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19. Juni 2009, 17:25 Uhr

Buhrow gerät bei ARD unter Druck

Die Enthüllungen über Nebeneinkünfte von Moderatoren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens werfen Fragen nach der Glaubwürdigkeit von Sendungen wie "heute-journal" und "Tagesthemen" auf. So sehen das zumindest einige ARD-Redakteure. Nach stern.de-Informationen fordern sie Moderator Tom Buhrow in einem Brief auf, sein Handeln zu überdenken.

Tom Buhrow, Petra Gerster, Claus Kleber, Peter Hahne, Michael Antwerpes, Nebeneinkünfte, Nebeneinkünfte von TV-Moderatoren

"Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow: Ein Auftritt kostet laut "Zapp" ca. 20.000 Euro© Roland Magunia/DDP

Nach dem kritischen Bericht des NDR-Medienmagazins "Zapp" über hoch bezahlte Nebentätigkeiten von Moderatoren gerät Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow nach stern.de-Informationen intern massiv unter Druck. Leitende Redakteure haben einen kritischen Brief an Buhrow geschrieben. Darin, so heißt es, zeigen sie sich angesichts der Enthüllungen über die Nebentätigkeiten ihres Chefmoderators besorgt um die Glaubwürdigkeit der Tagesthemen.

"Zapp" zufolge ließ Buhrow sich für Auftritte bei Sparkassen oder Handwerksmessen fürstlich entlohnen und interviewte - finanziert von bekannten Markenartiklern - auch Politiker. Das Geld für die Auftritte geht in solchen Fällen an die PR-Agentur, bei der Buhrow unter Vertrag steht. Wie viel davon an das bekannte TV-Gesicht weitergeleitet wird und wie viel die Agentur einbehält, ist bislang nicht bekannt. Mehr als 10.000 Euro kassierte Buhrows Agentur von der Sektkellerei Henkell & Söhnlein. Für einen Vortrag oder eine Moderation werden laut "Zapp" 20.000 Euro fällig.

Buhrow, Kleber und Gerster: teure Referenten

Das Medienmagazin hatte neben Buhrow auch über verschiedene andere Journalisten und Moderatoren wie Claus Kleber ("heute-journal") und Petra Gerster ("heute") berichtet, für deren Auftritte von ihnen beauftragte Agenturen bis zu 20.000 Euro bei Unternehmen und Verbänden verlangten.

Die betroffenen Fernsehsender reagierten auf den Bericht offiziell gelassen. Das Thema werde hochgejazzt, sagte Sprecher Alexander Stock. "Bei uns ist alles streng geregelt. Nebentätigkeiten von festen Mitarbeitern sind genehmigungspflichtig. Bei freien Mitarbeitern gilt das nur, wenn ein Genehmigungsvorbehalt vertraglich vereinbart wurde. Ein vollständiges Verbot von Nebentätigkeiten ist aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen." Tobias Häuser, Sprecher des Hessischen Rundfunks, sagte: "Ich halte das für eine Neid-Debatte".

NDR: Buhrow macht "exzellenten Job"

Nach Informationen von stern.de sollen ARD-aktuell-Redakteure TV-Mann Buhrow in dem Brief gebeten haben, Transparenz herzustellen und seine Nebentätigkeiten zu überdenken. Sie bezweifeln die Angemessenheit der Honorarhöhe. Leitende Redakteure der Redaktion ARD-aktuell sollen den Brief unterschrieben haben - bis auf Tom Buhrows direkte Vorgesetzte Kai Gniffke und Thomas Hinrichs. Als Chefredakteure haben sie die Nebentätigkeiten Buhrows jeweils genehmigt.

Auf stern.de-Anfrage wollte der für die "Tagesthemen" zuständige Sender NDR sich nicht zu einem möglichen internen Protestschreiben äußern. Der Leiter der Pressestelle, Martin Gartzke, verteidigte die Arbeit Buhrows: Die Glaubwürdigkeit der Tagesthemen sei durch die Nebentätigkeiten nicht gefährdet, sagte er. Tom Buhrow mache einen "exzellenten Job". Der Beitrag von "Zapp" habe sich an die gesamte Journalistenzunft gerichtet und sich mit moralisch-ethischen Fragen beschäftigt. Es sei dabei nicht um Rechtsverstöße gegangen. Eine Anfrage von stern.de an Buhrow blieb unbeantwortet.

Viele ARD-Kollegen schlecht auf Buhrow zu sprechen

In der Redaktion, so ist zu erfahren, habe der Bericht der "Zapp"-Sendung Ärger ausgelöst. Nach der darauf folgenden Berichterstattung (Bild-Zeitung: "So kassieren TV-Moderatoren ab!") sei es zu entsetzten Reaktionen gekommen.

Ist das Sorge um die Glaubwürdigkeit oder auch ein bisschen Gemeinheit? Denn es heißt, viele Kollegen seien seit langem nicht mehr sonderlich gut auf ihren Star-Moderator zu sprechen. Buhrow interessiere sich nicht sonderlich für seine Sendung, sei nicht immer gut vorbereitet und zu oft abwesend - ganz anders als seine Kollegin Caren Miosga.

Zuletzt haben Steuerangelegenheiten innerhalb der ARD für Unruhe gesorgt. Offenbar haben Korrespondenten der ARD- und ZDF-Studios in Washington über viele Jahre keine Steuern gezahlt - dank einer bislang zwar legalen, aber umstrittenen Sonderregelung, nach der Korrespondenten der öffentlich-rechtlichen Anstalten als quasi "öffentliche Angestellte" von Steuerzahlungen in den USA befreit sind. Jetzt sehen sich Korrespondenten mit hohen Nachforderungen der US- Steuerbehörde IRS konfrontiert. Tom Buhrow war von 1994 bis 1999 und 2002 bis 2006 Korrespondent, beziehungsweise Leiter des ARD-Studios in Washington.

hil/msg mit dpa
 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
xris (22.06.2009, 09:41 Uhr)
@cybertanne und jackiki
Wenn es nach mir geht, verdiene ich auch 900.000 Euro pro Jahr - nein, eigentlich noch mehr. Aber dummerweise will das mein Arbeitgeber nicht einsehen. Deshalb kriege ich weniger als ich verdiene...
ganzbaf (21.06.2009, 12:25 Uhr)
Du meine Güte...

