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Was macht eigentlich ... Hans Meiser?

Vor 25 Jahren löste er einen Boom von Nachmittags-Talkshows aus – mit "Hans Meiser" bei RTL.

Was macht eigentlich ... der ehemalige RTL-Talkmaster Hans Meiser?

Hans Meiser, 71, mit Hund Laika in seinem Wohnmobil, mit dem er gern auf Reisen geht

Bei "" sprachen ganz normale Bürger über Themen wie "Verliebt in einen Star" oder "Schön und schamlos?". Ihr absurdestes TV-Erlebnis?

Einmal ging es um übertriebene Tierliebe. Einer unserer Gäste brachte ein Pferd der weltweit kleinsten Rasse mit. Leider pinkelte es während der Show einen Riesensee ins Studio. Es stank wochenlang wie in der Spanischen Hofreitschule. Das war aber leider nicht die einzige Katastrophe dieser Sendung.

Was war sonst noch los?

Im Publikum saß ein Mann mit einem Golden Retriever namens Champ. Vorne neben dem Kontrollmonitor lag sicherheitshalber ein Ersatzmikrofon. Champ dachte wohl, das wäre ein Knochen, klaute es ständig und rannte damit durchs Studio. Nach einer Stunde Sendung war das Mikrofon kaputt. Ein teurer Spaß, hat über 1000 Mark gekostet!

Sie haben Talkshows zu Themen gemacht wie "Mami, mit dir hab ich noch eine Rechnung offen." Über so etwas spricht doch keiner freiwillig im . Wie viel gab es für solche TV-Geständnisse?

Nur eine kleine Aufwandsentschädigung, weil die Kandidaten oft einen Tag Urlaub nehmen mussten. Das waren aber lediglich 100 bis 200 Euro. Ansonsten wurden natürlich die Fahrtkosten erstattet. Das war's dann auch schon.

Wie haben Sie Ihre Gäste aufgetrieben: Anzeigen geschaltet?

Nein! Ein Kollege hat das zweimal versucht, dann haben wir uns von ihm getrennt. Bei uns gab es eine klare Dienstanweisung: Wir schalten keine Anzeigen à la "Talkshow sucht Gäste zum Thema 'Hilfe, mein Knie läuft rückwärts!'" So etwas geht gar nicht. Damals war das Internet noch nicht so gut wie heute. Deshalb haben wir uns über Verbände, Selbsthilfegruppen oder Sportvereine vorgetastet. Das war teilweise sehr knifflig, denn es ging in der Sendung ja auch um ernsthafte und politisch relevante Themen wie etwa Scientology. Es hat Monate gedauert, drei bekennende Scientologen für eine Sendung zu finden.

Später moderierten Sie die Rettungssendung "Notruf" und die Pannenshow "Life! Dumm gelaufen". 2010 wurde Ihr Vertrag nicht verlängert. Im vergangenen Jahr erklärten Sie, dass Sie damals wie eine Wildsau in der Morgensonne abgeschossen wurden. Klingt verbittert.

Das bin ich aber nicht! Es war eine tolle Zeit. Ich hätte mir bloß einen anderen Abschied gewünscht – selbst wenn's nur ein Brief mit einem Dreizeiler gewesen wäre.

Womit beschäftigen Sie sich heute?

Ich moderiere für das "Popstop"-Radio im Internet, das einer meiner ältesten Freunde gegründet hat: Frank Laufenberg. Ich werde als Moderator für Veranstaltungen gebucht, schreibe für den Arbeitgeberverband und einen Nachrichten-Blog. Zudem war ich auf Kreuzfahrtreisen tätig.

Was haben Sie da gemacht?

Verschiedenes, das Abendprogramm moderieren oder den Passagieren die Brücke zeigen. Jeden Morgen war ich eine Stunde für das Bordradio zuständig. Das war teilweise skurril. Als ich mal sagte, alle Lieder von Helene Fischer klängen gleich, hätten mich ihre Fans fast über Bord geworfen. Andere Gäste beschwerten sich, ich würde zu wenig Andrea Berg spielen, und ein Mann regte sich furchtbar über meine angeblich verschmutzten Schuhe während einer Bühnenmoderation auf. Dabei hatte ich die noch nie draußen auf der Straße getragen. Bizarr!

Interview: Sabine Hoffmann
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo