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"Switch Reloaded" hängt Dschungelcamp ab

Das Dschungelcamp geht leer aus: Der Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung geht an die "Wetten, dass ..?"-Ausgabe von "Switch Reloaded". Auch der "Tatortreiniger" wird ausgezeichnet.

  Besser als das Original: Bernhard Hoëcker und Max Giermann vom "Switch Reloaded"-Team als Thomas Gottschalk und Markus Lanz

Besser als das Original: Bernhard Hoëcker und Max Giermann vom "Switch Reloaded"-Team als Thomas Gottschalk und Markus Lanz

Die Nominierung sorgte für Kritik und Spott: Das Dschungelcamp für den ehrwürdigen Grimme-Preis nominiert? Schauspielerin Katrin Sass flippte im ZDF bei Markus Lanz aus, Kritiker rümpften die Nase. Nun ist es nicht so weit gekommen: Grimme-Direktor Uwe Kammann und der Referatsleiter der Grimme-Preises, Dr. Ulrich Spies, haben in Düsseldorf die Preisträger des Fernsehjahres 2012 bekannt gegeben. Die "Wetten, dass ..?"-Spezialausgabe von "Switch Reloaded" (ProSieben) wird mit dem angesehenen Medienpreis ausgezeichnet. Ebenso die NDR-Serie "Der Tatortreiniger". Mal wieder. Insgesamt 43 Preisträger werden in diesem Jahr mit der Grimme-Trophäe ausgezeichnet.

In der Jurybegründung zur Auszeichnung für "Switch Reloaded" heißt es: "Max Giermann und seinen Kolleginnen und Kollegen gelingt es, das zu diesem besonderen Anlass versammelte Panoptikum mehr oder weniger prominenter Menschen so gut zu verkörpern, dass die Inszenierung tatsächlich einen Anschein von Glaubwürdigkeit erlangt. Auf der Grundlage präziser Beobachtung entwerfen sie Versionen des dargestellten Personals, die zwar lauter, greller, egoistischer und gemeiner als das Original sind, aber auch sehr unterhaltsam."

Die Liebe zum Detail des Comedyformats habe die Jury letztendlich überzeugt: "Wie alle wirklich guten Parodien macht sich "Switch Reloaded" nicht einfach über Fernsehen und seine Prominenten lustig. Vielmehr erweckt die Inszenierung den Eindruck eines Entstellens zur Kenntlichkeit - ja, so könnten die Mechanismen des Showgeschäfts aussehen, auch wenn die Namen der Akteure, die sich so oder so verhalten, im wirklichen Leben andere sein dürften."

In der Kategorie Unterhaltung waren unter anderem auch das Livetalk-Format "Roche & Böhmermann" (ZDFkultur), Benjamin von Stuckrad-Barres Talk auf Tele5 sowie die ProSieben-Show "Das Duell um die Welt" mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf nominiert.

Fünf Produktionen werden im Wettbewerb "Fiktion" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet: das DDR-Endzeit-Epos "Der Turm" (ARD), "Der Fall Jakob Metzler" (ZDF), das Justizdrama "Das Ende einer Nacht" (ZDF) und das Familiendrama "Der letzte schöne Tag" (WDR). Ein Grimme-Preis "Spezial" geht an das Format "Add a friend" (TNT Serie).

Im Bereich Fiktion ebenfalls nominiert waren Mehmet Kurtulus letzter "Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie" (NDR), der "Polizeiruf 110 - Schuld" mit Matthias Brandt (BR) und Marc Terjungs tragikomischer ZDF-Film "Mutter muss weg" mit Bastian Pastewka und Judy Winter.

Die Grimme-Preise werden am 12. April im Theater der Stadt Marl verliehen.

kmi

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