Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Monika Piel bleibt WDR-Intendantin

Harald Schmidt ging weg, Thomas Gottschalk kam und floppte: Für ihre Arbeit an der ARD-Spitze wurde Monika Piel oft kritisiert. Trotzdem wurde sie als WDR-Intendantin wiedergewählt. Gegenkandidaten gab es nicht. Politiker prangern "Hinterzimmerabsprachen" an.

  Die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, Monika Piel, ist für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden

Die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, Monika Piel, ist für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden

Als mächtigste Frau der ARD musste sich Monika Piel zuletzt viel Kritik anhören. Zum Beispiel wegen der Quotenpleite von Thomas Gottschalk. Oder dem Streit mit den Zeitungsverlegern um die "Tagesschau"-App, den sie nicht beilegen konnte. Kritiker werfen der ARD-Vorsitzenden außerdem vor, den Widerstand gegen die Reform der Kulturwelle WDR3 unterschätzt zu haben. Ein Offener Prief an Piel, der die geplante Reform "katastrophal" nennt, wurde von 19.000 Menschen unterzeichnet.

Bei der Wiederwahl zur WDR-Intendantin konnte ihr all das jedoch nichts anhaben. Monika Piel ist bis 2019 als Intendantin des Westdeutschen Rundfunks bestätigt worden. Der Rundfunkrat sprach sich am Mittwoch in Köln mit 34 Ja-Stimmen bei sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für eine zweite Amtszeit der 61-Jährigen aus. Obwohl Piel durchaus umstritten ist, gab es keinen Gegenkandidaten. Piel ist seit April 2007 Intendantin der größten ARD-Anstalt. Ihr derzeitiger Vertrag läuft noch zehn Monate. Die zweite Amtszeit dauert bis zum 31. März 2019 - dann wäre sie fast 68.

"Eklatante Fehler in der WDR-Chefetage"

Die FDP und die Piratenpartei kritisierten das Verfahren ohne Gegenkandidaten. "Der Intendantenposten der größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt darf nicht unter der Hand vergeben werden", teilte der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen mit. "Ohne Ausschreibungsverfahren die bisherige Intendantin im Amt zu bestätigen, erweckt den Eindruck von Hinterzimmerabsprachen." Die Piratenpartei NRW prangerte "unhaltbare Zustände" an. Sie verwies auf "eklatante Fehler in der WDR-Chefetage, die durch Frau Piel zu verantworten" seien.

Die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi hatte der Nachrichtenagentur DPA kürzlich zu Piel gesagt, natürlich sei nicht jeder mit allem zufrieden, was sie gemacht habe, das könne aber auch kaum anders sein. Insgesamt beurteile der Rundfunkrat Piels Arbeit positiv. Hieronymi nannte unter anderem die "Schärfung des öffentlich-rechtlichen Profils" etwa durch mehr Sondersendungen zu aktuellen Themen und die Bemühungen um mehr jüngere Hörer und Zuschauer.

Piel arbeitet seit mehr als 30 Jahren für den WDR. 1978 fing sie als Redaktionsassistentin im Hörfunk an, wurde später Redakteurin, Moderatorin, Parlamentskorrespondentin, Wirtschaftschefin und Hörfunkdirektorin. Von 2001 bis 2007 moderierte sie den ARD-Presseclub.

kmi/DPA/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools