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26. Juni 2011, 16:05 Uhr

Mit Babybauch in Brandenburg

Maria Simon gehört zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, die ihren Filmen ganz ungekünstelt ein Geheimnis verleihen können. Umso überraschender, wenn einem die neue "Polizeiruf 110"-Kommissarin im Gespräch als flüchtiges Schwebewesen begegnet.

Polizeiruf 110, Maria Simon, Brandenburg, Krause

Ermittelt ab sofort im Brandenburger "Polizeiruf": Maria Simon© DPA

Zum Einstieg setzt es eine nicht angekündigte Schauspieleinlage. Nach abgelehntem Händedruck zur Begrüßung - eine deutsche Unart, wie man hört - bewundert und tätschelt Maria Simon ein Hündchen unter dem Tisch. Als man schon dem Besitzer hinterherrennen will, der das Tier im Interviewraum vergessen hat, entlarvt die Schauspielerin das Kurzstück als einen ihrer Ausflüge in assoziative Parallelwelten. Der Hund existierte nur zur Demonstration verletzter Hygieneregeln. Dass man dem Ganzen aufgesessen ist, sagt jedoch viel über Maria Simon aus: als Schauspielerin versteht sich die 35-Jährige auf eine eindringlich überzeugende Präsenz. Im Reden über ihre Arbeit zeigt sich die bald vierfache Mutter jedoch als seltsames Schwebewesen - irgendwo zwischen Hippie-Romantik und Kommunikationsverweigerung.

Maria Simon ist schwanger - was allein keine Sensation ist. Für die 35-jährige Schauspielerin, die gerne mit Berliner Schnauze spricht, ist es jedoch schon das vierte Kind. Eine erstaunliche Fruchtbarkeitsquote für eine viel beschäftige deutsche Actrice, die mit ihrem Mann Bernd Michael Lade ein eher bodenständiges Leben in Berlin-Pankow pflegt und nicht über ein Heer von Nannys gebietet.

Zwei Söhne mit Bernd Michael Lade

Die Gleichung 'Kind gleich Karrierekiller' gilt für die neue "Polizeiruf 110"-Kommissarin also nicht? "Es geht doch letztlich darum, was man selbst spürt und was einem wichtig ist", sagt sie. "Familie und Kinder machen uns glücklich. Dadurch können wir auch ganz anders und professionell diesen Beruf ausüben. Natürlich ist das bei uns immer etwas chaotisch, aber so wachsen die Kinder eben auf. Da ist es normal, wenn Mutter oder Vater eben mal eine Weile weg sind."

Maria Simon wurde bereits 1998 als Schauspielstudentin Mutter eines Sohnes. Der Vater: Kommilitone Devid Striesow. Zwei weitere Söhne aus der Beziehung mit Bernd Michael Lade wurden 2005 und 2007 geboren. Für Schlagzeilen sorgte ein Interview Maria Simons mit der "Bild"-Zeitung vor einigen Monaten, das die Überschrift "Neue Polizeiruf-Rolle rettet ihre Familie" trug. Darin weist die Schauspielerin branchenunüblich offen darauf hin, dass sie und ihr Mann finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet leben.

"Von einem Film im Jahr kann ein Schauspieler nicht leben"

"Ich fand es wichtig, da mal Stellung zu beziehen. Mein Mann hat seinen Job beim 'Tatort' verloren. Der 'Tatort' wird immer wiederholt. Die Leute denken, da kriegt man Kohle - aber Pustekuchen. Von einem Film im Jahr kann ein Schauspieler nicht leben. Und beim Arbeitsamt fällt man durch, weil man als selbstständiger Filmschaffender in zwei Jahren 365 Tage versichert gewesen sein muss, um Arbeitslosengeld zu bekommen. Das schafft kein Mensch."

Immerhin - anderthalb Filme pro Jahr hat Familie Simon-Lade nun schon mal sicher. Als neue "Polizeiruf"-Kommissarin wird Maria Simon drei Filme in zwei Jahren drehen - so der Plan des produzierenden Senders RBB. In der Auftaktfolge lernt man Maria Simon als junge Kommissarin Olga Lenski kennen. Olga - so wie der Name von Maria Simons Mutter, die aus Kasachstan stammt. Vater Simon lernte sie während seines Mathematikstudiums in Leningrad kennen.

Mitgeredet hat Maria Simon bei der Entwicklung ihrer Ermittlerin schon, sagt sie - auch wenn sich ihre Wünsche für die Figur vor allem auf das Bewahren von Geheimnissen bezogen: "Ich wollte vor allem einen vorsichtigen Einstand, bei dem nicht zu viel über diese Frau erzählt wird. Das gibt mir die Möglichkeit, in sie hinein zu wachsen - ohne dass ich mir gleich zu Beginn Steine in den Weg lege."

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