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6. Januar 2009, 12:35 Uhr

Die Stars auf dem Weg ins Dschungelcamp

Noch drei Tage bis zum Start der RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus". Die letzten C-Promis befinden sich auf dem Weg nach Down Under. Doch was passiert eigentlich in den letzten Stunden vor dem Show-Start? Was ist neu in diesem Jahr? Die letzten Fakten vor dem großen Einzug. Von Katharina Miklis

Dschungelcamp, Ich bin ein Star - Holt mich hier raus, Sonja Zietlow, Dirk Bach

Die Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow stehen bereit. Die C-Prominenz darf einziehen© RTL

Gestern Mittag, 12.30 Uhr. Die letzten Kandidaten der vierten Staffel der RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" bestiegen in Frankfurt die Maschine über Singapur nach Australien. Sie flogen first class. Eigentlich nichts ungewöhnliches für einen richtigen "Star". Die C-Prominenz der RTL-Dschungelshow zeichnet sich jedoch meist durch große Geldsorgen, Insolvenzverfahren und Karriereflaute aus. Noch will der Sender die Kandidaten nicht offiziell verkünden. Wie die "Bild"-Zeitung jedoch bereits vermeldete, waren unter anderem "DSDS"-Transe Lorenzo, 23, Giulia Siegel, 34, Model Nico Schwanz, 28, und "Marienhof"-Schauspieler Michael Meziani, 39, an Bord.

Der Rest der Promi-Truppe - unter anderem sollen Moderatorin Gundis Zambó, 42, und Glücksrad-Moderator Peter Bond, 56, dabei sein - weilt schon Down Under. Spätestens Donnerstagmorgen sollen die letzten Promis am Brisbane Airport in Australien ankommen. Dort dürfen sie noch mal eine Nacht im noblen "Versace-Hotel" (400 Euro pro Nacht) im nahe gelegenen Surfers Paradise residieren. Rund 130 Kilometer ist das Luxus-Hotel vom kargen Dschungelcamp, das die Promis für die nächsten 7 bis 16 Tage beziehen werden, entfernt. Feldbett statt Himmelbett, Plumpsklo statt Luxus-Spa, Reis und Bohnen statt 5-Gänge-Menü. Es wird keinerlei Luxus für die Promis geben. Fließend Wasser gibt es nur in Form eines Wasserfalls. Jeglicher Kontakt zur Außenwelt ist verboten. Es gibt keine Hilfe von außen. Die Gruppe ist im Camp ganz auf sich allein gestellt. Alles muss selber erledigt werden: Lagerfeuer anzünden, Wasser abkochen, Wäsche waschen und Essen zubereiten. Jeder darf nur zwei Luxusgegenstände in das Camp mitnehmen. Fünf Zigaretten sind für jeden pro Tag erlaubt.

Die letzten Vorbereitungen vor dem Einzug

Doch wie geht es weiter wenn alle zehn "Stars" Down Under angekommen sind? Laut RTL werden sie zunächst ausführlich von einem Ranger über die Gefahren und Regeln im Camp aufgeklärt. Sie erfahren das Wichtigste über die Fauna und Flora des Dschungels, wie man gefährliche Tiere und Pflanzen erkennt, wie man sich ihnen gegenüber richtig verhält und wie man in der Wildnis überlebt. Wirklich notwendig ist das allerdings nicht. Der Dschungelbereich, in dem die Feldbetten aufgestellt werden, gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Seit Jahren wird hier von Fernsehsendern weltweit (USA, Frankreich, Holland, Ungarn...) die Sendung produziert, die auf dem britischen Format "I'm a Celebrity, Get Me Out of Here!" basiert. Infrarotkameras, Hunde und Soldaten vom australischen Special Air Service (SAS) bewachen hier ein Stückchen Busch. Ärzte und Psychologen stehen rund um die Uhr bereit.

Das Konzept, der Einzug, das Finale

Am Freitag werden die Kandidaten dann um 4 Uhr geweckt. Mit Helikoptern werden sie von ihrem Hotel in den Dschungel geflogen. Sie müssen aber noch bei zurzeit 29 Grad einen zweieinhalbstündigen Fußmarsch durch den Dschungel hinter sich bringen, ehe sie das Camp erreichen. Im 50 Quadratmeter großen Zentralbereich des Camps dürfen die C-Promis dann selbst die Bettenaufteilung bestimmen. Ab dann wird nur noch getan, was die Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach von den Campern verlangen.

Jeden Tag muss ein Star zur Dschungelprüfung antreten. In einem Interview haben die beiden Moderatoren bereits über die Neuerungen der Sendung gesprochen. "Es gibt neue Prüfungen. Die Engländer sind ja schon in der neunten Staffel, und die denken sich immer noch was Neues aus. Für uns ist das manchmal selbst etwas zu viel. Wir nehmen dann immer ein paar Viecher weg", sagte Sonja Zietlow. Je nach Erfolg werden die Lebensmittelrationen eingeteilt. Wer sich in der ersten Woche den zumeist ekligen Aufgaben stellen muss, entscheiden die Zuschauer per Telefon-Voting. Ab der zweiten Woche muss dann jeden Tag der Star mit den wenigsten Zuschauer-Anrufen das Camp verlassen. Von da an entscheiden die Promis selbst, wer die nächste Dschungelprüfung absolvieren muss. Beim Finale nach zwei Wochen leben nur noch drei Stars im Camp. Jeder muss bei einer finalen Prüfung seine Dschungel-Qualitäten unter Beweis stellen. Danach entscheiden die RTL-Zuschauer wer den Titel "Königin oder König des Dschungels 2009" wirklich verdient hat.

