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Gernot Hassknecht versucht es mit Verständnis für die Sachsen - vergeblich

Ein Versuch war es wert: In der jüngsten "Heute Show" wollte Choleriker Gernot Hassknecht ein bisschen Differenzierung und Verständnis für besorgte Bürger aufbringen. Das kommt nicht wieder vor, verspricht Moderator Oliver Welke.

Ein bisschen Differenzierung und Verständnis: Gernot Hassknecht auf vergeblicher Mission in der Heute-Show

Ein bisschen Differenzierung und Verständnis: Gernot Hassknecht auf vergeblicher Mission in der Heute-Show

"Eine Woche Sachsen-Bashing in allen Medien: Leute, so geht das nicht!" Mit dieser Ansage eröffnet Berufscholeriker Gernot Hassknecht im ZDF-Satiremagazin "Heute Show" seinen Monolog. Der Clip aus der Sendung vom vergangenen Freitag verbreitet sich gerade in den sozialen Medien. Wer ständig über die Sachsen rede, sei auch nicht besser als die Rechten. Regelmäßige Zuschauer der Sendung wundern sich hier bereits: Hassknecht mal ganz besonnen? Ohne sprühenden Wutspeichel, ohne austretende Schlagader an der Schläfe? Natürlich nicht.

Sein Aufruf zu mehr Differenzierung und Verständnis für ein ganzes, vermeintlich in Verruf geratenes Bundesland hallt nur Sekunden nach. "Wir müssen endlich wieder lernen, sachlich zu argumentieren", flötet er noch, "uns zuzuhören" - aber dann ist es auch schon vorbei mit der neuen Hassknecht'schen Harmoniesucht, die durch den Einspielfilm eines extrem sächselnden Einheimischen unterbrochen wird. Daraufhin prustet Hassknecht vor Lachen los: "Es ist einfach eine lustige Sprache!"

"Heute Show": Gernot Hassknechts Harmonieversuch

Noch einmal reißt er sich kurz zusammen, hebt an: "In gibt es Regionen, da fühlt man sich zurecht abgehängt, Regionen ohne Perspektive, wo die Leute quasi noch vom Baum kacken." Man müsse den besorgten Mitbürgern halt bloß erklären, dass die Flüchtlinge nichts dafür könnten: "Es gibt hier gewisse zivilisatorische Mindeststandards, seit man uns vom Schimpansen zum Menschen befördert hat, und denen, die ernsthaft glauben, sie wären so 'ne Art Widerstandskämpfer, weil sie Frauen und Kinder in einem Bus zum Heulen bringen, denen kann man eigentlich nur noch zurufen: Fickt euch!"

Jetzt ist Hassknecht endgültig zurück in seinem Element, er brüllt wie von Sinnen: "Einfach nur: Fickt euch! Und wenn ihr damit fertig seid, dann fickt euch gleich nochmal!" So sieht es aus, wenn Gernot Hassknecht es mal mit Differenzierung und Verständnis versucht. Manchmal liegt im Scheitern eben auch Schönheit. Oder zumindest gute Unterhaltung.

tim
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