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1. Juli 2009, 11:10 Uhr

Eine für alle

Model, DJane, Zicke im Dschungelcamp. Giulia Siegel macht fast alles, womit man irgendwie bekannt wird. Warum ist das nur wenigen einfach egal? Von Carmen Stephan

Giulia Siegel, Dschungelcamp, Zicke

Eine durch und durch öffentliche Person: Giulia Siegel© Getty Images

Giulia Siegel wird kaum beachtet. Vor der französischen Schule in München haben sich Trauben von Müttern gebildet, die "oui-oui" und "non-non" quasseln. Mittendrin läuft sie umher, will wie die anderen ihre Kinder abholen. Sie sieht gut aus, aber man sieht sie nicht. Wirklich sichtbar scheint sie nur im Fernsehen zu sein.

Oder beim Friseur. Wenig später betritt Giulia Siegel mit den Zwillingen den Friseursalon von Wolfgang Lippert, dessen Finger auch schon in den Haaren von Paris Hilton waren. Die weiß gekleideten Lehrlinge starren Siegel an wie Sektenmitglieder. Sie setzt sich vor einen Spiegel, die Weißen umschwirren sie, einer kürzt die Extensions, einer bringt Cappuccino. Lippert lehnt am Spiegel, sucht Rat bei seiner Kundin: Er plane was mit Society, welche PR-Agentur da die richtige sei. Und überhaupt, könne sie da nicht auflegen?

Sie ist eine Dreiviertelprominente aus München, sie ist die Tochter von Schlagerkomponist Ralph Siegel, sie ist DJane, Model, dreifache Mutter und im Dschungelcamp war sie das Biest. Demnächst startet die Dokusoap "Giulia in Love" auf ProSieben, es wird wieder viel Aufmerksamkeit geben - und noch mehr Häme. Warum ist einem Giulia Siegel nicht einfach egal? Es gibt natürlich auch Menschen, die ihr seitenlange Verehrermails schreiben. Sehr viele flippen jedoch aus, sobald ihr Name fällt. Ein Insider der Branche schimpft sie "Zirkuspferd, unglaubliche Selbstdarstellerin". Der Standardvorwurf lautet: "Tochter, die nichts kann, aber alles können will."

Immer voll drauf

Und dann noch ihre Art, immer voll drauf! Einer Freundin, der Giulia Siegel beim Friseur begegnet, sagt sie: "Deine Haare sind zu hell", als die sich gerade zum Nachblondieren setzt. Im Hotel gibt sie die geöffnete Cola zurück, weil sie "Coca-Cola" wollte, nicht "Pepsi". Die Kellnerin rollt mit den Augen.

RTL machte sich Siegels direkte Art zunutze und baute sie im Dschungelcamp als Zicke auf. Das Publikum war gespalten, die einen verurteilten ihre "Hoppla-ich-sags-jetzt"-Art, die anderen hielten ihre Offenheit für eine Masche - was nur zeigt, dass man Menschen in den Medien inzwischen jede Inszenierung zutraut, sogar die der Ehrlichkeit. Die wenigsten Zuschauer freuten sich darüber, dass in einem Geschäft, in dem es viel ums Überdecken und Blenden geht, plötzlich jemand war, der einfach nur sagte, was er dachte.

Aus dem Dschungelcamp geflohen, legte Siegel nach: in eine RTL-Kamera sprach sie, dass Promi- DJs wie Naddel & Co. nicht richtig auflegen können. Später meinte sie, dass sie auch provoziert worden sei. Aber da hatte RTL die Sätze schon, der Grundstein für einen wochenlangen "DJane-Zickenkrieg" war gelegt. Dringend benötigtes Material. Früher bekam man von Stars nur so viel zu sehen, dass immer ein ungestilltes Gefühl der Erwartung blieb. Heute muss jede TV-Nische mit Starquatsch gefüllt werden. Irgendwann bekam Siegel eine Morddrohung, ging zur Polizei, dem Sender RTL schickte sie Anwälte ins Haus und sprach von Rufmord. Der Zuschauer bekam davon nichts mit. Er erfuhr wieder nur: Sie ist eine Zicke, Zicke, Zicke.

Manchmal vergisst man, dass Giulia Siegel kein vom Boulevard erfundener Cyborg ist, sondern ein echter Mensch. Sie ist nicht so gefallsüchtig, wie man denkt. Nicht so berechnend, wie man denkt. Siegel erfüllt einige Klischees, aber sie widerspricht ihnen auch. Sie wohnt in einem Penthouse - aber in einem Plattenbau mit Billy- Regalen in einer grauen Gegend von München. Ihr Leben scheint durchgängig öffentlich - und doch weiß niemand, wer in den letzten dreieinhalb Jahren ihr Freund war.

Die echte Giulia Siegel ist freundlich, sie schält Spargel, während sie ein Telefoninterview gibt. Lange gab sie Freunden, denen es schlecht ging, ein Album, in das sie zehn Jahre lang Zitate, Gedichte und Collagen geklebt hatte, jeder sollte darin etwas finden, das ihm helfen könnte. Freunde, mit denen sie nicht mehr klarkommt, kriegen einen Abschiedsbrief von ihr. Es gibt keine Leere in Giulia Siegels Leben, eher zu viel Fülle. Prominenten wie ihr wird gerne vorgeworfen, dass sie ständig auf der Suche seien. Tagsüber sieht man Siegel nur mit Headset: "Bin im Meeting ..." - "Du willst Boy George buchen? Dann musst du 7000 Pfund Cash nach London fliegen ..." Es geht um ihre Bookingagentur, die sie gerade aufbaut, um DJ-Gigs, einen Buchvertrag.