Wie sich die zehn Prominenten im Dschungel schlagen ist ab Freitagabend 16 Tage lang auf RTL zu sehen. Vielleicht erfahren wir in diesen Tagen dann auch, warum sich die so genannten "Stars" dafür hergeben, vor laufenden Kameras über ihren Stuhlgang zu reden oder Känguruhoden zu essen.

Das Dschungelcamp startet am Freitag, 9. Januar, um 22.15 Uhr live auf RTL mit "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". stern.de berichtet täglich aus dem Busch

Von Katharina Miklis
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
gesox (07.01.2009, 10:31 Uhr)
Nachtrag
Es geht natürlich noch weiter. Man kann auch Sondermüll der Extraklasse in Serie produzieren, indem man die in Dschungelcamps gezeugten Nachfahren von C-Promis gegeneinander antreten läßt, mit Fragestelluungen wie "Warum haßt mich dem Nachbarn seine Frau?". Das nennt man dann Talkshow, sendet es am Nachmittag und macht etwas mehr Quote als mit dem Testbild.
Da die Dummen nicht aussterben, läßt sich solch eine Serienproduktion unendlich fortsetzen. Irgendwann kommt ein kluger Programmchef bestimmt auch auf die Idee, die schlicht gestrickten Gemüter, die freiwillig ihren Ruf im öffentlichen Fernsehen zerstören, auch noch dafür zahlen zu lassen. Das funktioniert bestimmt auch in Serie.
gesox (07.01.2009, 10:12 Uhr)
Serienproduktion
Im 20. Jahrhundert erfand Henry Ford die Serienproduktion des Autos: man nehme ein Fließband und viele billige Arbeiter ohne nennenwerte Ausbildung. Damit hat er sich dumm und dösig verdient.
RTL und anderen Sendern gebührt der zweifelhafte Ruhm, mit einem ähnlichen Prinzip Unterschichten-TV in Serie zu produzieren: man nehme eine Horde talentfreier C-Promis, lasse diese durch diverse Dschungelcamps, Container, Kochsendungen, Wok-WMs touren, und schon hat man die Sendezeit sinnfrei gefüllt und weder Sponsoren noch Werbekunden mit originellen Ideen oder gar Niveau vergrault.
Wie sagte ein Medienkritiker schon vor ein paar Jahren:
Das deutsche Fernsehen ist wie Venedig, 500 Kanäle, und alle stinken.
gsc777 (06.01.2009, 22:36 Uhr)
Wie weit...
...unten muss man sein, um bei sowas mitzumachen?
Normalerweise würden diese Pfeifen nie wieder einen anständigen Job bekommen. Aber dem Fernsehen in der Kategorie Pro7 z.B. ist ja nichts zu seicht.
status-quo-fan (06.01.2009, 22:22 Uhr)
Neue Chance für den Präkariats-Clown
Endlich bekommt dieser langsam aus dem Kleister gehende Zeitgenosse, der vorzüglich dazu geeignet ist, das Präkariat zu unterhalten, eine weitere - hoffentlich bald die letzte - Chance.
hotte_m (06.01.2009, 18:52 Uhr)
Ein Glück
dass man nicht gezwungen ist so einen Scheiß anzusehen. Dümmer gehts nimmer!
Gernspieler (06.01.2009, 18:14 Uhr)
Was bitte...
....ist so berichtenswert über den Fernseh-Schwachsinn eines Privatsenders?
Hält der STERN seine Leser für so wissbegierig?
Zum Glück braucht man dafür kein Geld zu bezahlen. Mein Abo habe ich vor einem Jahr gekündigt, gut so!
mighty_bender (06.01.2009, 15:55 Uhr)
Erzieherisch wertvoll...
... als kleiner Karriereausblick für die ganzen Möchtegern-NextSuperPopStarModelMentalisten ist das Ganze allemal. Und seid doch mal ehrlich - luschtich isses auch... ;-)
najaundso (06.01.2009, 14:38 Uhr)
wo ist das problem?
was hatte bitte der circus maximus mit kultur zu tun, was hatte shakespear mit kultur zu tun als er seine stücke in der rose aufführte?
wo ist denn das problem an der unterhaltung? macht euch lieber gedanken warum in der tagesschau und sonstigen niveauverfechtern die sachen gezeigt werden die gezeigt werden und nicht über sachen bei denen jeder erkennt es is simple unterhaltung. gut gemachtes unterhaltsames fernsehen und nich mehr.
eine kultur wird nich daran gemessen was sie als unwichtig erachtet sondern daran was sie als wichtig erachtet. und das sagen uns ja angeblich die tagesschau und pseudokritiker.
bodhi-patrick (06.01.2009, 14:07 Uhr)
...wer
Stern.de liest und auf seriöse Berichterstattung wartet, ist hier falsch!
DLXSF (06.01.2009, 13:43 Uhr)
Schnell korrigiert
Gut so!
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