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23. Januar 2009, 06:48 Uhr

Die Hexe mit dem Schuss macht Schluss

Dschungelcamp, Tag 14: Harmonie und Hiobsbotschaften, Rückenpein und Regengüsse - 48 Stunden vor dem großen Finale wurden die verbliebenen fünf Bewohner noch einmal so richtig gefordert. Es wehte ungewohnter Teamgeist durchs Camp, doch dann folgte das dicke Ende: Mitten im Platzregen sagte die Camp-Zicke goodbye. Von Ingo Scheel

Giulia (l.) und Gundis auf Schatzsuche. Für die Siegel hatte das fatale Folgen© RTL

"Keiner hat bisher den magischen Satz gerufen und das Lager verlassen!" schallte es vorgestern noch vollmundig vom Moderatoren-Hochsitz. Einen Tag später ist das Geschichte. Das Camp verzeichnet seinen ersten außerplanmäßigen Abgang. Aber der Reihe nach: Nach dem gefühlt 46. Akt im Zickendrama am Vortag, stellte sich an Tag 14 tatsächlich so etwas wie Teamgeist im Camp ein. Der Grund dafür war simpel - die Dschungelprüfung geriet zum kollektiven Kraftakt, denn alle fünf verbliebenen Bewohner mussten sie gemeinsam bewältigen. Mittels Lianenschwung und Arschbombe in den von Schlangen und sonstigem Getier bevölkerten Tümpel sollten schwimmende Sterne zerstört werden, und das gelang durchaus souverän. Lorielle verbog sich beim Sprung auf den Styroporstern zwar das frisch operierte Näschen, vier Sterne trösteten darüber jedoch schnell hinweg.

Auf Schatzsuche gingen dann Giulia und Gundis, die "Eimerchenkette" war angesagt. Was sich so niedlich anhört, sorgte schlussendlich dafür, dass die von Rückenschmerzen gepeinigte Giulia Siegel sich am Abend entschloss, um ihrer Gesundheit willen den magischen Satz zu sagen: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" wimmerte sie, unter den Augen ihrer völlig stoischen Mitbewohner, in den australischen Regenhimmel. "Drei oder vier oder sogar fünf Kilo schwere Eimerchen" hatte sie gebückt schleppen müssen. Das war einfach zuviel. Mal eben vor Freude Gundis Zàmbò stemmen, das funktionierte danach noch bestens, mit etwas Verspätung jedoch zickte der Zicke dann der Rücken. Und zwar so richtig. Pillen hatte sie geschluckt. Richtig starke Pillen, aber nichts davon wirkte. Hexenschuss. Eben. Drum. Die Siegel war gebrochen.

Auf ihrer Homepage hatte das frischgebackene Playboy-Häschen noch so gar nichts von Rückenproblemen und ähnlichen Unwägbarkeiten durchblicken lassen, im Gegenteil: Dem besorgten User teilte sie mit, dass ihre Kinder gut versorgt seien und sie sich freue auf ein paar Tage ohne Handy, ohne weiches Bett und ohne gefüllten Kühlschrank. Zu diesen Dingen kann sie nun endlich wieder zurückkehren, und so ganz nebenbei verdient sich die RTL-Redaktion noch eine Oscar-Nominierung für den besten Soundtrack: Giulia Siegels dramatischen Abgang per Trage und Notarztwagen untermalt The Verves "The Drugs don't work" - eine superbe Wahl.

Im Camp dagegen zieht nun endlich - man kann es schon ahnen - ein bisschen Frieden ein. Nico, neuerdings mit Flechtfrisur Marke DomRep, lässt den Hormonen mehr und mehr freien Lauf und macht mit Gundis auf Schimpansen-Flirt, Lorielle pflegt das angeschlagene Näschen und Ingrid, tja, die Ingrid kann endlich so richtig entspannen und zickenterrorfrei dem Finale entgegennickern. Den Statuten gemäß wurde infolge von Giulias Exodus niemand herausgewählt und so wird zwei Tage vor der Entscheidung selbige wieder ein Stück klarer. Es kann nur eine Dschungelkönigin geben. Verfügt Ingrid van Bergen beim TV-Publikum auch über einen stattlichen Geronten-Bonus, mögen Nico und Gundis auf den letzten Meter noch so überzeugend das Vorjahres-Boulevardstück "Michaela und Eike tun es" nachempfinden, zeichnet sich mehr und mehr ab, dass Deutschland jetzt reif sein könnte. Reif für eine farbige Dschungelkönigin. Lorielle London Calling. Sex Change - Yes, we can.

stern.de hält Sie jeden Tag bis zum 24. Januar über das Dschungelleben auf dem Laufenden. Wenn Ihnen das nicht ekelhaft genug ist, schalten Sie um 22.15 Uhr RTL ein.

Von Ingo Scheel
 
 
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