Gefunden in der aktuellen "Neon"

Gefunden in der aktuellen "Neon" Mehr dazu auf www.neon.de

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KOMMENTARE (10 von 19)
 
JimPanse (03.07.2009, 13:16 Uhr)
@atticus...
Lieber attics,
Viele grosse Fragezeichen.
Ich wüsste nicht wen ich beschimpft haben sollte. Den Artikel?
Das zum Thema Wahrnehmung der Umwelt. Zudem ist es traurig dass sie denken das der Wert eines Artikels an seiner Relevanz und an der Zahl der Klicks festzumachen, ausreicht.
atticus (03.07.2009, 10:30 Uhr)
Lieber JimPanse,
für den Stern ist es völlig unerheblich, ob Sie den Artikel gelesen haben oder nicht. Sie haben ihn angeklickt und daran bemisst der Stern die Relevanz seiner Artikel.
Und Vita, sie leiden offensichtlich auch an einer etwas verzerrten (da nützt auch die ganze Aufmerksamkeit dann nix mehr) Wahrnehmung ihrer Umwelt. Denn beschimpft habe ich weder Sie noch Andere... :-)
quickeddie (03.07.2009, 00:12 Uhr)
Der perfekte Partner steht schon fest
Wieder so ein Halb-Promi- Format.
Dabei hätte sie sich die ganze Sendung sparen können, der perfekte Partner für unsere Giulia ist, laut einem aktuellen Buch von Colin Seensfarn, Ben Becker, die Begründung darin ist wesentlich lesenswerter und amüsanter als diese Fernsehsendung:
http://i80.de/46da69
JimPanse (02.07.2009, 17:21 Uhr)
@atticus..Tja
Ich habe diesen Artikel nicht gelesen, kann aber trotzdem sagen, dass er Müll ist. Das nenne ich mal traurig. Man kann über ABC-Promis berichten wie man will, aber nicht als Leitartikel Nr.3 auf der Frontpage nach Afghanistan und Demjanjuk.(Stand:heutevormittag)
lenea (02.07.2009, 15:25 Uhr)
wurscht!
wieso kommen über die tussi ständig artikel??? die ist so uninteressant und unwichtig wie der 145.000ste sack reis, der in china umfällt!
vombromsberg (02.07.2009, 15:23 Uhr)
immer der gleiche müll
...und die einen regen sich auf und die anderen eben nicht. nach dem beckertrash nun dieses medienwrack und immer so weiter, die entsorgungs-und verblödungsmaschinerie läuft wie geschmiert... ich gewöhne mich langsam an die tatsache, dass auch der stern in wirklichkeit die bunte sein will. schade, schade...
vita (02.07.2009, 15:17 Uhr)
@ atticus
Unaufmerksam durchs Leben und die Kassenzonen unserer Republik zu gehen, sodass man nicht sehen kann, wer sich auf den ersten Seiten lautstark zum Narren macht, berechtigt nicht dazu, andere zu beschimpfen, weil sie genau diese Meldungen nicht für nötig halten.
atticus (02.07.2009, 15:01 Uhr)
Sehen Sie,
mir war selbst die Schlagzeile entgangen... ;-)
vita (02.07.2009, 14:34 Uhr)
falsch atticus
ich interessiere mich nicht für die Dame, sondern für diese Website, die dummerweise auch über diese sogenannten Promis, die meist nichts ausser einigen OPs vorzuweisen haben, meint berichten zu müssen.
Das scheint mir bei den meisten hier der Punkt des Interesses zu sein, nicht aber eine Frau mit verlängerten Haaren und geschneidertem Busen. Tut mir leid, aber nur weil es Menschen gibt, die für die angeblichen Qualitäten als DJ zahlen, würde ich nicht behaupten, dass sie davon leben kann, denn laut einer großen Schlagzeile, hat sie vor kurzem bei ihrer Scheidung vermelden lassen, ohne Unterhalt wäre sie mittellos, weil sie mit ihren "Qualitäten" nichts verdienen könne.... tja, was will man dazu sagen?
atticus (02.07.2009, 13:55 Uhr)
Schön, dass die meisten hier zu wissen
scheinen, dass die Dame nichts kann... Aber offensichtlich wird sie jede Woche also DJ gebucht und scheint das auch ganz gut zu machen - oder zumindest Leute zu ziehen - sonst wäre das nämlich ganz schnell vorbei.
Und ob es nun von einer bestimmten Schwierigkeit zeugt, wenn man lieber Coca-Cola statt Pepsi trinkt - na ich weiss nicht. Und die ganzen Leute, die vorgeben, es interessiere sie nicht, haben den Artikel gelesen, sich sogar die Zeit genommen einen Kommentar zu schreiben (mit dem Inhalt: Wen interessiert das eigentlich??)
Die Antwort: Genau EUCH...
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