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23. November 2007, 13:51 Uhr

"Das kannste googeln, schnell!"

Beim Prominenten-"Wer wird Millionär" räumte Anke Engelke einen höheren Gewinn ab als alle ihre männlichen Kollegen zusammen und lieferte sich mit Moderator Günther Jauch einen munteren Schlagabtausch. Kaya Yanar flirtete derweil lieber mit Frank Plasbergs Tochter im Publikum. Von Peer Schader

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Ein undisziplinierter Haufen erspielt Riesenbeträge für Kinderhilfsprojekte: Christian Rach, Frank Plasberg, Anke Engelke, Günther Jauch und Kaya Yanar© Stefan Gregorowius/RTL

Wenn RTL einen Merkzettel hat, auf dem notiert wird, welche Promis 2008 zum nächsten "Wer wird Millionär"-Spezial eingeladen werden, um wieder für einen guten Zweck zu spielen, dann steht Anke Engelke da hoffentlich ganz oben drauf. Das wäre dann zwar schon das dritte Jahr in Folge. Aber die Frau ist ein echtes Quiztalent! Und wenn sie Günther Jauch gegenübersitzt auch irre lustig.

Beim "Prominenten-"Wer wird Millionär" am Donnerstagabend hat sie jedenfalls mehr abgeräumt als ihre männlichen Kollegen zusammen. "Äthiopien!", platze es bei der 500.000-Euro Frage aus Engelke heraus, noch bevor Jauch die Frage hatte zu Ende lesen können: "Welches Land gilt als ursprüngliche Heimat des Kaffeebaums Coffea arabica?" Weil ihre Eingebung tatsächlich zu den danach genannten Antwortvorschlägen gehörte, war die halbe Million sicher, und der verwirrte Jauch fragte, woher seine Kandidatin so ein Spezialwissen habe. Engelke antwortete trocken: "Ich meine, das mal auf einer Kaffeedose gesehen zu haben."

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Anke Engelke geht für den guten Zweck auf Nummer sicher© Stefan Gregorowius/RTL

Für den guten Zweck pokert es sich so schlecht

Nur dass die Sat.1-Comedy-Frau anschließend bei der Eine-Million-Euro-Frage der Mut verließ, war ein kleines Unglück. Denn eigentlich hat sie gewusst, dass der Belgier Luc Luycx die Euro-Münzen kreiert hat - und nicht etwa den Oscar, das Atomium oder die Schlümpfe. Da war die Gefahr aber doch zu groß, beim Risiko-Spiel auf 500 Euro abzustürzen. Und für den guten Zweck pokert es sich so schlecht.

Engelke hat eine fantastische Taktik, um so weit zu kommen: Sie verplappert sich mit Jauch im persönlichen Gespräch, um mehr Bedenkzeit rauszuschlagen, und irritiert einfach zwischendurch, indem sie sich über den enormen Wasserkonsum ihres Gegenübers während der Sendung wundert: "Sie schütten aber auch ganz schön was weg. Alles in Ordnung bei Ihnen blasentechnisch?" Jauch allerdings spielte den Ball weiter an seinen zweiten Gast, den ARD-Moderator Frank Plasberg, der sich zuvor beim Beginn der Werbung eine Pinkelpause erbeten hatte - "sowas hab ich mir in meiner Sendung bei der ARD immer gewünscht". Und Engelke schimpfte: "Besprecht ihr jetzt eure Rentnerprobleme?"

Beim Prominenten-"Wer wird Millionär" geht es naturgemäß deutlich lockerer zu als in den üblichen Sendungen - das gehört dazu, wenn mit nervösen Medienprofis gespielt wird, die es spannend machen und dabei noch witzig sein sollen. Man sieht Jauch an, wie viel Spaß er jedes Mal bei diesen Sendungen hat, und es ist gut, dass RTL das Prinzip nicht überstrapaziert und nur ein oder zwei Mal im Jahr Prominente einlädt anstatt jeden Monat.

