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20. Januar 2009, 06:51 Uhr

Barbapapa und Venusfalle

Dschungelcamp, Tag 11: Einen Tag nach Peter Bonds Bye-Bye steht Nico Schwanz am "Fels des Grauens" seinen Mann. Im Camp macht sich derweil einschläfernde Ödnis breit - da können auch Dirk Bachs Verkleidungskunst und Sonja Zietlows offenherziges Dekolleté nur wenig retten. Von Ingo Scheel

Nico Schwanz steht seinen Mann bei der Dschungelprüfung© RTL

Das lernt man schon im Grundkurs "Dramaturgie": Den Höhepunkt spart man sich für den Schluss auf. Im australischen Dschungel scheint man davon noch nichts gehört zu haben, dort packte man die Klimax gleich an den Anfang. Und das mit Folgen! In ganz Deutschland fielen gegen 22.17 Uhr die Fernbedienungen auf den Fußboden, brachen Biergläser in zittrigen Händen, wurden pyjamabekleidete Kinder vorzeitig ins Bett geschickt. Der Grund: Sonja Zietlow. Oder besser: ihr Outfit. Oder noch besser: das, was einmal ihr Outfit werden sollte.

Als wäre sie soeben dem Werbespot für einen Webcam-Sexanbieter entsprungen, stakste die blondierte Bonnerin über die Brücke, das lilafarbene Oberteil weit aufgerissen, darunter einen knappen Sport-BH. Was war denn da nur los? Wurde sie mit einer Tafel Schokolade von einer verfrühten Springbreak-Orgie irgendwo in der Nähe des Camps weggelockt oder hatte die Kostümfrau von RTL, den frühen Morgenstunden sei es geschuldet, einfach nur nachlässig gearbeitet? Obwohl: Bei Dirk Bach hatte sie doch auch gewohnt gründlich gewerkelt. Der sah aus wie immer: ein Alptraum in Flieder, wie Barbapapa auf LSD nach der Dschungelprüfung.

Was auch immer der Grund gewesen sein mag, dem Zuschauer erging es fortan wie Kevin Spacey in "American Beauty": Dem frühen Höhepunkt des Tages - wir erinnern uns an die zweitberühmteste Duschszene der Filmgeschichte - folgte nur noch Langeweile. Gähnende, nervenzersetzende Langeweile. Lorielle schweigt, Norbert auch. Gundis vermisst den Peter, Giulia liefert sich ein wenig Alibigezicke mit Mausi und Günther hängt in Gedanken dem Schaumbad vom Vortage nach. Zumindest Ingrid bewährt sich an der Seite von Giulia "Ach, ihr seid so oberflächlich" Siegel bei der Schatzsuche und Nico Schwanz eiert ebenfalls nicht lang herum, sondern liefert am "Fels des Grauens" eine solide Dschungelprüfung ab. Gegen Spinnen, Skorpione, Schlangen und Ameisen bringt er es immerhin auf fünf von acht Sternen. Eine respektable Leistung und damit ein Niveau, dass Barbapapa Bach und Venusfalle Zietlow an diesem australischen Morgen nicht einmal annähernd erreichen.

Im Gegenteil: Bringen die beiden Moderatoren-Darsteller ihre ach so bösen Scripts sonst zumindest ansatzweise so, als wäre der quotenkompatible Verbalschlamm auf ihrem eigenen Mist gewachsen, gelingt an Tag 11 nicht einmal mehr das. Die Gags zünden nicht, aus "Norbert" wird mal eben "Robert" und als Bach mit einer der Handpuppen spielt, durchzieht für einen kurzen Moment eine unaussprechliche Traurigkeit sein Gesicht. Was war geschehen? Ein kurzer Moment schmerzhafter Klarsicht? Hier sitze ich, ein kleiner, dicker Typ, beschmiere eine Barbiepuppe mit Schleim und brülle den Namen einer grenzdebilen Sendung in den Dschungel? So kann es nicht weitergehen, liebes RTL-Team. Hier bricht sich Sattheit Bahn, hier schleicht sich Routine ein oder noch schlimmer: Die Moderatoren werden beim Denken erwischt.

