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10. Juni 2010, 14:15 Uhr

ARD holt Günther Jauch

Da ist der ARD ein Coup gelungen: Günther Jauch wird von 2011 an am Sonntagabend eine Polit-Talkshow im Ersten moderieren. RTL und "Wer wird Millionär" bleibt Jauch aber treu.

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Ab 2011 mit einer Polit-Talkshow im Ersten: Starmoderator Günther Jauch© Jörg Carstensen/DPA

Günther Jauch, einer der bekanntesten deutschen Fernsehmoderatoren, soll jetzt doch die ARD verstärken: Vom Herbst 2011 an werde der 53-Jährige auf Anne Wills bisherigem Sendeplatz am Sonntagabend um 21.45 Uhr einen Polittalk moderieren, teilte die ARD am Donnerstag mit. Sein Vertrag, geschlossen mit NDR und WDR, laufe über drei Jahre. Die Gremien müssen allerdings noch zustimmen.

"Schön, dass es im zweiten Anlauf geklappt hat", zitierte die ARD den Moderator. "Jetzt freue ich mich auf meine Sendung am Sonntagabend im Ersten." Vor rund dreieinhalb Jahren war der Wechsel Jauchs zur ARD gescheitert, weil ihm aus seiner Sicht zu viel Widerstand aus Reihen der ARD-Gremien entgegengebracht wurde. Jauch wollte sich nicht näher zur Sendung äußern, bis "alles endgültig fix" sei. Außerdem stecke er gerade für RTL in den Vorbereitungen für die Fußball WM. Offen ist auch, ob er den ARD-Talk selbst produziert.

ARD-Chef freut sich "über perfekten Coup"

Jauchs Verpflichtung geht bei der ARD einher mit einem neuen Programmkonzept. Jauch moderiert am Sonntag um 21.45 Uhr seinen Polittalk, von montags bis donnerstags legt die ARD einheitlich den Ausstrahlungsbeginn der "Tagesthemen" auf 22.15 Uhr fest. Am Montag gibt es wie bisher um 22.45 Uhr "Beckmann", am Dienstag zur selben Zeit "Maischberger" und am Mittwoch "Hart aber fair" mit Frank Plasberg (bislang um 21.45 Uhr).

Ganz neu: Auch am Donnerstag soll es eine Gesprächssendung geben. Offen lässt die ARD, ob der Sendeplatz um 22.45 Uhr für Anne Will bestimmt ist, denn sie soll ihre Sendung künftig behalten. Sie würde am Donnerstag unmittelbar mit ZDF-Talkerin Maybrit Illner konkurrieren, die bereits um 22.15 Uhr startet. Ein ARD-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Mit Blick auf Jauch sagte der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust: "Wir bieten dem Großmeister der journalistischen Unterhaltung ein Programmumfeld, das seinen Fähigkeiten entspricht. Und den Gebührenzahler kostet seine Verpflichtung keinen Cent mehr. Dazu die Vereinheitlichung der "Tagesthemen"-Anfangszeiten: ein perfekter Coup." ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte, mit Jauch werde das Erste sein Informationsprofil weiter stärken und das Angebot "noch klarer und verlässlicher strukturieren".

Jauch bleibt RTL und "WWM" treu

RTL und Jauch wollen ihre "erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Show und Unterhaltung" fortsetzen, hieß es unterdessen vom Kölner Privatsender. "Wer wird Millionär?", seit 1999 im Programm, gebe es weiter. "Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeite ich gut und vertrauensvoll mit RTL zusammen", zitierte RTL Jauch. "Diese erfolgreiche Kooperation werden wir fortsetzen. 'Wer wird Millionär?' geht weiter, so lange der Sender und ich Freude daran haben und die Zuschauer es sehen wollen. Darüber hinaus arbeiten wir, wie in der Vergangenheit auch, an neuen Showkonzepten." Geplant ist eine Fortsetzung der Show "5 gegen Jauch" und eine völlig neue Sendung, die RTL im Juli präsentieren möchte.

Die Sendung stern TV gibt Jauch nach mehr als 20 Jahren hingegen auf. Wer ab 2011 das von Jauch mit seiner Firma I&U Information und Unterhaltung produzierte Magazin moderieren wird, ist offen. "Wir sind natürlich nicht glücklich über seine Entscheidung in Sachen stern TV, freuen uns jedoch sehr auf die Fortsetzung unserer bewährten Zusammenarbeit im Showbereich", sagte RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt.

Rückkehr zu seinen Wurzeln

Für Jauch ist der Vertrag mit der ARD auch eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Seinen ersten Job bekam er beim Bayerischen Rundfunk, zunächst in der Sportredaktion, später als Zeitfunk-Redakteur und Korrespondent. Ab Juli 1985 moderierte er zusammen mit Thomas Gottschalk die B3-Radioshow - das Sprungbrett zu einer großen Karriere. Mit 29 Jahren stieg Jauch beim Fernsehen ein und moderierte im ZDF "Das aktuelle Sportstudio", "Menschen" und die "Große Show der achtziger Jahre", bevor er 1990 zu RTL wechselte und stern TV übernahm.

P.S.: Günther Jauch als Polit-Talker - kann er das? Was halten Sie davon? Diskutieren Sie mit auf der Facebook-Seite von stern.de.

joe/DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
Siamkatze79539 (10.06.2010, 19:50 Uhr)
Blöde
ist das, daß´G. Jauch auch zur ARD geht, finde ich nicht gut, schaue den Talk am Sonntag eh nicht an. Diese Sendung könnte man auch streichen! Da wird es wohl wieder mal ums Geld gehen, denke ich mir, Geld ohne Ende.....
mats123 (10.06.2010, 17:08 Uhr)
@roman
Volle Zustimmung.

