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Hamburg verliert ehemaligen "Tatort"-Kommissar

Horst Bollmann ist tot. Die älteren "Tatort"-Fans kennen den Schauspieler noch als kaffeesüchtigen Bundeswehr-Geheimdienstler Delius. Seine größte Rolle war aber eine andere.

Seit 1955 war Horst Bollmann mit der früheren Schauspielerin Hetty Jockenhöfer verheiratet (hier auf einem Archivbild vom April 1988 zu sehen).

Seit 1955 war Horst Bollmann mit der früheren Schauspielerin Hetty Jockenhöfer verheiratet (hier auf einem Archivbild vom April 1988 zu sehen).

Er war der Vorgänger von Til Schweiger und Wotan Wilke Möhring: In drei Folgen verlieh Horst Bollmann dem MAD-Abwehroffizier Delius Gesicht - und vor allem Charakter: Ein Geheimdienstbeamter, der an seinem eigenen Job zweifelte, Kaffee in sich hineinschüttete, als gäbe es kein Morgen, und dazu am liebsten das Satiremagazin "MAD" las. Im Alter von 89 Jahren ist Bollmann nun gestorben, nach einer langen, schweren Krankheit, wie seine Frau Hetty mitteilte. Selbst Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit regierte auf die Todesnachricht und würdigte den Charakterdarsteller als einen der "Großen der Berliner Theatergeschichte".

Denn Bollmann war vor allem Mann des Theaters. 1925 in Dessau als Sohn eines Verwaltungsdirektors geboren, hatte der Absolvent der renommierten Essener Folkwangschule seine Karriere zunächst in Mannheim begonnen, von 1959 bis 1987 war er Mitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin.

Zusammenarbeit mit Samuel Beckett

Als Höhepunkt seiner Karriere darf wohl Bollmanns Zusammenarbeit mit dem irischen Dramatiker Samuel Beckett gelten. So glänzte er 1965 in dessen Stück "Warten auf Godot" und 1969 im "Endspiel" am Schillertheater, bei dem der Dramatiker selbst die Inszenierung übernahm. Zuletzt stand er in den 80er Jahren in Arthur Millers mehrfach preisgekrönter Tragödie "Tod eines Handlungsreisenden" auf der Bühne.

Darauf folgte der Sprung ins Kino und ins Fernsehen: 1961 wurde er durch seine Titelrolle in Bernhard Wickis "Das Wunder des Malachias" einem breiteren Publikum bekannt. Die "Tatort"-Jahre von 1979 bis 1983 und seine Rolle als Kommissar in Durbridge-Krimis machten ihn noch populärer. Als Bravourstück wurde Bollmanns Auftritt 1988 mit Mario Adorf in Dürrenmatts Kriminalsatire "Abendstunde im Spätherbst" gewertet. Fernsehen sei für ihn eine "Entspannungsübung", sagte er einmal.

jwi/DPA/DPA
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