HOME

"Hat der Rundfunkrat nichts Besseres zu tun?"

Unseriös und frauenfeindlich nannten Frauenräte Sophia Thomallas Auftritt in der Talkshow "Hart aber Fair" zum Thema Gleichberechtigung. Jetzt wurde die Sendung aus der Mediathek entfernt. Exklusiv für stern schreibt Thomalla, was sie darüber denkt.

Von Sophia Thomalla

Schauspielerin Sophia Thomalla in der NDR-Talkshow

Schauspielerin Sophia Thomalla kann die Entscheidung des WDR-Rundfunkrates nicht nachvollziehen


Herzlichen Glückwünsch lieber Frauenrat,

Jetzt habt ihr es doch ernsthaft geschafft, dass man sich über euch lustig macht! Was hab ich vor paar Monaten einstecken müssen, auch unter der Gürtellinie, als ich zu Gast war bei "Hart aber Fair". Das war abzusehen, denn bei diesem Thema gehen die Meinungen weit auseinander.  

Ich kann auch gut damit umgehen, dass es andere Meinungen gibt. So ein paar Dinge, die ein Anton Hofreiter gesagt hat, waren gar nicht mal von der Hand zu weisen. Nur: Anders herum scheint das wohl nicht zu gehen. Das ist zwar peinlich, aber nicht sonderlich überraschend!
Befremdlich und insbesondere alarmierend finde ich aber, dass sich eine gewisse Klientel - ach, nennen wir das Kind doch beim Namen: Frauenverbände, die leider immer noch stark durchsetzt sind mit feministischen Extremistinnen - eine Lobby aufgebaut hat, die es doch ernsthaft geschafft hat, den Rundfunkrat zu so einer Entscheidung zu bewegen.


Dazu muss man einiges wissen. Ich musste mich auch erst einmal erkundigen. Aus wem besteht denn eigentlich so ein Rundfunkrat? Der Rundfunkrat setzt sich aus Mitgliedern verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und Organisationen zusammen, zumeist vertreten durch Funktionäre, zum Beispiel Gewerkschaften, Kirchen, Fraktionen und - Achtung - Frauenverbänden. Da wird mir so einiges klarer...

"Wer entscheidet denn, was unseriös ist?"

"Die Gäste waren für dieses Thema zu unseriös", heißt es. Wer sagt denn das? Wir leben in einer ! Schon vergessen? Hier darf und soll jeder zu diesem Thema seine Meinung äußern! Wer entscheidet denn, wann was unseriös ist ?

Dass es zu Streitigkeiten kommen wird, war mir klar, aber wer bitte entscheidet denn, wer Mitspracherecht hat und wer nicht? Ich als Frau darf also nicht mehr sagen, dass ich es albern finde, dass man in Zukunft nicht mehr "Studentenwohnheim" sagen darf, sondern "Studentinnenwohnheim", weil es frau angeblich unterdrücken würde. Und dass wir keine Unisex-Toiletten brauchen, der Meinung bin ich übrigens immer noch. Das werde ich jetzt nicht ändern, nur weil ein mir namentlich nicht bekannter Rundfunkrat beschließt, eine Sendung für unseriös und frauenfeindlich zu erklären. Im Gegenteil. Ich werde mich jetzt erst mal erkundigen, wer das genau war. Mit welchen "Argumenten" und dann werde ich mal mit meinem Anwalt reden. Dürfen die das einfach so?

"Wer hat da vor was Angst?"

Soweit ich mich erinnern kann, leben wir in einem Land, in dem jeder seine Meinung frei äußern kann, ohne Repressalien fürchten zu müssen. Meinungsfreiheit und die Möglichkeit diese kundzutun ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie! Es ist auch gut so. Ob ein Til Schweiger oder ich oder auch eine Alice Schwarzer - egal ob man der Meinung ist - äußern darf man sie. 


Und ich habe meine Meinung geäußert - doch eine andere Institution verbietet einfach, diese weiter stehen zu lassen? Wer hat da vor was Angst? Und aus dieser Angst heraus dürfen die einfach so mit Inhalten verfahren? Nun, das sind fast Zustände, die kennen wir eigentlich nur aus Erzählungen von früher oder aus anderen Ländern, wo die Meinungsfreiheit nachweislich unterdrückt wird. So geht es nicht einfach.
Ich hätte es besser gefunden, der Rundfunkrat würde selbst gedrehte Beiträge dazu nutzen, hohlköpfige Idioten zu identifizieren, die den Arm zu einem verbotenen Gruß heben - damit so etwas nicht ungestraft bleibt. Anstatt die Diskussion um Ampelmännchen und Ampelfrauchen aus Herrn Plasbergs Mediathek zu entfernen.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo