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"Frauen verliebt zu quatschen, klappt nur bedingt"

Mit seiner "Heute-Show" ist Moderator Oliver Welke extrem erfolgreich. Dass Humor bei Frauen zieht, will der Comedian nur bedingt bestätigen. Generell wünscht er sich mehr Witz - im Leben und im TV.

Oliver Welke im Alten Wasserwerk in Bonn, wo der Bundestag von 1986 bis 1992 tagte, fotografiert für den stern

Oliver Welke im Alten Wasserwerk in Bonn, wo der Bundestag von 1986 bis 1992 tagte, fotografiert für den stern

In seinem satirischen Wochenrückblick "Heute Show" nimmt Oliver Welke vor allem Politiker auf die Schippe. Er selbst habe "seit 1987 fast alle etablierten Parteien gewählt", erzählt er im großen stern-Gespräch. Die ersten Monate der Großen Koalition lieferten seiner Sendung mehr Stoff, als er erwartet hätte: "In dieser wunderbaren Anfangszeit hatte man das Gefühl, dass alle drei Minuten ein Minister mit einer weiteren Knalleridee nach vorne prescht." Seinem Publikum rät Welke allerdings, nicht nur seine eigene Sendung anzusehen: "Schaut zwischendurch auch mal richtige Nachrichten, dann versteht ihr die Gags auch besser."

Welke wünscht sich mehr humorvolle politische Sendungen im deutschen Fernsehen. "Leider halten die Programmmacher ihr Publikum für zu doof. Das gilt auch für die von den Öffentlich-Rechtlichen", sagt er in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern.

"Im Sportunterricht war ich immer das Handicap"

Welke ist überzeugt, dass der Spott, den er als Kind ertragen musste, seine Karriere als Comedian befördert hat: "Berufshumoristen arbeiten die Demütigungen des Schulhofs ab. Das Klischee stimmt. Wenn im Sportunterricht eine Mannschaft zu gut war, wurde ich ihr als Handicap zugeteilt", so Welke.

Dass Humor in der Liebe weiterhelfe, glaubt Welke, der mit seiner Sendung 2010 den Grimme-Preis gewann, kaum: "Ich habe viele Freunde aus dem Humorfach, die versucht haben, Frauen verliebt zu quatschen", sagt er. "Das klappt nur sehr bedingt."

Das gesamte stern-Gespräch ...

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Laura Himmelreich

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