schnauzbärtige Franke auf bekannte Sportler und entlockte ihnen mehr, als sie "eigentlich von sich preisgeben wollten", wie es auf Hartmanns Homepage selbstschmeichlerisch heißt.
50 dieser Sendungen hatte Hartmann in den 90er-Jahren moderiert. Zu dem Zeitpunkt war er einer der ganz großen des Sportfernsehens. Jetzt, rund 20 Jahre später, wurde er von der ARD unsanft und endgültig abserviert. Es war ein angekündigter Abschied. Bereits vor wenigen Wochen wollte sein Haussender den Vertrag für die schmerzfreie Altherren-Runde "Waldis Club" nur um ein Jahr verlängern. Und nicht, wie von ihm gewünscht, um drei Jahre.
Hartmann selbst gab seine Show damals beleidigt auf. Jetzt ist das Tischtuch zwischen ihm und der ARD wohl endgültig zerschnitten. "Mein Erstaunen nimmt kein Ende", sagte er, "jetzt bin ich ihnen plötzlich zu alt". Es sei ein Schlag ins Gesicht.