Entnervt hat Moderator Günther Jauch den ARD-Intendanten mitgeteilt, dass er "Christiansen" doch nicht übernehmen werde. Im stern.de-Interview spricht er über die Gründe - und seine neugewonnenen Einsichten in den ARD-Föderalismus.

Gescheitert am Klein-Klein der ARD-Intendanten: Aus "Christiansen" wird nicht "Jauch"© Wolfgang Langenstrassen/Jörg Carstensen/DPA
Turbulent. Aber mir war klar, dass es nach 9.30 Uhr - als ich die ARD-Intendanten informiert habe - ziemlich rund gehen würde.
Mir tut es leid, weil ich die Sendung sehr gerne gemacht hätte. Wir haben sehr lange und sehr intensiv an diesem Projekt gearbeitet. Und wenn man nachher feststellt, dass man sich gesucht und nicht gefunden hat - dann ist das sehr schade.
Ich habe das nie unter Karrieregesichtspunkten gesehen. Sondern ich hatte die Leidenschaft, diese Sendung zu machen und mir dafür ein paar neue Dinge einfallen zu lassen. Und dafür gab es auch Sympathie bei der ARD. Der Vertrag war unterschriftsreif.
Es ging darum, dass ich journalistisch exklusiv für die ARD arbeiten sollte. Und dass der seit neun Jahren bewährte Ansprechpartner für "Christiansen" auf einmal gewechselt werden sollte, obwohl das vertraglich anders vorgesehen war. Hinzu kam die negative Begleitmusik aus den Gremien.
Darüber kann man nur spekulieren. Aber es gab keinen Anlass, den Ansprechpartner zu wechseln. Ich hatte durch den Wechsel das Gefühl nur geduldet zu sein und dass ich an gleich mehrere Verantwortliche angebunden werden sollte.
Die war mir wichtig. Das wussten aber auch alle. Insofern ist meine Entscheidung am Ende doch nicht so überraschend.
Nein. Es ging mir auch nicht darum, irgendeine neue Sendung zu machen.
Weder noch. Der finanzielle Rahmen war innerhalb weniger Tage geklärt. Und die Sache mit der Werbung wurde von außen hochstilisiert. Ich hatte der ARD zugesagt, dass es mit mir in dieser Richtung keine Probleme geben würde.
Es gibt keine großen neuen Lebensentscheidungen und neue Projekte. Ich mache die Sendung am Sonntagabend nicht, ich mache bei RTL weiter wie bisher.
Es war wie eine Mischung aus Gesundheits- und Föderalismusreform, mit dem entsprechenden - bedauerlichen - Ergebnis.
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