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Lafontaine: "Öl- und Gaskriege" der USA schuld an Flüchtlingskrise

Die US-Außenpolitik mit ihren "Öl- und Gaskriegen" ist die Ursache der aktuellen Flüchtlingskrise, findet Linken-Politiker Oscar Lafontaine in der TV-Talkshow von Maybritt Illner - und wird dabei von einem Syrer unterstützt.

Oscar Lafontaine ist ein lauter Gegner der US-Außenpolitik

Oscar Lafontaine ist ein lauter Gegner der US-Außenpolitik

Der Linken-Politiker Oscar Lafontaine hat beim TV-Talk bei Maybritt Illner die USA für die aktuelle Flüchtlingskrise verantwortlich gemacht. Die Fluchtursachen im Nahen Osten sieht Lafontaine in einer verfehlten Außenpolitik aus Washington. Die USA dürften keine "Öl- und Gaskriege" mehr führen, sagte der ehemalige Vorsitzende der SPD und der Linken in der Sendung mit dem Thema "Terror, Krieg, Flucht – welche Verantwortung hat der Westen?". Außerdem sollten die USA "endlich aufhören, unliebsame Regierungen auszutauschen". Der Islamische Staat sei ein Ergebnis der US-Politik.

Unterstützung bekam Lafontaine dabei vom syrischen Journalisten Aktham Suliman. Es sei "nicht die Aufgabe der Amerikaner und Europäer, die Syrer von Assad zu befreien", sagte Suliman, der als Al Dschasira-Korrespondent nach Berlin kam. Jedes Volk dürfe sich selbst von Herrschern befreien, sofern es sie "loswerden" wolle. Die Länder, aus denen die meisten Flüchtlinge nach kommen, hätten alle eine Gemeinsamkeit. In Syrien, im Irak, in Afghanistan und im Kosovo seien "Demokratieexperimente" durchgeführt worden. In Syrien hätten Saudi-Arabien, Katar und die CIA einen "Regimewechsel" betreiben wollen, pflichtete er Lafontaine bei.

Schlagabtausch mit Ursula von der Leyen

Einen kurzen Schlagabtausch lieferte sich der Linken-Politiker auch mit der ebenfalls eingeladenen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). "Deutschland muss aufhören, Waffen in Spannungsgebiete zu liefern", sagte er ihr. Von der Leyen warf Lafontaine daraufhin vor, er hätte wohl "von außen zugeguckt wie der IS Menschen abschlachtet". Der IS morde aber auch mit deutschen Waffen, entgegnete Lafontaine.

Der aktuelle Vorsitzende der Linksfraktion im saarländischen Landtag ging auch auf eine in seinen Augen verfehlte Sparpolitik in Europa und die Zusammenhänge zur aktuellen Flüchtlingskrise ein. Die Bundesregierung habe Länder wie Griechenland zum Sparen gezwungen und ihre wirtschaftliche Not so noch vergrößert. Nun erwarte man aber, dass diese Länder sich solidarisch mit den ankommenden Hilfesuchenden zeigten. "Solidarität nach außen mit Flüchtlingen ist aber nur möglich, wenn es auch innerhalb der Länder gerecht zugeht", sagte Lafontaine.

fin

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