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11. Dezember 2009, 14:10 Uhr

Die schwierige Suche nach dem TV-Kommissar

Hunderte von Einsendungen gab es, als stern.de vor knapp drei Monaten zur Suche nach den neuen TV-Kommissaren für Frankfurt aufgerufen hat. Noch steht das Nachfolge-Duo von Sänger und Dellwo nicht fest, doch die Aktion hat der Suche beim Hessischen Rundfunk eine entscheidende Wendung gegeben. Von Kathrin Buchner

Noch ist nicht klar, wer Schüttauf und Sawatzki als Frankfurter "Tatort"-Team beerbt© Picture-Alliance (2)

Fernseh-Ermittler verzweifelt gesucht: Knapp drei Monate ist es her, dass Liane Jessen, Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen hat: Die Schauspieler Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf hatten im September angekündigt, ihren Dienst als "Tatort"-Ermittler-Duo Sänger und Dellwo zu quittieren. Also rief Jessen gemeinsam mit stern.de unsere User dazu auf, ihre Favoriten für die Besetzung der Frankfurter Episoden der beliebtesten deutschen Krimiserie abzugeben.

Das Ergebnis war erstaunlich: Hunderte Vorschläge trafen bei uns ein, darunter so kreative Ideen wie Sänger Campino von den Toten Hosen als Kommissar zu verpflichten. Manch ein User versuchte sich sogar an einem Entwurf für ein Drehbuch und entwickelte eigene Geschichten.

Seitdem klingelt bei Liane Jessen ununterbrochen das Telefon, ihr E-Mail-Ordner birst, sie hat unzählige Biografien gelesen und Dutzende Schauspieler gecastet. Die Top-Kandidaten für die neuen Kommissare waren bei den Vorschlägen der stern.de-User zwar nicht dabei. Doch die Aktion hat Jessen und ihr Team von einer neuen Suchstrategie überzeugt: "Eigentlich wollten wir ein reines Männerteam aufstellen. Aber es sind so viele super Vorschläge für Frauen bei uns angekommen, dass wir ein gemischtes Team erwägen", so Jessen.

Jessen bedauert mangelndes Qualitätsverständnis

Enttäuscht zeigte sich die Fernsehspielchefin allerdings über mangelnde Genre-Kenntnisse bei etlichen Leuten, die Vorschläge eingereicht haben. "Viele kennen überhaupt nicht mehr den Unterschied zwischen Privatfernsehen und öffentlich-rechtlichen Qualitätsmaßstäben. Leute, die in den Container gehen, differenzieren sie nicht von ernsthaften Schauspielern, die für den 'Tatort' in Frage kommen."

Wer in Deutschland "Tatort"-Kommissar wird, hat eine herausragende Bedeutung, schließlich schalten jeden Sonntag, wenn eine Folge läuft, rund acht Millionen, bei Spitzenkrimis gelegentlich auch mehr, Zuschauer ein. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche, dementsprechend schwierig gestaltet sich die Suche. Dazu kommt, dass viele Schauspieler, die in Frage kommen, noch Engagements bei anderen Sendern oder Sendungen haben. Außerdem muss die Chemie im Team passen, manch ein Kandidat stellt auch überzogene Gagenforderungen. Mittlerweile gibt es aber eine kleine Auswahl an Schauspielern, die in Frage kommen. Spätestens bis Ende des Jahres will Liane Jessen die neuen "Tatort"-Kommissare für Frankfurt gefunden haben.

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
vegefranz (13.12.2009, 08:41 Uhr)
Kapitalismuskritik für 3. Semester

der Tatort hat inzwischen einen aufgrund der desolaten Drehbücher einen schlechten Ruf.

Die "Autoren" bemühen sich in einem Krimi zunächst Themen wie Umweltzerstörung, deutschen Rassismus, bösen kapitalismus, Unterdrückund der Frau etc unterzubringen.

Klar, dass dieses spätestens nach 20 Minuten ein grosses Gähnen auslöst.

Die Schauspieler sind weniger das Problem
laketahoe (12.12.2009, 14:29 Uhr)
@Walhalla
Sie haben recht: Die Stoffe stellen ein weiteres Problem des deutschen Fernsehens dar. Bei den öffentlich rechtlichen Sendern und den Privaten.

Durch gute Besetzungen werden die Filme, Serien, etc. nur erträglicher aber nicht wirklich gut im Vergleich mit dem, was in den USA jede "doofe" Serie an sauberem Handwerk im Bereich Geschichte, Drehbuch, Charaktäre, Dialoge und natürlich einer exzellenten Besetzung bietet.