was ist der Pocher alt geworden ;-E
jackiki (21.06.2009, 09:12 Uhr)
cybertanne
solche leute brauch deutschland nicht, die am besten nichts zahlen möchten, aber anderen vorschreiben wollen, was sie zu verdienen haben!
gottseidank engagieren sie sich nicht politisch!
ciao kakao
hevosenkuva (20.06.2009, 20:33 Uhr)
Wenn er Fußballtrainer wäre...
wären seine Tage mit einer Bemerkung wie "Tom Buhrow mach einen exzellenten Job" schon gezählt =:o)
cybertanne (20.06.2009, 17:04 Uhr)
@jackiki
Sie bekommen kein BAföG weil ihre Eltern bestimmt zu viel verdienen, denn von ihrem Wochenendjob leben sie kaum. Ob ich einen Fernseher besitzen möchte oder nicht können sie getrost mir überlassen, dazu brauche ich sie nicht. Ihh habe im Gegensatz zu Ihnen einige Jahre meine Lebens ohne TV und Internet verbracht und brauche da keine Aufklärung. Übrigens zahle ich auch Steuern und bin nicht unbedingt damit einverstanden, dass Leute wie Sie auf meine Kosten studieren. Das sollten sie auch erwähnen. Der Rest ihres Textes ist mir zu einfältig - sorry. Mich erst als Weltverbesserer zu bezeichnen und mir dann vorzuschlagen durch einen Parteieintritt die Welt zu verändern zeugt nicht von einem Abitur in Bayern oder vergleichbar hohem Niveau.
jackiki (20.06.2009, 16:45 Uhr)
@cybertanne
daran hätte ich natürlich gleich denken können, dass sie, wenn "wenn sie student hören", gleich an bafög und faul denken.
das wenige geld, das ich zur verfügung habe, erarbeite ich mir jedes wochende, jeden samstag und sonntag, erstmal dazu und ich erhalte auch KEIN BAFÖG, weil ich kein bafög möchte, damit eben nicht so einer wie sie daher kommt und meint behaupten zu müssen, weil er von seinem bruttolohn, wenn es hoch kommt 400 euro abgeben muss, das bafög damit zahlt!
sie müssen keinen fernseher oder radio oder sonstwas haben. es gibt auch ein leben ohne diese medien. sie sind also zu gar nichts gezwungen, zu rein gar nichts. sie haben einen fernseher? richtig? sie wissen, wenn sie einen haben, dass sie diese gebühren zahlen müssen, richtig? sie wissen auch, wenn sie sich dazu entschlossen haben einen fernseher zu haben, dass da jemand ist und 900.000 euro von "ihren gebühren" verdient, auch richtig? somit scheinen sie doch damit einverstanden zu sein, dass diese frau 900.000 euro verdient. sie sagen etwas, haben aber etwas ganz anderes gemacht, nämlich einen fernseher und radio und sonstwas angeschafft.
und außerdem. man kann ja trotzdem damit nicht einverstanden sein, aber immer nur rumjammern und von den da oben zu reden, da kann man sie doch nicht ernst nehmen. wenn es sie tatsächlich so sehr stört, dass mitarbeiter der öffentl.rechtl. viel zu viel verdienen, dann können sie entweder eine partei wählen, die dagegen ist oder sie können sich selbst politisch engagieren, aber es scheint sie doch nicht so sehr zu stören. es gibt soviel möglichkeiten dinge zu verändern, aber ganz bestimmt nicht durchs rumjammern.
cybertanne (20.06.2009, 16:17 Uhr)
@jackiki
Zunächst vermag ich im Gegensatz zu Ihnen meinen Lebensunterhalt tatsächlich selber zu bestreiten. Was jemand verdient, das bestimmt der Markt (kennen sie als Studnet ja nicht). Auch ARD und ZDF kennen keinen Markt/Wettbewerb, das sie von u.a. meinen GEZ-Gebühren leben. Und da sie auch Herrn Buhrow von meinen GEZ-Gebühren bezahlen, sage ich auch frei heraus, wenn ich die Bezahlung unerschämt hoch finde.
jackiki (20.06.2009, 15:59 Uhr)
@cybertanne
ich bin kein redakteur oder sonstwer, ich bin ein einfacher, strebsamer student, der zur zeit sehr sehr wenig geld zur verfügung hat. ich möchte aber einmal auch 900.000 euro verdienen und mehr.
und sie sagen mir nicht, diesem herren nicht, wieviel er oder sie zu verdienen hat. geben sie erst einmal ihr geld her, dann glaube ich ihnen alles und nehme sie ernst und bevor sie das nicht gemacht haben, einfach mal den ball flach halten, herr weltverbesserer und moralapostel!
cybertanne (20.06.2009, 15:56 Uhr)
@jackiki
zumindest brauchen wir nicht zu raten, wer sie sind: sie arbeiten wohl bei der online-redaktion eines öffentlich-rechtlichen senders. und wer verdient wohl genug? eine krankenschwester oder frau lierhaus, die für 900.000 euro 30 mal im jahr ihr gesicht in die kamera hält und belangloses zeug labert?
jackiki (20.06.2009, 15:20 Uhr)
@cybertanne
dürfte ich wissen, wer sie sind behaupten zu können, wann jemand genug geld verdient hat?
 
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