Vielleicht sollte man das ehemals dynamische Duo auf einen der angeschlossenen Shopping-Channels strafversetzen. Ein paar Wochen amerikanische Allzweck-Küchengeräte anpreisen und die beiden würden hüpfend vor Freude in den Dschungel zurückkehren. Vielleicht war das ganze aber auch nur ein Zwischentief, ein Innehalten. Das retardierende Moment, bevor die Dinge, und das müssen sie, erst so richtig Fahrt aufnehmen. Das tat am Ende der Sendung lediglich Norbert Schramm, der durfte nämlich nach Hause. Richtig vermissen wird ihn wohl niemand, weder das Camp noch die Zuschauer. Bleibt also die Hoffnung auf Besserung, auf Bewegung, auf das Ende der Langeweile. Dass die auf sieben Insassen dezimierte Busch-Bande ihren Teil dazu beitragen möchte, belegten am Ende ihre Sprechzimmer-Auftritte, die den Titel dieser Show ganz traditionell ad absurdum führten: Ich war ein Star – bitte, bitte lasst mich hier drin!

stern.de hält Sie jeden Tag bis zum 24. Januar über das Dschungelleben auf dem Laufenden. Wenn Ihnen das nicht ekelhaft genug ist, schalten Sie um 22.15 Uhr RTL ein.

Von Ingo Scheel
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
monzeno (20.01.2009, 17:50 Uhr)
liebe Leute
nun regt euch doch nicht so auf. Es ist doch nur alles Spass. Lest doch einfach drüber weg, und gut is. Ich amüsiere mich köstlich!
herve (20.01.2009, 13:58 Uhr)
Das Lärmloch dieser fetten,...
rheinländischen Tucke funktioniert leider immer noch, und die ach-so-witzigen "Kommentierungen" einer Sonja Zietlow sind so etwas von altbacken und abgestanden. Da muss mehr Pepp rein! Wie wäre es, wenn man Dicky den Leistenkrokodilen zum Fraß vorwirft, damit sein nerviges Gequieke wenigstens nicht grundlos erfolgt? Und die Zietlow stecken wir in eine Schlangengrube voller Inlandtaipane, damit sie merkt, dass diese süssen Tierchen wirklich Gift verpritzen (ein Biss reicht für 250.000 Mäuse, dürfte also für eine minder begabte Moderatorendarstellerin ausreichen).
otten23 (20.01.2009, 12:01 Uhr)
WENN
doch alles so mies ist, dann hört bitte endlich auf darüber zu berichten. Ich will diesen Mist hier nicht mehr lesen, wenn ich morgens über eure Seite surfe. Grausam, niveaulos...vielleicht sind ja demnächst Stern-Redakteure im Dschungelcamp...
dieterschultz (20.01.2009, 11:34 Uhr)
Noch peinlicher ist der STERN
Sich das Dschungelcamp anzusehen ist Unterhaltung, über die man wahrlich streiten kann. Aber wenn ich so sehe, wie viele Kommentare der STERN darüber druckt, kann es doch nur eine Sendung sein, die zum Niveau des STERN passt - oder? Gruss auch an Ihre Feministin vom Dienst, Frau Miklis.
Zucker_Hut (20.01.2009, 10:21 Uhr)
Schlaftablette Nico Sch***
Dieser Nico ist der beste Beweis dafür, dass Schönheit soooooo langweilig sein kann!
Shiro.Ookami (20.01.2009, 10:16 Uhr)
Sehr geehrte Redaktion,
ist es nicht etwas unter Ihrer Würde ständig von diesem Dschungel-Camp-Schwachsinn zu berichten? Wo bleibt die echt journalistische Arbeit? Wie kann man den Stern noch ernst nehmen, wenn sich solche Meldungen unter den Top-Themen befinden? Wie soll man da noch an die Seriosität des Sterns glauben?
haddock (20.01.2009, 07:59 Uhr)
@squidion
Würde mich nicht wundern,wenn die Beiden fürs Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen würden.
squidion (20.01.2009, 07:27 Uhr)
Ich kann...
..dir überhaupt nicht zustimmen. Ich fand die Sendung gestern gut. Zietlow sah mal wieder Klasse aus und Dicky.. naja der ist halt Dicky, aber alles in allem wars aber ok!
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