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TV-Kritik

"Füße sind beim Tanzen wichtig"

Let's Dance geht in die nächste Runde. stern-Stimme Marie von den Benken hat die Sendung für Sie gesehen - und fragt sich, wer eigentlich diese sogenannten "Promis" kennt.

Von Marie von den Benken

Lets Dance erste Sendung

Die Profitänzer eröffneten mit der Swing-Nummer "It don't mean a thing".

Ja, ihr seht richtig. Ich bin es schon wieder. Als offizielle stern-Expertin für TV-Formate, in denen es eine Jury gibt, widme ich mich jetzt jeden Samstag dem RTL-Erfolgsformat "Let's Dance". RTL hat sich Mühe gegeben und wieder 14 ehemals prominente Amateurtänzer gefunden, die selbst bei Abonnenten der Neuen Revue nur mit viel Wohlwollen noch als "Stars" durchgehen würden. Und so kann es wieder losgehen in Deutschlands populärster Tanzschule: Jeden Freitagabend treffen sie sich ab jetzt, um sich von Daniel Hartwich und Sylvie Meis zum offiziellen Casting für das Dschungelcamp 2017 einladen und von der Jury um "Let's Dance"-Ikone Joachim Llambi und seine Jurykollegen Motsi Mabuse und Jorge González bewerten zu lassen.

14 Tänze für ein Halleluja

Dieses Jahr sind dabei: Nastassja Kinski, Sarah Lombardi, Michael Wendler, Niels Ruf, Thomas Häßler, Alessandra Meyer-Wölden, Attila Hildmann, Sonja Kirchberger, Jana Pallaske, Ulli Potofski, Julius Brink, Franziska Traub, Eric Stehfest und Victoria Swarovski. Mal unter uns – wen von diesen Prominenten kennt man? Okay, Alessandra Meyer-Wölden natürlich. Wenn ich mich richtig erinnere, ist sie bekannt dafür, mal mit Boris Becker verlobt gewesen zu sein, ohne dass er davon etwas wusste. Und Niels Ruf. Sein Bekanntheitsfaktor: War mal mit Anke Engelke im Bett. Jana Pallaske ist vor ein paar Jahren versehentlich in einem Quentin Tarantino Film ins Bild gelaufen und gilt seither als international erfolgreiche Schauspielerin. Aktuell hält sie sich die meiste Zeit für die weibliche Version eines Jedis. Statt eines Lichtschwerts hat sie allerdings einen Hoolahoop-Reifen dabei. Das macht in etwa so viel Sinn, als würde ich mich für einen weiblichen James Bond halten und deswegen immer ein Quietsche-Entchen mit mir rumtragen.

Neue Staffel "Let's Dance": Diese Kandidaten schwofen übers Parkett
Sonja Kirchberger, Ilia Russo

Sonja Kirchberger

Die Erwartungen an Schauspielerin Sonja Kirchberger sind hoch. Immerhin absolvierte die Österreicherin eine Ausbildung in Klassischem Tanz und gehörte vier Jahre zum Ballett-Ensemble der Wiener Oper. 1988 wurde sie mit dem Film "Die Venusfalle" bekannt und galt fortan als Sexsymbol. Dreimal ließ sich Kirchberger für den "Playboy" ablichten - zuletzt 2014, kurz vor ihrem 50. Geburtstag. "Es ist für mich ein Geschenk, da mitzumachen", sagte Kirchberger der "Gala" über ihre Teilnahme bei "Lets' Dance". Tanzpartner der Schauspielerin ist Ilia Russo, der das erste Mal an der Show teilnimmt.


Vegan for Dance

Darüber hinaus im Ensemble der Tanz-Ahnungslosen: Der Wendler. Der König der Schlagerclubs am Ballermann. Bekannt natürlich auch: Gemüse-Guru Attila Hildmann, der sich neben völlig tierfreier Ernährung neuerdings auch sehr für völlig intelligenzfreie Politik interessiert und auf Facebook mit Thesen überrascht, die jedem AfD-Wahlprogramm Ehre machen würde. Der Vorteil von "Let's Dance" ist in diesem Zusammenhang übrigens: Anders als bei Facebook können die Zuschauer Attila Hildmann hier rauswählen. Das könnte schneller passieren, als Attila "Sojabohne" sagen kann, denn der erste Porsche fahrende Gesundheitsexperte der Welt tanzt in Folge 1 etwa so euphorisiert, wie Metzgermeister-Sohn Stefan Raab beim Grillen eines Tofusteaks.

Venusfalle vs. Pornostar

Komplettiert wird das Feld der noch irgendwie bekannten Teilnehmer mit der Ü50-Abteilung aus Nastassja Kinski, Sonja Kirchberger und Ulli Potofski. Der nominierte Kandidatenkader ist also durchaus hochkarätig besetzt, einige Fragezeichen bleiben dennoch: Wer zum Beispiel sind Franziska Traub, Victoria Swarovski oder Julius Brink? Und Eric Stehfest? Ich hoffe inständig, ein Mann mit diesem Nachnamen verdient seine Brötchen als Pornodarsteller. Dadurch bekämen auch Jury-Ratschläge wie: "Du musst die Latte wirklich höher legen!“ eine ganz neue Bedeutung.

