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"Weißbier-Waldi", 24 Stunden lang

Entsetzen bei den Brauereien in Bayern: Die ARD verlässt Waldemar Hartmann. Um den Weißbier-Umsatz auch weiterhin anzukurbeln, soll jetzt "Waldis Bierclub" 24 Stunden im Internet auf Sendung gehen.

Eine Glosse von Jens Maier

Bierselig: Waldemar Hartmann

Bierselig: Waldemar Hartmann

Die ARD verlässt Waldemar Hartmann. Nachdem die Fußball-Talkrunde "Waldis Club" im Juli eingestellt wurde, folgt nun auch das Aus für seine Sportmoderationen beim Boxen. Während der sportlich interessierte Fernsehzuschauer aufatmen kann, herrscht bei den Weißbierbrauereien in Bayern hingegen Panik und Entsetzen.

Zwar wird Hartmann als Kunde der ohnehin angeschlagenen Bierbranche erhalten bleiben, doch mit der Umsonst-Werbung zur besten Sendezeit ist es künftig vorbei. "Weißbier-Waldi" muss sein Bier alleine zu Hause trinken. Nach eigenem Bekunden ist er für Angebote jedoch offen. Da viele Sender die hohen Spesen für gerstenhaltige Getränke bislang scheuen, wollen die Brauereien selbst in die Bresche springen und denken über ein eigenes Format nach. Mit "Waldis Bierclub" soll Hartmann 24 Stunden im Internet auf Sendung gehen.

Für den Zuschauer soll sich dabei zunächst nichts ändern. Hartman sitzt "locker" auf seinem Stuhl und hat "drei Weizenbier getrunken"(*1). Als erster Gast ist der ehemalige bayrische Ministerpräsident Günther Beckstein im Gespräch, der zusammen mit Hartmann beweisen soll, dass ein echtes Mannsbild auch nach "zwei Maß Bier"(*2) noch fahr- und sendetüchtig ist. Hartmann selbst fühlt sich jedenfalls "noch geistig und körperlich fit" für diese Aufgabe. Aber vielleicht stimmt da auch mit seinem "Gefühl was nicht"(*3).

(*1) Rudi Völler 2003 im ARD-Interview zu Waldemar Hartmann: "Du sitzt hier locker auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken."

(*2) Günther Beckstein 2008 im Bayerischen Rundfunk über die Fahrtüchtigkeit nach dem Genuss von zwei Liter Bier: "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich."

(*3) Loriot-Sketch "Das Frühstücksei", in dem sich ein Ehemann über das zu hart gekochte Ei bei seiner Frau beschwert, das diese nach eigenen Angaben nach Gefühl koche: "Vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht."

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