Startseite

Und retten kann uns nur Heinz Schenk

Horst Seehofer und sein Seitensprung? Doping bei der Tour de France? Ganz nette Aufreger, ja. Aber warum produziert das Fernsehen heute keine Skandale mehr? Eine kleine Chronik von stern-Redakteur Alexander Kühn.

Ein fetter, die Republik nachhaltig erschütternder Skandal - ach, wäre das schön! Tour de France vorbei: Doping vergessen. Horst Seehofer, seine Geliebte und das gemeinsame Baby: Wird nach den Bayernwahlen auch keiner mehr von sprechen. Und was kommt dann? Früher, da war es das Fernsehen, das uns Skandale bescherte, aber was für welche!

"Vaterlandsverräter" und durchsichtige Blusen

1962, als die Republik vor Durbridges "Halstuch"-Krimi erzitterte, und der Kabarettist Wolfgang Neuss in einer Zeitungs-Annonce den Namen des Mörders preisgab - da legte sich den Bürgern an ihren Nierentischen schier der Käsewürfel im Hals quer. Wozu hatte man das Land denn aus den Trümmern wieder aufgebaut? Der Kerl soll erst mal arbeiten gehen. Früher hätte es das nicht gegeben. Hitler haben wir immerhin die Autobahn zu verdanken. Und "Bild" schimpfte Neuss einen "Vaterlandsverräter".

1967, als rauskam, dass der gleichermaßen beliebte wie beleibte Showmaster Lou van Burg was mit seiner Assistentin hatte, und das als verheirateter Mann. Und dann war die Dame auch noch schwanger. Da ließ ZDF-Intendant Karl Holzamer, Professor der Philosophie, den dicken Holländer aus dem Programm entfernen mit den Worten: "Die Visitenkarte des ZDF wurde beschmutzt. Sie muss und soll sauber bleiben."

Oder die Kandidatin mit der durchsichtigen Bluse, bei Dietmar Schönherrs "Wünsch dir was", 1970, und das am Samstagabend! Oder in dessen Talkshow "Je später der Abend", 1974, der Flirt der großen Romy Schneider mit dem Schauspieler Burkhard Driest. Ein Bankraub hatte ihn in den Knast gebracht, und sie, was tat sie? Legte ihre Hand auf seinen Arm und hauchte: "Sie gefallen mir." Unsere Sissi! Wenn das der Kaiser wüsste!

Zu den größten Skandalfabrikanten gehörte die "NDR-Talkshow": Wie Klaus Kinski 1985 der gastgebenden Alida Gundlach erklärte, sie rede nur Müll, habe aber einen tollen Po; und Hans-Joachim Kulenkampff 1989 sagte, CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sei "schlimmer als Goebbels", und zwei Wochen darauf noch einmal eingeladen wurde, gemeinsam mit Geißler, und sich entschuldigen musste. Und noch 1991, als der Regisseur Rosa von Praunheim auf dem heißen Stuhl von RTL plus das Schwulsein von Alfred Biolek und Hape Kerkeling öffentlich machte, lief die Republik vor Scham pink an!

Heute kann uns nichts mehr schocken

Und heute? Was vermag uns heute noch zu schocken, im angebrochenen dritten Jahrtausend? Heino ohne Brille und Perücke? Karl Moik, bekennend, er habe nur deshalb ein Vierteljahrhundert lang den "Stadl" präsentiert, um seinen eigenen masochistischen Trieb zu befriedigen? Kerner, der im einfühlsamen Dialog mit sich selbst zugäbe, dass ihn die schicksalsschweren Geschichten seiner Gäste in Wahrheit stets einen Dreck interessiert hätten? Jürgen Fliege, nackt auf dem Tisch tanzend und dabei brüllend: "Ich bin der Anti-Christ"? Dieter Bohlen, uns mitteilend, er habe in seinem Leben nur mit einem Menschen wirklich guten Sex gehabt, und der heiße Thomas Anders? All das ließe im besten Falle den Vatti gelangweilt zu der neben ihm auf der Couch häkelnden Mutti blicken und murmeln: "Hast du das gewusst?" - "Nö." Synchrones Achselzucken, Thema beendet.

Nachtfüllende Titten, wohin man zappt

Was uns auf die Fragen stößt: Sind wir moralisch abgestumpft, derart verkommen, dass uns nichts mehr erschüttert? Haben wir den Glauben an das Gute verloren? Gemach. Die Schuld liegt nicht bei uns. Es ist das Fernsehen selbst, das uns schrittweise um seine Skandale betrogen hat. Weil es heute großteils aus Skandalen besteht. Weil es die Regelverletzung zur Regel erhoben hat. Kandidaten in Containern, im Dschungel, auf der Alm. Hartz-IV-Empfänger, die gegen einen kleinen Obolus in Anwesenheit eines Richters einander anbrüllen. Nachtfüllende Titten, wohin man zappt.

Das Heil liegt im Rückschritt: Das Fernsehen muss wieder bieder werden. Wir fordern: samstägliche Übertragungen aus den Theater von Ohnsorg und Millowitsch! Eine Samstagabendshow mit dem großen greisen Heinz Schenk! Vielleicht - auch darüber wäre nachzudenken - sogar die Rückkehr zum Schwarzweißfernsehen. Die Adenauerzeit als gefühlter Normalzustand. Auf dass wir Peinlichkeiten und Ausfälle wieder zu würdigen wissen.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools