Dschungelcamp, Tag 8: Auf das, was RTL seinen Wildnis-Campern gestern zumutete, war keines der Sternchen gefasst - Rechnen und Lesen. Dagegen war die Dschungelprüfung selbst für Peter Bond ein Klacks. Die Hälfte ist vorbei - Zeit also für den "Wer fliegt raus?"-Check. Von Ulrike Klode

Michael Meziani (l.) und Norbert Schramm sind am achten Tag im Camp auf Schatzsuche© RTL
Das Küken schlägt sich gut. Überraschend gut. Die Schon-Frau mit dem noch-männlichen Geschlechtsteil hat auch gestern Abend wieder gezeigt, was sie kann: Kleine, süße Ratten knuddeln, die sich ins Camp verirrt haben, und sie in ihrem ausladenden Dekolletee herumlaufen lassen. Geschlechtsumwandlungen detailliert erklären. Und bibbern, wenn es ums Ganze geht. Denn wie der Rest dachte auch Lorielle, dass bereits jetzt einer ausscheiden muss, Rechnen ist eben nicht unbedingt ihre Stärke. Und wie wurde sie auf die Folter gespannt! Als endlich ihr Name fiel, zitterte sie am ganzen Körper – völlig unnötig. Und als dann klar war, dass weder sie noch jemand anderes ausscheiden würde, flossen die Tränen. Da wurden Erinnerungen wach, an die fiesen, fiesen "Deutschland sucht den Superstar"-Zeiten, in denen sie damals noch als Lorenzo immer wieder bibbern musste. Die arme Kleine! Das kommt gut an und könnte die Autobahn zum Sieg sein. Schlecht allerdings ihr Vorsatz am Ende der Sendung: "Jetzt heul ich nie wieder. Das ist peinlich!" Ganz falsche Abzweigung, meine Liebe. So wirst Du nie der Spur des tapferen Drama-Königs Ross Anthony folgen können, der mit viel Gejammer, Gekreische und Gelächter Dschungel-King 2008 wurde. Prognose: Wenn Lorielle weiter hin und wieder etwas Drama ins Camp bringt und viel Busen zeigt, kommt sie ganz weit.
Was sie nicht umbringt, macht sie nur noch härter. Mit einem Dutzend Phobien und ganz vielen anderen Gebrechen im Gepäck ins Camp eingezogen, hat sie sich äußerst erfolgreich durch eklige Dschungelprüfungen durchgebissen und dem Bond gezeigt, wo die Sterne hängen. Das Publikum meinte es gut mit ihr - und nominierte sie gleich für drei Bewährungsproben. Augen zu, Phobien und Schmerzen vergessen, und durch. Sympathien wird sie nur wenige gewonnen haben, doch Respekt hat sie sich erarbeitet. Und dass sie nicht zu tough geworden ist, hat sie gestern Abend demonstriert: Beim traditionellen Briefe-Vorlesen aus der Heimat hat sie bei den Sätzen von ihren Kindern einen Heulkrampf bekommen. Prognose: Eine liebende Mutter, die ums Essen kämpfen kann - mit dieser Rolle wird sie sich noch ein paar Tage im Camp halten.
Eine Österreicherin unter lauter Deutschen. Schon rein sprachlich schwierig: "Wenn sie ihre Anordnungen gibt, dann verstehe ich sie nicht und so kann ich mich immer rausreden, sie nicht verstanden zu haben", mit dieser Begründung ernannte Ingrid van Bergen die berühmte Ex-Frau zur Teamchefin. Und auch Norbert Schramm durfte etwas dazu sagen: "Ich verstehe sie nicht. Sie spricht so schnell." Schwierig für die Macher der Sendung: Wie kann man einer Frau, der das Publikum nur schwer folgen kann, viel Sendezeit geben? Mausi wird machen können, was sie will - sie wird einfach immer raus geschnitten. Prognose: Sie fliegt sehr bald. Ein Verlust nur für den Moderatorenspaß. Dialoge zwischen Dirk Bach und Sonja Zietlow wie: "Die deutsche Geschichte bestätigt sich mit Teamchefin Mausi: Da gibt man die Führung in österreichische Hände und was kommt raus? Hunger, Armut und... ?" "Trümmerfrauen!" wird es nach ihrem Rausschmiss leider nicht mehr geben.
Ja, auch am gestrigen Abend waren die Bond-Festspiele großartig. Die Dschungelprüfung war so fies, wie es der Prahl-Agent verdient. Eintauchen in Fischschleim mit Kakerlaken, danach den schleimigen Kopf in Federn und Mehlwürmer gesteckt - und schon ist es fertig, das für Schadenfreude gemachte Bond-Gesicht. Doch das war längst nicht alles: Im "Dschungel-Fitness"-Parcours musste er sich noch mit Schlangen und Spinnen herum plagen, Fischabfälle auf sich regnen lassen und ein Protein-Shake mit Kakerlaken trinken. Geschieht jemanden Recht, der noch während der Prüfung den Mund zu voll nimmt und krakeelt: "Eins muss ich loswerden. Ganz ehrlich, wir hatten mit dem einen Stern von mir besseres Essen als mit Giulias zehn Sternen!" Schön auch, dass das köstliche Moderatorenpaar währenddessen bissige Kommentare in den freundlichsten Tönen flötete. Schade eigentlich, dass sich von nun an die Camp-Insassen untereinander für die Ekel-Aufgaben nominieren. Die Zuschauer hätten auch sicher weiterhin eifrig für Bond, Peter Bond angerufen. Ob sie für ihn per Telefon Geld ausgeben, damit er drin bleiben kann, ist bei so viel zu Schau gestellter Pseudo-Männlichkeit fraglich. Prognose: Er gehört nicht zu den Ersten, die gehen müssen. Aber auch nicht zu den Letzten. Und auf dem Weg nach Hause liegen noch einige Begegnungen mit unliebsamen Insekten. Denn Bond hat sich mit seinen Sprüchen auch unter seinen Zwangs-Kumpanen alles andere als beliebt gemacht.
Wer kennt ihn nicht, den großen deutschen Schauspieler? Nein, auch das Dschungelcamp wird diesem gut gebauten Kerl nicht dazu verhelfen, berühmt zu werden. Wie auch? Er scheint ja gar nicht schauspielern zu können. In seinen Jahren in der ARD-Vorabendserie "Marienhof" trat er genauso auf wie jetzt im Camp: Er redete auf die gleiche Weise, Gestik und Mimik waren auch identisch. Oder spielt er jetzt gerade die ganze Zeit eine große Rolle? Von ihm ist selten etwas mit zu bekommen. Man sieht ihn nur, wenn er zuhört. Und zwar immer den Frauen. Gestern Abend war es vor allem Ingrid van Bergen, die ihn zutextete. Vom niederträchtigen Menschen, der sich selbst zu Grunde richtet und vom Ende der Welt - so philosophisches Zeug halt, das nicht jeder versteht. Aber er hat brav zugehört. Zur Belohnung durfte er dann auch mal etwas machen: einen Schatz suchen. Gemeinsam mit Norbert Unscheinbar Schramm zog er los. Viel zu berichten gab es offenbar nicht, der Beitrag über das erfolgreiche Finden des Schatzes war denkbar kurz. Prognose: Er missfällt nicht. Gefällt aber auch nicht. Das hat wenige Anrufe und ein schnelles Ausscheiden zur Folge.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Nico Schwanz bei den Urwald-Mädels hip ist und Gundis Zámbó mit heißem Körperkontakt punktet...