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Gottes mächtiger Putzteufel

In "Gottes mächtige Dienerin" putzt und scheuert, kocht und serviert sich Christine Neubauer als Nonne Pascalina durch den ARD-Fernsehfilm. Im stern.de-Interview verrät sie, warum ihr die Rolle Erinnerungen an ihre Schulzeit wachgerufen hat.

Von Elena Pelzer

Frau Neubauer, Sie gelten als vollkommene Verkörperung des "Vollweibs". Diese Qualität mussten Sie in Ihrer Rolle als Ordensschwester Pascalina im Film "Gottes mächtige Dienerin" ablegen. Wie schmerzhaft war das für Sie?
Es war ein Verlust - allerdings ein positiver. Es war sehr befreiend, sich keine Gedanken über das Kostüm machen zu müssen, da es immer vorgegeben war. Ich musste auch nicht überlegen, wie ich darin wirke, wenn ich mich mal bücke. "So jetzt den Bauch einziehen, wenn ich die Bibel vom Boden aufhebe" – diese ganze Last fiel in der Rolle als Pascalina und in der weiten Kleidung, die jedes Bäuchlein verdeckt, von mir ab.

Dabei liegt doch gerade in Ihren abwechslungsreichen und figurbetonenden Kostümen der Quotenerfolg, möchte man meinen.
Das glaube ich nicht. Zumindest nicht nur. Man nehme zum Beispiel den erfolgreichen Fernsehfilm "Der kalte Himmel": Darin ging es nicht um meine Kurven oder wie ich mich am besten in Szene setze. Der Film war deutlich komplexer aufgebaut. Und deswegen bin ich überzeugt, auch in Pascalinas Habit (Kleidungstracht der Nonne, Anm. d. Red.) viele Zuschauer begeistern zu können.

Mit welchen Quoten rechnen Sie?
Wenn ich das vorhersagen könnte, säße ich jetzt nicht hier, sondern an einem Pokertisch in Las Vegas. Scherz beiseite: Ich rechne mit guten Quoten für "Gottes mächtige Dienerin", aber eine exakte Zahl zu nennen, das maße ich mir nicht an.

Quoten sind kein Garant für Qualität. "Gottes mächtige Dienerin" wirkte in seiner Darstellung der Figuren und der Handlungsstränge mitunter plump.
Wie kommen Sie darauf?

Die Nonne als Putzteufel, der Nuntius Pacelli und späterer Papst Pius XII. als gutmütiger Weltverbesserer, die übrigen Nonnen als Staffierung der Intrigen, ein Flashback anhand eines selbstgemalten Bildes. Der Film bedient Klischees.
Ganz im Gegenteil. Dieser Film ist alles andere als ein Klischee. Er erzählt die Geschichte der mächtigsten Frau im Vatikan. Welchen Einfluss sie hatte, wurde in der Männerwelt des Vatikans bis heute verschwiegen. Es gibt Filme über den Vatikan, doch aus der Sicht der einflussreichsten Frau im Vatikan ist das ein Novum.

Warum hat die Filmproduzentin Regina Ziegler gerade Sie für die Rolle in der ARD Degeto Produktion genommen?
Authentizität mag ein wichtiger Faktor sein. Die Gegend, aus der Pascalina kommt, ist mir vertraut, da meine Familie mütterlicherseits aus derselben Region stammt. Außerdem bin ich von Nonnen unterrichtet worden und habe seither eine Verbundenheit mit ihnen gespürt, die man durch bloße Schauspielerei nicht erzeugen kann. Hinzu kommt der bayerische Dialekt, der eins zu eins übereinstimmt. Aber abgesehen von diesem oberflächlichen Aspekt stimme ich auch in einigen Charaktereigenschaften mit Pascalina überein. Wir beide besitzen eine Willenskraft, um uns durchzusetzen. Hinzu kommt ein gesunder Jähzorn.

Sie meinen, Nonne Pascalina sei eine emanzipierte Frau?
Man kann natürlich Pascalina, die 1894 geboren ist, nicht mit einer emanzipierten Frau unserer Zeit vergleichen. Aber sie war sehr intelligent, absolut loyal und hatte persönliche Anlagen, die sie ebenso leidens- wie durchsetzungsfähig machten. Dass sie putzte, kochte, dem Papst Essen oder Tabletten brachte, war ihre Aufgabe und da war sie äußerst gewissenhaft.

Pascalina hat eine enge Beziehung zu Pacelli gepflegt, hat ihn sicherlich bei seinen nächtlichen Gedanken, die sie unbedingt zu Papier bringen musste, auch in Unterhose gesehen. Es war das Kalkül einer Geliebten - auf einer platonischen Ebene.
Ob Pascalina ihn in der Unterhose gesehen hat, wenn sie nachts am Schreibtisch gemeinsam arbeiteten, weiß ich nicht und das ist auch nicht der Punkt. Diese Frau hat natürlich auch eine gefühlsmäßige Beziehung aufgebaut, aber sicher nicht aus einem Kalkül heraus. Das halte ich für absolut abwegig.

War Pascalina nun emanzipiert genug, um ihre Möglichkeiten bewusst zu nutzen oder hat sie ihre Stellung mit naiver Sturheit erlangt?
"Gottes mächtige Dienerin" heißt das Buch von Martha Schad, auf dem der Film basiert. Pascalina dient nur Gott und sonst niemandem. Und nur weil jemand religiös ist, heißt das ja nicht, dass er naiv ist. Mir erscheint Pascalina in diesem Historiendrama wie eine starke - heute würde man sagen emanzipierte - Frau, die die Intrigen um sie herum erkennt und sich ihnen nicht ergibt.

Dem Anspruch eines Historiendramas wird der Film aber nicht gerecht. Der Aspekt des Antisemitismus wird beispielsweise dafür zu wenig beleuchtet.
Aus dieser Perspektive wurden bereits viele Filme erzählt, was wichtig und unverzichtbar ist. Das ist jetzt aber der erste Film, der das Wirken der einflussreichsten Frau im Vatikan aufdeckt. Im Zentrum der Geschichte steht die Nonne Pascalina. Der Aspekt des Antisemitismus wird ja auch bewusst nicht ausgeblendet, er steht lediglich nicht im Vordergrund.

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