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"Verdammte Schei*e" - Böhmermann startet neue Frauenbewegung

Jan Böhmermann hat diesmal eine Mitarbeiterin ins Rampenlicht gestellt: Giulia Becker sang ein Lied über ihre Scheide - und startet damit eine neue Bewegung.

Im "Neo Magazin Royale" sang Giulia Becker "Verdammte Schei*e"

"Verdammte Schei*e": Giulia Becker singt im "Neo Magazin Royale" über ihre Rolle als Frau in der Comedy-Szene.

Musiknummern haben eine lange Tradition im "Neo Magazin Royale". Doch bislang hat es sich Jan Böhmermann nicht nehmen lassen, selbst zu performen. So entstanden Kult-Hits wie "Ich hab Polizei", "Baby Got Laugengebäck", "V for Varoufakis" oder "Grab US by the Pussy". Doch nun hat der Bremer einer Mitarbeiterin den Vortritt gelassen: Giulia Becker ist Autorin in Böhmermanns Team und als "Schwester Ewald" eine kleine Twitter-Berühmtheit. Auch im "Neo Magazin Royale" war sie ein paar Mal in kleineren Rollen zu sehen. Doch mit ihrem am Donnerstagabend gesendeten Auftritt trat die Komikerin erstmals allein ins Rampenlicht.

"Verdammte Schei*e" heißt der Song, mit dem sie ihre Stellung als Frau in der Comedy-Branche thematisiert. Wie man das von einer Satire-Sendung erwarten darf, ironisch gebrochen: Der Videoclip zeigt zunächst Szenen aus dem Redaktionsalltag: Als einzige Frau im Böhmermann-Team hat es Giulia schwer. Sie wird nicht ernst genommen, ist isoliert - und hinter ihrem Rücken machen die Kollegen sexistische Witze. Woran liegt das, fragt sie sich. "Ich hab eine Scheide - es liegt an meiner Scheide. Es ist egal wie viel ich leide, Schuld ist meine Scheide." Dann zählt sie alles auf, was ihr im Leben wegen ihres Frauseins verwehrt bleibt: das Maschinenbau-Studium, der Stadionbesuch im Ultra-Block und vieles mehr. 

Jan Böhmermann muss zurückstecken

Das Video macht sich den visuellen Spaß, alle möglichen Gegenstände zu zeigen, die auch nur entfernt an eine Scheide erinnern: eine aufgeklappte Laptop-Tasche, ein Brötchen, eine aufgeschnittene Honigmelone oder ein geöffneter Geldbeutel. 

Um etwas gegen die Benachteiligung zu unternehmen, versammelt Giulia Becker schließlich zahlreiche Frauen für einen Protestmarsch durch Köln: "Wenn ihr mit mir seid, dann schwingt jetzt eure Scheide", singt sie - und zahllose Frauen schließen sich an. Prominente wie Ina Müller, Hazel Brugger, Nora Tschirner, Olivia Jones und Katrin Bauerfeind solidarisieren sich mit der Sängerin und formen ihre Hände zu einer Scheide - dem neuen Symbol der Frauenbewegung, das tatsächlich ein wenig an die Merkel-Raute erinnert.

hat vielleicht Polizei. Seine Mitarbeiterin Giulia Becker hat etwas viel Mächtigeres: eine Scheide.


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