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In English, please!

Als erster frei empfangbarer Sender zeigt ProSieben Maxx englischsprachige Serien im Original. Mehr davon! Fordert Ulrike Klode und erklärt, warum sie das Original der Synchronisation vorzieht.

Endlich. Ich musste ja nur schlappe 17 Jahre warten. Aber seien wir nicht kleinlich, es ist trotzdem ein Grund zur Freude: Endlich traut sich ein deutscher frei empfangbarer TV-Sender, eine US-Serie im Original zu zeigen. ProSieben Maxx (wie Sie ihn empfangen können, erfahren Sie hier) sendet die Dramaserie "Homeland" und die Comedy "Episodes" auf Englisch, bald auch "House of Cards".

Warum mich das so freut? Ein Original ist das Pure, Reine. Kein Übersetzer, der das Gesagte interpretiert. Denn das ist eine Übersetzung ja: eine Interpretation. Wenn ich ein Werk in der Originalsprache rezipiere, bekomme ich es so, wie der Erschaffer es gewollt hat. Und kann es selbst deuten, ohne Mittelsmann. Klar, das funktioniert bei mir nur in einer einzigen Sprache außer meiner Muttersprache: Englisch. Aber die wirklich guten Serien kommen derzeit vor allem aus den USA und aus Großbritannien.

Es geht viel verloren

Bei einer Übersetzung geht aber noch mehr verloren: die Authentizität. Denn aus der Art, wie etwas gesprochen wird, lässt sich viel herauslesen. Ob jemand gestochenes Oxford-Englisch redet oder Südstaaten-Slang. Ob jemand britische Redewendungen wählt oder amerikanische. Hinzu kommt, dass bei vielen Synchronisationen auch ein Teil der Atmosphäre verloren geht - für Sitcoms, die im Studio produziert werden, ist das vielleicht nicht wichtig. Aber gerade für Serien wie "Homeland" ist die Atmosphäre oftmals das, was die Spannung ausmacht.

Ich sage nicht, dass die Synchronisationen im deutschen TV schlecht sind. Die deutsche Branche macht einen guten Job - jede Rolle in einer Serie oder einem Film hat eine eigene Stimme, in den meisten Fällen sind die Übersetzungen richtig gut, bekannten Schauspielern werden feste Sprecher zugeordnet. Vor allem im Vergleich zu anderen Ländern. Polen zum Beispiel: Dort gibt es in vielen Fällen nur eine Männerstimme und eine Frauenstimme pro Sendung und die sprechen jede Männer- beziehungsweise Frauenrolle. Das ist, nett ausgedrückt, Gewöhnungssache. Es gibt auch Länder, in denen fast nichts synchronisiert wird, nur untertitelt. Die Niederländer zum Beispiel werden von klein auf mit Englisch beschallt - entsprechend gut sprechen sie es.

Untertitel als Stütze

Ich will jetzt auch nicht so tun, als wäre mein Englisch perfekt. Das ist es auf keinen Fall. Oft schalte ich bei den DVDs die englischen Untertitel dazu, um auch beim Südstaaten-Gemurmel in "True Blood" oder beim Cockney-Englisch in "Misfits" alle Nuancen mitzubekommen. Und bei "Downton Abbey" gab es einige Wörter, bei denen ich auf dem Laptop nebenbei schnell die Übersetzung nachgeschaut habe. Und ja, es ist auch Gewöhnungssache: Weil ich so viel auf Englisch schaue, fällt es mir leicht. Dass ProSieben Maxx die Originalversion mit deutschen Untertiteln senden will, ist ein gutes Angebot für alle, die bisher selten Serien oder Filme auf Englisch gesehen haben. Aber ich kann Ihnen jetzt schon versprechen: Haben Sie damit einmal angefangen, kommen Sie nicht mehr davon los.

1996, also vor 17 Jahren, hätte ich viel darum gegeben, "Friends" auf Englisch im TV zu sehen. Ich bin mit der Serie, von der damals im Studium alle schwärmten, einfach nicht warm geworden. Seltsame Stimmen. Die eingespielten Lacher immer an der falschen Stelle. Erst als ich mal ein paar Folgen auf Englisch gesehen habe, hat sich mir der Reiz der Serie erschlossen. Ja, sie ist sehr witzig. Aber eben im Original einfach sehr viel besser.

Die zweite Staffel "Homeland" läuft seit 2. Oktober mittwochs um 20.15 Uhr auf ProSieben Maxx, die erste Staffel der Comedy "Episodes" (mit "Friends"-Star Matt LeBlanc) immer donnerstags um 21.20 Uhr. Außerdem zeigt der Sender ab 6. November die erste Staffel "House of Cards".

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