Alle schimpfen über Manager, wenn die 1 Mio. Euro pro Jahr dafür bekommen, wenn sie einen Konzern mit 100.000 Mitarbeitern lenken.

Wenn eine paar Labertaschen pro Jahr mehrere Millionen Euro für nichts kassieren, ist das okay. Die Glotze ist ja heilig.
mats123 (10.06.2010, 16:47 Uhr)
Peinlich ...
... für die ARD, dass Sie einerseits jedes Jahr mehrere Milliarden GEZ einkassiert, um das wirklich armselige Programm zu finanzieren (wobei 30% aus der Konserve kommen und weitere 30% eingekauft werden), und dann noch ausgelutschte Labertaschen der Privatsender ins Altenteil übernehmen muss, anstatt gute eigene Leute hervorzubringen.

Wofür zahlt man eigentlich GEZ?
- Für Musikantenstadl, das Zeittotschlagprogramm für Senioren.
- Für Fußball und Formel 1, damit ein paar junge Männer in kurzer Hose schnell Multimillionäre werden.
- Für blöde Telenovelas, um Schulabbrechern einen Topverdienst zu ermöglichen.
- Für Dumm-Talk, damit drittklassige Journalisten immer dieselben Politiker und sonstigen Spezies einladen.
- Für Millionengagen an Schauspieler und Moderatoren und Nachrichtensprecher.
- Für Filmkonserven aus dem ehemaligen Kirch-Imperium.

Das, was ich von der ARD erwarte, nämlich eine anspruchsvolle Grundversorgung in Sachen Nachrichten, Information, Bildung und Unterhaltung, könnte man sicher mit etwa 500 Mio. Euro pro Jahr schaffen. Aber dann hätte ja nicht jeder Regionalsender seine Luxus-Dienstwagen vor der Tür stehen.
rayer (10.06.2010, 16:31 Uhr)
@Roman25
Was bezahlt man denn so an RTL, damit die wieder Hr. Jauch zum Millionär machen?
mackeldei (10.06.2010, 16:10 Uhr)
Jauch
Jeder Moderator hat seine politischen Vorlieben und seine politische Meinung.Die sei ihm unbenommen. So penetrant wie Anne Will für links stritt , war doch schon etwas peinlich. Von Jauch erwarte ich da etwas mehr Fingerspitzengefühl
nightmare_online (10.06.2010, 15:38 Uhr)
Günther Jauch?
In einer POLITISCHEN Talkshow? Wo kritische Nachfragen geradzu Pflicht sind?
Also da hätt ich ein paar Alternativen, die allesamt besser gewesen wären:
Peter Lustig, Bibo, das Sandmännchen, Barb Wire, der Pinky, aus aktuellem Anlass: Nicole etc. pp.

Jauch ...: Ich glaube der Untergang des Abendlandes steht direkt bevor.
Roman25 (10.06.2010, 15:33 Uhr)
Dreist.
Ich habe keinen TV und muss demnächst auch fast 20 Euro im Monat zahlen, damit der nette Herr Jauch für sein seichtes Talk-TV auf relativ mäßigem Niveau ein fürstliches Gehalt bezahlt bekommt.

Wieso bekommen jene, die am wenigstens leisten, eigentlich immer Millionengehälter von denen bezahlt, die wirklich etwas leisten ?!

Aber die Leute schalten diesen Käse ja auch ein. Schalten Sie doch alle mal den TV aus oder meiden Sie die Öffentlich-Rechtlichen.
Macht ja keiner.

Die Frage, wer Millionär wird, ist schon lange beantwortet - vor allem Jauch - und zwar auf unsere Kosten. Aber dafür gehen wir doch gerne jeden Tag arbeiten, oder ?
jomimo (10.06.2010, 15:32 Uhr)
" Und Jauch kostet ...
den Gebürenzahler keinen Cent mehr " verkündet der Vorsitzende.

Da Herr Jauch die Sendung wohl wohl nicht für Gottes Lohn macht, KANN ja offenbar gespart werden, wenn ein Wille da ist.
Allerdings ist diese Mitteilung während der aktuellen Diskussion über die Haushaltsabgabe recht opportun.


Seeigel (10.06.2010, 15:26 Uhr)
Schade um den Sonntag Abend
Was die ARD veranlasst hat, Herrn Jauch für sicherlich ziemlich viel Geld für einen Polittalk zu gewinnen, ist mir ein Rätsel. Was ist an ihm so besonderes? Mich langweilt er seit Jahren, so dass ich nun auch schon seit Jahren jede Sendung mit ihm gemieden habe.

Schade um den Sonntag Abend mit Anne Will.

Das Gute: Ab 2011 werde ich am Montag wieder ausgeschlafen sein, weil es keinen Grund mehr geben wird, länger als bis zum Tatortende wach zu bleiben....:-)


Broeselbub (10.06.2010, 15:25 Uhr)
oh je
noch ein Ausgeluschter der sich noch ein "paar" Euro Rente sichern will. Braucht Deutschland den überhaupt noch? Der hört sich gerne selber reden. Weiter so grabt noch eiin paar Tote aus. Der Bürger zahlt ja alles.
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