Um das Ambiente für dieses Tanzevent der Extraklasse für die Kandidaten und ihre Profipartner so glamourös wie möglich zu halten, ist das Studio zurechtgemacht, wie für einen Abiball in der Gesamtschule Grevenbroich: Blaupinke Schummerbeleuchtung, für die jeder Manager eines Hinterzimmerpuffs auf der Reeperbahn lebenslanges Berufsverbot bekommen würde. Apropos Berufsverbot: Gibt es einen Unterschied zwischen den Gags und der Frisur von Moderator Daniel Hartwich? Nein. Beide sitzen nicht.

Begleitet von philosophischen Jury-Ratschlägen á la "Füße sind beim Tanzen wichtig", wagen sich dann aber endlich die 14 Paare aufs Tanzparkett. Verblüffend grandiose Auftritte liefern Hobby-Jedi Jana und Pornostar Eric. Auch die Bling-Bling-Girls (Schmuckdynastie-Sprössling Victoria und Schmuckdesignerin Alessandra) tanzen sich nach vorne. Dahinter folgen eine Menge Performances, die sich irgendwo zwischen "Gar nicht schlecht“, "Ausbaufähig“ und "Katastrophe“ abspielen. Zwischenzeitlich denkt man noch, der muskulöse Oberkörper vom Wendler hätte sein Glitzerhemd gesprengt, aber es ist nur ein Showeffekt: Es regnet glitzerndes Konfetti. Herzlich Willkommen im RTL-Showpalast.

240 Minuten Cha Cha Cha

14 Tanzrunden, 14 Promi-Vorstellungsrunden und fast vier Stunden Liveshow machen natürlich müde. Für Couch-Wegpenner hat RTL Jorge González in die Jury gemogelt. Der Tanzexperte haut zielsicher exakt in dem Moment, wenn versehentlich kurz die Augen zufallen, ein "Duh biss hirre kekomme su danze lännä unn mia had säh gutt gefählt deine secksi Muffs, Batt Boi“ raus und zack - man ist wieder hellwach. Was war das? Schwedisch? Serbokroatisch? Gibt es Untertitel? Egal, wer schon bei Germany's Next Topmodel auf High Heels, die höher sind als Sylvie Meis, Catwalk-Trainer war, der kann auch 14 Semipromis durch die neue "Let's Dance"-Staffel peitschen. Catwalk oder Dancefloor? Egal, Hauptsache Chicas.

Zu Recht müssen am Ende die tänzerischen Leichtgewichte Wendler, Potofski und Ruf zittern. Nach Punktevergabe der Jury und Zuschauervoting trifft es Ulli Potofski.. Er ist Gott sei Dank in Gelsenkirchen geboren, Zeit seines Lebens Schalke-04-Fan und insofern an sportliche Wettbewerbe ohne jegliche Erfolgsaussichten gewöhnt.

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben

Die meisten Wetten werden für diese Staffel übrigens nicht auf mögliche Gewinner abgegeben, sondern darauf, wen Profitänzer und Trainer Massimo Sinató dieses Jahr direkt vom Tanzparkett wegheiratet. Vor einigen Jahren erwischte es die GNTM-Zweitplatzierte Rebecca Mir. Er wurde ihr Tangopartner und ließ sich kurz danach (wochenlanges mediales Versteckspiel inklusive) von seiner Frau scheiden. Es folgte ein über die Boulevardmedien ausgetragener Rosenkrieg und eine Hochzeit der Tanz-Turteltäubchen Rebecca und Massimo.

Wenn die Geschichte sich wiederholt, heißt die nächste Frau Sinató bald Jana – immerhin legen Jana und Massimo zusammen eine der bemerkenswertesten Tanzeinlagen der ersten Folge hin und punkten auch zwischenmenschlich. Dabei zeigt Jana viel Bein und Massimo viel Brust, was sich die meisten männlichen Zuschauer vermutlich andersrum gewünscht hätten. Man spürt: Da verstehen sich zwei sehr gut, die sich von Berufs wegen in den kommenden Wochen täglich mehrere Stunden aneinander reiben und an etlichen Stellen des Körpers anfassen müssen. Was wohl Rebecca Mir dazu sagt? Um jeglichen Spekulationen bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen, postet sie kurz vor dem Auftritt ihres Ehemannes auf Instagram ein Foto von ihm und Jana Pallaske und beteuert, dass alle Daumen gedrückt sind. Wie das wohl weitergeht?

Daumen sind gedrückt🤗 Let's Dance..Let's Rock 💪👯👍 #bestteam

Ein von Rebecca Mir (@rebeccamir) gepostetes Foto am

Ihr habt aber Glück: Um hautnah dabei zu sein, was aus Rebecca, Jana und Massimo wird, müsst ihr keine einschlägigen Revolverblättchen konsultieren. Ich bleibe für euch dran! Versprochen!

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