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Staatsanwaltschaft prüft Kebekus' Kirchensatire

Wehe, wer sich mit der Kirche anlegt: Der Streit um jüngste Kirchensatire der Komikerin Carolin Kebekus beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft. Es bestehe der Anfangsverdacht einer Straftat.

"Imagevideo" für die katholische Kirche? Wer sich über Meisners Mannen lustig macht, gerät schnell ins Visier der ultrakonservativen Piusbrüder.

"Imagevideo" für die katholische Kirche? Wer sich über Meisners Mannen lustig macht, gerät schnell ins Visier der ultrakonservativen Piusbrüder.

Darf man in Deutschland als Nonne verkleidet lasziv ein Kruzifix ablecken? Mit dieser Frage muss sich jetzt die Staatsanwaltschaft Köln beschäftigen. Die Beamten prüfen derzeit die Kirchensatire "Dunk den Herrn!" der Komikerin Carolin Kebekus auf den Anfangsverdacht einer Straftat. Derzeit sichere die Kriminalpolizei den Videoclip, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Dienstag in Köln. Danach werde man sich mit einigen Kollegen "das Stück zu Gemüte führen, um zu prüfen, ob ein Anfangsverdacht überhaupt vorliegt", so Willuhn. Die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, Anzeigen nachzugehen. Vom Ergebnis sei abhängig, ob ein förmliches Ermittlungsverfahren überhaupt eingeleitet werde, betonte Willuhn. "Die Hürden, bis Satire strafrechtlich relevant wird, sind jedoch sehr hoch."

Inzwischen seien bei ihm zehn Anzeigen gegen den Videoclip eingegangen, sagte Willuhn. Neun davon entsprächen der Vorlage, die die erzkatholische Pius-Bruderschaft auf ihrer Internetseite veröffentlicht hatte. Die Bruderschaft hatte ihre Anhänger dazu aufgefordert, Anzeige gegen das Video zu erstatten. Die Gemeinschaft argumentiert, dass die Produktionsfirma Bildundtonfabrik gegen Paragraf 116 des Strafgesetzbuches verstoßen habe, wonach die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsvereinigungen gegen geltendes Recht verstößt.

In dem Clip "Dunk den Herrn" singt die 33-jährige Kebekus als Nonne und Messdiener verkleidet einen Rapsong mit Kirchenkritik und spart nicht mit frivolen Gesten. Der WDR hatte den Clip in Reaktion auf öffentliche Kritik aus dem Programm geschnitten.

jwi/DPA/DPA

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