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Was geschah in der Nacht zu Dienstag wirklich?

Noch immer ist nicht klar, ob eine Anruferin in der Sendung "Domian" von ihrem Freund verprügelt wurde, oder ob sie etwas vorgespielt hat. Die Polizei prüft den Vorfall.

Jürgen Domian

Radio-Talker Jürgen Domian: Noch immer ist nicht ganz klar, ob er von einer Anruferin geleimt wurde.

Die Zuhörer der Radio-Talkshow "Domian" sind es gewohnt, schlimme Geschichten zu nachtschlafender Zeit serviert zu bekommen. Doch ein Anruf, den Jürgen Domian in der Nacht zum Dienstag entgegennahm, verstörte nachhaltig. Eine junge Frau hatte berichtet, dass sie von ihrem Partner regelmäßig geschlagen wird. Noch während sie über Details ihrer Beziehung sprach, war übers Radio zu hören, wie ein Mann das Zimmer der Anruferin betrat. Dann vernahm man das Geräusch eines Schlages und die Frau schrie. Mitarbeiter der Sendung schalteten daraufhin die Polizei ein.

Was danach geschah, ist schwer zu rekonstruieren. Es gibt verschiedene Versionen, die nicht in jedem Punkt deckungsgleich sind. Da ist zum einen die Darstellung von Jürgen Domian. Der Moderator der Sendung schrieb auf seiner Facebook-Seite:
"Gestern Abend haben wir vor der Sendung mit der zuständigen Polizeidienststelle telefoniert. Noch in der Nacht nach der Sendung hat die Polizei das Paar ausfindig gemacht und aufgesucht. Sie trafen zwei junge Leute an, alle in der Sendung gemachten Eckdaten, wie Alter, familiäre Herkunft usw. stimmten. Allerdings stritten die beiden ab, dass es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sei. Obwohl der Haushalt wegen genau solcher Delikte in der Vergangenheit schon auffällig geworden war."

"Bild"-Bericht widerspricht Jürgen Domian

Dem entgegen steht ein Bericht der "Bild"-Zeitung, die mit der mutmaßlichen Anruferin gesprochen hat. Der "Bild" sagte die 23 Jahre alte Christina aus Castrop-Rauxel: "Ich bin wirklich nie verprügelt worden, habe momentan keinen festen Freund. Es tut mir so unendlich leid, dass sich so viele Menschen Sorgen gemacht haben. Ich möchte mich dafür bei allen entschuldigen."

Ein Sprecher der Polizei in Recklinghausen bestätigte dem stern, dass die Polizei die junge Frau in der Nacht angetroffen, dabei jedoch keine Hinweise auf häusliche Gewalt erhalten habe. Das bestätigt den "Bild"-Bericht, aber genau das hat auch Domian geschrieben. Dessen Aussage, es habe in dem Haushalt der Frau zuvor bereits Gewaltdelikte gegeben, wollte der Sprecher weder bestätigen noch dementieren. 

Durch den Bericht der "Bild" ist nun aber eine neue Situation entstanden: Wenn die 23-Jährige die Geschichte tatsächlich erfunden hat, dann hat sie sich möglicherweise der Vortäuschung einer Straftat schuldig gemacht. Aus diesem Grund geht die Polizei dem Fall auch weiterhin nach. Durch ihre Redseligkeit der "Bild"-Zeitung gegenüber hat sich die Frau offenbar selbst in Schlamassel gebracht.

Doch noch ist nicht auszuschließen, dass es anders kommt: Möglicherweise bringt die Polizeiuntersuchung ans Licht, dass es tatsächlich einen gewaltsamen Vorfall gegeben hat. Dann hätte Jürgen Domian doch Recht gehabt.

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