Dschungelcamp, Tag 1: Jetzt geht's los. Zehn Prominente, ein Urwald, 16 Tage. Und ganz Deutschland redet darüber. Über wen sich im RTL-Kolosseum des Ekels der Daumen schnell senken und wer weit kommt wird: eine Prognose. Von Katharina Miklis

Dschungelküsschen: Gundis Zambó (l.) markiert die Muttergestalt, Lorielle London ist die Staffeltunte© RTL/Stefan Menne
Seit gestern Abend wirft RTL seinem TV-Fußvolk wieder eine Gruppe gescheiterter Promi-Existenzen zum Fraß vor. Zwei Wochen lang werden bei der TV-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus", zehn Menschen, die vor Jahren mal etwas in der Öffentlichkeit gemacht haben, an das sich heute keiner mehr erinnert, in Tierkot baden und Genitalien essen. Das nennt man bei RTL dann Dschungelprüfung und Schauspieler Günther Kaufmann war gestern Abend der erste, der ran musste.
Zunächst wurde jedoch die Riege der Konsonanten-Prominenz vorgestellt und nach und nach wurde dem Zuschauer wieder bewusst, warum man diese zehn in den letzten Jahren nicht vermisst hat. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie entweder ein paar Schönheits-Operationen oder Scheidungen hinter sich haben und auf jeden Fall alles andere als erfolgreich sind, mit dem was sie tun. Jetzt tun sie's gemeinsam. 16 Tage lang.
Kaum in der "grünen Hölle" angekommen, sind die Rollen schon verteilt - schneller als je zuvor im RTL-Camp. Bemerkenswert, wie fleißig einige der Exhibitionisten am Profil feilten und andere im Imagerennen schon in der ersten Runde den Anschluss verpassten.
Günther Kaufmann, Ex-"Derrick"-Stammgast ist ein Typ zum Festhalten, man äußert sich positiv über seinen trotz fortgeschrittenen Alters starken Körper, der bei der ersten Dschungelprüfung zum Einsatz kommt. Sieben Sterne kann er für seine Busch-Gang ergattern. Dafür musste Kaufmann gestern durch Wannen mit Fischabfällen, Aalen und Kakerlaken tauchen, um darin nach den Sternen zu suchen. Frühzeitig trommelt er außerdem die Truppe zusammen, als er schlechte Vibes und böse Gerüchte ausmacht. Ein schlichtendes Gespräch wirkt Wunder, weiß der "weiße Neger vom Hasenbergl" und glänzt auch als Diplomat. Top-Favorit!
Schlagerstar-Töchterchen Giulia Siegel ist von Beginn an voll da. Camp-Oma Ingrid van Bergen wird schon nach zwei Minuten attackiert und kurz darauf fließen rekordverdächtig früh die ersten Tränen, nur weil Papa Ralf Blumen geschickt hat. Außerdem macht sie beim Camp mit, um Grenzen auszutesten. Ein derartiger Motivationsgrund sollte per se schon skeptisch stimmen. Dann doch lieber ehrlich der Kohle wegen. Die Siegel wird zwar auch nach drei Geburten noch viele Männerstimmen kassieren, aber ihr Nervfaktor ist wahnsinnig hoch. Sie tanzt auf des Messers Schneide. Entweder kommt sie richtig weit oder fliegt richtig früh.
Ganz früh geht wohl Ex-"Glücksrad"-Moderator und Softpornodarsteller Peter Bond. Keiner wurde in der ersten Sendung dermaßen von RTL vernachlässigt wie der klamme Porno-Peter. Kaum Statements durfte er abgeben, stellte sich zudem beim Einquartieren im neuen Zuhause recht dämlich an. Ganz klar der Stoffel der Staffel, dem der ganze Dschungel schnell über den gegelten Kopf wachsen wird.
Die Quotentunte ist Lorielle London, die Frau mit Penis. Alles, was die Zuschauer am letzten Sieger Ross Antony gehasst oder geliebt haben, liefert ihnen der Transsexuelle doppelt und dreifach. Getunte, Geheule, Gepose. Eine unansehnliche Nervenprobe, wie sie schlimmer kaum sein kann. Entweder flieht der Ex-"DSDS"-Kandidat gemeinsam mit Bond aus dem Urwald, oder er flennt sich in die Dschungel-Ruhmeshalle zu Ross Antony, Désireé Nick und Costa Cordalis.
Ein ganz verbissener dagegen wird Nico Schwanz werden. Der blonde Thüringer, der aus unerfindlichen Gründen als Model Geld verdient und einmal sogar "Mr. Model of the World" war, will sich als harter Kerl präsentieren, das wird schnell klar. Doch der Schwanz hat keine Eier. Spätestens, wenn er zu Ratten in die Gruft muss, wird es ihm zu viel.
Wer bleibt noch? Die bis zur Entstellung operierte Ingrid van Bergen, die sich anschickt, als Dschungelhexe in die Geschichte des Camps einzugehen und daher früh nach Hause fahren wird. Der bis zur Konturlosigkeit nette Michael Meziani, die nichtssagenden "Mausi" Lugner und Norbert Schramm und Gundis Zámbó, die sich als Campmutter verdient machen könnte und schon am Tag 1 Lorielles Transentränen trocknete. Sie alle dürften keine große Zukunft im Dschungel haben.
Lorielle dagegen möglicherweise schon. Viel dürfte davon abhängen, wie sie/er sich heute am Thresen des All-inclusive-Camps schlägt. Dort gilt es, eine Prüfung zu absolvieren. Statt Schlammtauchen ist Trinken angesagt. Auf das RTL-Publikum ist Verlass: Es wählte die Tränen-Transe für die Cocktail-Prüfung. Schließlich gibt es "Penis Colada".
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Wie es Rainer Langhans und Gitta Saxx im Dschungelcamp 2011 ergeht, erfahren Sie hier.