Das deutsche Fernsehen wird zum Teil von Leuten gemacht, deren Horizont und Geschmack exakt vom eigenen Gartenzaun bis zur Bunten und der Gala und den Fernsehprodukten in den Talkshows von Kerner, Beckmann & Co. reichen...... also ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch der Tatort schon mit Leuten besetzt wurde, die "Schauspieler" von Partrizia Riekels und deren Gesinnungsgenossinen Gnaden sind. Immer mehr von diesen Rote-Teppich-Frauen wie Simone Thomalla und nun auch noch ihre Tochter (die konsequenterweise auf jede Ausbildung verzichtet hat) nehmen den richtigen Schauspielern die Jobs weg....

Von einer Programmverantwortlichen wie Frau Jenssen kann man erwarten, dass sie mit Hilfe eines guten Casting Directors auch ohne jedes Publikumsvoting die perfekte Wahl für den Tatort trifft.
walhalla (12.12.2009, 11:02 Uhr)
Der kleine Unterschied
ist oft nicht zu erkennen.
Eine Klasseschauspielerin wie A. Sawatzki kann so manchen Schrott retten, aber das ändert nix an den zum Teil den Privaten abgeschauten, oder besser abgeschriebenen Filmen. Oder auf neudeutsch, "Formaten".
Axel Milberg rettet z.B. viel in letzter Zeit, auch bei den Privaten.
Ihn finde ich als Tatort-Besetzung Spitze.
Da in Zukunft für alle Tv Sender bezahlt werden muss, wird , so hoffe ich, die Qualität wieder mehr in den Vordergrund rücken.
Einen schlechten Tatort habe ich nicht in Erinnerung, wohl subjektiv immer auch mit der Besetzung verbunden. Aber es gab auch schon weniger Gute.
Also ARD, gib dir Mühe, für den kleinen Unterschied.
ritchie (12.12.2009, 09:53 Uhr)
Ich bin für
Horst Schimanski!
Stony2005 (12.12.2009, 04:30 Uhr)
@laketahoe
Volle Zustimmung...besonder Frau Thomalla ragt doch extrem negativ herraus..schade eigendlich.
Frau Sawatzki ist über jeden Zweifel erhaben...sie spielt absolut glaubwürdig.

laketahoe (11.12.2009, 18:45 Uhr)
@peygamber
Viel scehienn Sie nicht von der Schauspielerei zu verstehen, denn sonst würden Sie Andrea Sawatzki nicht in Zweifel ziehen.

Unter allen Tatort Komissarinnen sind Eva Mattes und Andrea Sawatzki die Vollblutschauspielerinnen.......

Ich kann Frau Jenssen verstehen, die das mangelnde Qualitätsverständnis der Zuschauer bedauert. Allerdings stimme ich ihr darin nicht zu, das öffentlich rechtliche würde konsequent andere Qualitätsmaßstäbe setzen. Was haben dann Simone Thomalla und andere beim Tatort verloren und was die ganzen Soapmäuse und Nichtschauspielerinnen wie Veronica Ferres, die uns nun schon seit 15 Jahren langweilen ..... Das öffentlich rechtliche Fernsehen besetzt seine Produktionen zum Teil mit denselben Fernsehprodukten (Nichtschauspielern) in Hauptrollen, wie die Privaten das tun.... und lässt einige der besten Bühnrenschauspieler der Welt im selben Film Nebenrollen spielen......

Der Zuschauer soll es besser wissen als die Casting Directors und die Programmverantwortlichen. Woher, frage ich mich. Ich kenne kein Land, in dem ohne Not so schlecht besetzt wird......
peygamber (11.12.2009, 14:49 Uhr)
Jensen bedauert....
"Viele kennen überhaupt nicht mehr den Unterschied zwischen Privatfernsehen und öffentlichen-rechtlichen Qualitätsmaßstäben. Leute, die in den Container gehen, differenzieren sie nicht von ernsthaften Schauspielern, die für den 'Tatort' in Frage kommen."


Das ist ja mal eine Aussage.

Aber warum um alles in der Welt, spielte dann Frau Sawatzky die Rolle?
endbenutzer (11.12.2009, 14:26 Uhr)
Könnte man hierzu nicht...
..einmal die komplette Vorschlags-Liste irgendwo veröffentlichen? Wäre schon interessant..
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