Im Flirten besser als im Raten

Neben Engelke und Plasberg waren auch RTL-Restauranttester Christian Rach und Comedian Kaya Yanar dabei. Während sich Rach souverän bis zum 125.000-Euro-Gewinn zockte, brauchte Yanar gleich zu Beginn der Sendung eine halbe Ewigkeit, um sich auf 32.000 Euro zu zittern - das aber höchst unterhaltsam. Auf die Frage, wen er mitgebracht habe, schaute sich Yanar im Publikum um und behauptete einfach: "Die Tochter von Frank Plasberg!" - was dieser erst per Veto zu verhindern versuchte. Als Jauch Yanar dann aber die baldige Verlobung andichtete, blieb dem "Hart aber fair"-Moderator nichts anderes übrig als wenigstens zu fordern: "Aber der Name Plasberg bleibt!"

Beim Raten war Yanar nicht ganz so souverän wie beim Flirten und hatte schon bei der zwölften Frage sämtliche Joker verbraten. "Kann ich denn bestimmen, welche Antworten beim Fifty-Fifty-Joker stehen bleiben?", witzelte er. Und wollte anfangs so zögerlich die Unterstützung des Publikums einsetzen, dass es Jauch von seinem Stuhl riss, um ihn zur Besinnung zu bringen. Als es dann um 64.000 Euro ging, musste Yanar aussteigen - trotz Telefonjoker, mit dem er einen Freund fragen konnte, was das "Schlafittchen", an dem man jemanden packen kann, ursprünglich bezeichnete. Den Bart? Ein Ohr? Das Horn? Oder - und das wäre korrekt gewesen - einen Flügel? Yanar flehte: "Das kannste googeln, schnell! Ich hab gesagt: Bleib am Computer!" Es half nichts.

"So ist das, wenn man sein Publikum überschätzt"

Ebenso wenig half der neue Publikumsjoker, bei dem Zuschauer im Studio, die die korrekte Antwort zu wissen glauben, aufstehen dürfen, damit der Kandidat einen Ausgewählten befragen kann. Der kann natürlich auch falsch liegen, wie dieses Mal. Um die Zusatzhilfe zu bekommen, müssen Kandidaten auf die Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro verzichten. Das bedeutet: Wer sich verzockt, geht nur mit 500 nachhause - selbst wenn er der Million schon nahe war. Das macht das Spiel zwar spannender, aber auch viel gefährlicher und hat zumindest Plasberg und Yanar ein bisschen abgeschreckt, einfach auch mal ihr Glück zu probieren.

Dafür mussten die Studiozuschauer dieses Mal einiges an (natürlich nicht ernst gemeinter) Schelte einstecken: "Ich würd mich nicht aufs Publikum verlassen", brüllte Yanar aus dem Zuschauerraum heraus, als bei Plasbergs Runde wieder ein Zuschauervotum anstand. Später war Jauch sich sicher, dass "mindestens fünf Leute" im Studio wüssten, ob Angela Merkel, Wolfgang Tiefensee, Franz Josef Jung oder Brigitte Zypries in den neuen Bundesländern geboren wurde. Es wusste keiner. "So ist das, wenn man sein Publikum überschätzt", witzelte der Moderator.

Es macht gute Laune, diesem undisziplinierten Haufen dabei zuzusehen, wie er Riesengeldbeträge erspielt, die nachher Kinderhilfsprojekten in der ganzen Welt zugute kommt. Auf die Höhe des Gewinns kommt es eh nicht so richtig an: Die insgesamt gewonnenen 721.000 Euro stockte RTL am Schluss der Sendung sowieso auf eine glatte Million auf. Man darf sich jetzt schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr freuen. Vielleicht ist ja auch Engelke wieder mit dabei.

Topquoten für Jauch Fast zehn Millionen Menschen wollten am Donnerstagabend das Prominenten-Special von "Wer wird Millionär" auf RTL sehen: Insgesamt schauten 9,57 Millionen zu, in der für die Werbeindustrie wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen reichte es für einen starken Marktanteil von 33 Prozent. Dagegen hatte Sat.1 mit seinen Krimiserien keine Chance: "Deadline" blieb bei 8,6 Prozent hängen, "R.I.S." nur bei 7,7 Prozent. Das ZDF verzichtete bei seiner André-Rieu-Gala fast völlig auf junges Publikum: Bloß 220.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren schalteten ein (1,8 Prozent Marktanteil).

Von Peer Schader
KOMMENTARE (1 von 1)
 
heiner5362 (23.11.2007, 19:27 Uhr)
endlich
mal was sinnvolles aus nonsense ;)
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