Von ihm stammen die Fragen für Günther Jauchs "Wer wird Millionär". Im stern.de-Interview spricht Harald Valder über ahnungslose Kandidaten und den "Giftschrank" einer Quizshowproduktion.
Wir bemühen uns weiterhin, genauso so unterhaltsame Fragen für Günther Jauch zu finden. ein Nachfolger. Trotzdem ist Günter Schröder nicht zu ersetzen. Er war nicht nur Gründer sondern auch die Seele der Firma. Er hat den Stil der Fragen geprägt, den hier alle verinnerlicht haben. Wenn man so will, steckt auch weiterhin in jeder Frage ein Stück von ihm.
Natürlich, das kann schon mal vorkommen. (lacht). Ich bin aber weit davon entfernt, die Kandidaten zu verurteilen. Bei der Arbeit bin ich ja selbst erstaunt, was ich nach all den Jahren noch nicht weiß. Gerade bei Sprichwörtern habe ich so meine Probleme.
Wir treffen uns einmal in der Woche zu einer großen Redaktionskonferenz, bei der jeder seine Fragen und Antworten vorliest. Das ist ein guter Gradmesser für Humor: Wenn man sich selbst ausschüttet vor Lachen über die eigenen Texte, aber sämtliche Kollegen in der Runde bitterernst bis betroffen dreinschauen, sollte man die Frage vielleicht noch einmal überdenken.
Das schwankt stark, irgendwo zwischen 57 Sekunden und einer Dreiviertelstunde. Manche Fragen sind einfach gut, über andere hat man irgendwann auch keine Lust mehr zu reden. Bis zur Abgabe an die Produktionsfirma Endemol dauert es aber ohnehin: Fragen und Antworten werden lektoriert, auf Richtigkeit geprüft und mit unserer Datenbank aus über 80.000 Einträgen abgeglichen, ob es ein vergleichbares Thema schon einmal gegeben hat. Ich schätze, dass von den 200 Fragen, die wir pro Woche diskutieren, etwa 30 bis 40 Prozent in die Sendung kommen.
Das kommt darauf an: In den unteren Geldbereichen sollte sie vor allem lustig sein. Später geht es dann eher darum, Informationen zu vermitteln. Eine wirklich gute Frage macht neugierig, animiert zum Mitraten und bringt die Zuschauer im besten Fall dazu, das Internet anzuwerfen, oder ein Buch in die Hand zu nehmen.
Das testen wir an unseren Mitarbeitern. Jeder gibt seine ehrliche Einschätzung, ob er die Antwort gewusst hätte oder nicht. Natürlich liegen wir auch mal daneben. Etwa wenn bei einer einfachen 2000-Euro-Frage ein Publikumsjoker genommen wird – und die Zahl der richtigen Antworten irgendwo bei 50- bis 60 Prozent liegt.
Die finde ich überall im Alltag, beim Autofahren, in der S-Bahn, abends bei einem Glas Rotwein. Ein Mitarbeiter von uns war mal vor gut zehn Jahren in einen Bäckerladen gegangen und sah da ein opulent belegtes Brötchen mit einem Loch drin. Die waren damals noch neu in Deutschland und so entstand die seinerzeit die Frage: Was ist eigentlich ein Bagel?
Oh ja, die gibt es, dafür haben wir einen eigenen "Giftschrank". Meist sind das Fragen, die zwar fürchterlich lustig, aber eben nicht politisch korrekt sind. Die dürfen natürlich nicht ins Fernsehen und natürlich auch nicht in einem Magazin abgedruckt werden. Vielleichte wären die mal was für ein Bad Taste Quiz…
Ja, sogar recht viele, zum Beispiel die hier:
Zu viel Aufregung bringt womöglich den ...?
A: Mari huana
B: Koka in
C: Alko hol
D: Opi um
"Wer wird Millionär" läuft wieder ab dem 31. August um 20.15 Uhr auf RTL.