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Tom Hanks böse Kritik an "Wetten, dass..?"

Tom Hanks ist sich sicher: In den USA wäre "Wetten, dass..?" längst abgesetzt worden. Die gnadenlose Kritik des Hollywoodstars an Markus Lanz' Verständnis von Samstagabendunterhaltung.

Von Katharina Miklis

  • Katharina Miklis

Am Samstagabend auf Markus Lanz' Wettcouch zeigte er noch vergnügt Bilder von seinem Ausflug nach Eisenhüttenstadt. Sogar seine Fingernägel ließ er sich für eine Wette lackieren. Doch wer genau hinsah konnte erkennen, dass Tom Hanks sich bei "Wetten, dass..?" im ZDF wie im falschen Film fühlte. "Darf ich hier auch etwas über meine Nachbarn erzählen, so etwas Klatsch und Tratsch, die hören nachts immer so laut Musik...". Lanz wusste im ersten Moment gar nicht, wie er auf diese auf die Spitze getriebene Belanglosigkeit in seiner Show reagieren sollte.

Tom Hanks ist ein Profi, nachweislich einer der besten Schauspieler der Welt. Das Lächeln, das am Samstagabend bei Hollywood-Kollegin Halle Berry aufgesetzt wirkte, verursachte Hanks keine Probleme. Brav ließ er sich bei den seltsamen Wetten einspannen, reichte Zahnarztbohrer oder setzte sich bei der Jojo-Wette an den gedeckten Tisch. Nur sein Stirnrunzeln ließ an manchen Stellen Hanks Fassungslosigkeit über die Fernsehunterhaltung made in Germany erahnen.

Am nächsten Tag sprach er dann aus, was mancher Zuschauer bereits vermutet hatte: Für ihn waren es quälende Stunden auf dem ZDF-Sofa. Nach seinem Auftritt bei "Wetten, dass..?" zog er gnadenlos über die Samstagabendshow her. Einem Berliner Radiosender sagte er am Sonntag, noch nie zuvor habe er sich gewünscht, dass etwas schneller vorbei gehe als der US-Wahlkampf.

Das alte Problem mit den Hollywoodstars

An einer Stelle der am Samstagabend ausgestrahlten ZDF-Sendung habe er "mit einer Katzenmütze auf dem Kopf" dagestanden und "zugeguckt, wie der Moderator in einem Sack um mich rumhüpft", sagte Hanks. "Wenn das nicht Hochqualitätsfernsehen ist", fügte er ironisch hinzu. In den USA wäre jeder Verantwortliche einer solchen vierstündigen Fernsehshow "am nächsten Tag gefeuert" worden. Der "Bild"-Zeitung sagte Hanks, er habe sich knapp drei Stunden lang gewünscht, jemand würde ihn aus der Sendung herausholen. "Ich weiß gar nicht genau, was wir da gemacht haben", wird Hanks zitiert.

Es ist das alte Problem mit den Hollywoodstars: Schon unter Thomas Gottschalks Führung wussten sie nichts mit der Show anzufangen, deren Vergangenheit und Zukunft, Quotenverlauf und Personalien Fernsehdeutschland in Atem hält. Nur dass sie bei Gottschalk immer früh genug die Bühne des Grauens verlassen durften. Weil der Flieger wartete. Oder die Nanny mit den Kindern im Hotel. Termine, Termine ... Bei Lanz gilt der Superpromi-Bonus nicht mehr. Bis zum Schluss - also über drei Stunden lang - mussten Hanks und Berry auf dem Sofa ausharren.

Auch Halle Berry übte Kritik an der Samstagabendshow. Sie habe gar nicht mitbekommen, worum es überhaupt gehe, sagte sie der "Bild". "Ich war komplett 'Lost in Translation'. Mein Ohrstecker war plötzlich weg." Es liegt auch an der Gästepolitik von "Wetten, dass..?", dass sich die Hollywoodstars in der Show verloren fühlen. Der Eindruck, dass sie nur in der Sendung auftreten, um einen Film zu promoten, konnte auch unter Lanz' Leitung nicht behoben werden.

Ob diese Star-Kritik an Markus Lanz abperlt? Immerhin hat der Moderator mit seiner zweiten "Wetten, dass..?"-Show an den Quotenerfolg seiner ersten Sendung angeknüpft. 10,74 Millionen Zuschauer verfolgten am Samstag die ZDF-Show aus Bremen. Damit hängte Lanz auch "Das Supertalent" auf RTL mit seinem Vorgänger Thomas Gottschalk, Michelle Hunziker und Dieter Bohlen weit ab.

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