HOME

WDR sucht öffentlich nach neuem Intendanten

Monika Piel will als Intendantin des WDR vorzeitig aufhören. Jetzt braucht der Sender schnell einen Nachfolger - doch die Suche könnte Monate dauern. Dieses Mal soll alles ganz transparent ablaufen.

Seit knapp sechs Jahren ist Monika Piel Intendantin des WDR. Sie will aus persönlichen Gründen ihre Tätigkeit beenden, sobald die Nachfolge geregelt ist.

Seit knapp sechs Jahren ist Monika Piel Intendantin des WDR. Sie will aus persönlichen Gründen ihre Tätigkeit beenden, sobald die Nachfolge geregelt ist.

Nach dem angekündigten Rückzug von Intendantin Monika Piel schreibt der Westdeutsche Rundfunk den Chefposten des größten ARD-Senders öffentlich aus. Jeder könne sich bewerben, sagte eine Sprecherin des Rundfunkrates am Montag in Köln. Man werde alles daran setzen, "um vor der Sommerpause zu einer Entscheidung zu kommen".

Piels Amtszeit war im vergangenen Jahr ohne Gegenkandidat bis 2019 verlängert worden, was FDP und Piratenpartei heftig kritisiert hatten. "Ohne Ausschreibungsverfahren die bisherige Intendantin im Amt zu bestätigen, erweckt den Eindruck von Hinterzimmerabsprachen", bemängelte der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen. Diesmal soll nun alles so transparent wie möglich ablaufen. Dafür sei eine öffentliche Ausschreibung am Besten geeignet, sagte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi. Eine einheitliche Regelung für die Intendantenwahl haben die ARD-Anstalten nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Intendantenposten des WDR öffentlich ausgeschrieben wird. Nach Angaben der WDR-Pressestelle war auch Fritz Pleitgen 1995 über eine Ausschreibung ins Amt gekommen. 2006 hatte der Rundfunkrat einen Wahlvorbereitungsausschuss eingesetzt, der mit Kandidaten Gespräche führte; am Ende blieb nur Hörfunkdirektorin Piel übrig. Im vergangenen Jahr wurde Piel vom Rundfunkrat für eine zweite Amtszeit gewählt, doch am vergangenen Freitag kündigte sie ihren vorzeitigen Rücktritt aus "persönlichen Gründen" an. Nach WDR-Angaben will Piel noch weiterarbeiten, bis ihre Nachfolge geregelt ist. Das wird nun voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Kritiker werfen Piel Quotenpleite von Gottschalk-Show vor

Hieronymi sagte, man müsse auch darüber nachdenken, wie man sicherstellen könne, dass Bewerber nicht beschädigt würden. 2011 hatte sich der Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung", Bernd Hilder, um die Nachfolge des MDR-Intendanten Udo Reiter beworben, war aber bei der Abstimmung im Rundfunkrat durchgefallen. Damals hatte es in Kommentaren geheißen, dies könne eine abschreckende Wirkung auf Bewerber von außen haben.

In seiner Sitzung am Montag nahm der Rundfunkrat Entscheidung "mit großem Bedauern und Respekt zur Kenntnis". Über die Beweggründe der 61-Jährigen ist öffentlich nichts bekannt geworden. Sie selbst zog in der Sitzung eine positive Bilanz des vergangenen WDR-Fernsehjahrs. Kritiker hatten ihr hingegen die teure Quotenpleite von Thomas Gottschalk mit seiner ARD-Vorabendshow wesentlich mit angelastet. Piel hatte bis Ende 2012 auch den ARD-Vorsitz innegehabt.

fle/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools