. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. Juni 2010, 18:07 Uhr

Alle Haushalte sollen künftig Rundfunkflatrate zahlen

Die Reform der GEZ-Gebühr steht: Die Rundfunkkommission der Länder hat sich darauf geeinigt, den geräteabhängigen Beitrag abzuschaffen. Stattdessen sollen alle Haushalte eine einheitliche Gebühr zahlen. Damit fällt auch die Jagd auf "Schwarzseher" weg.

GEZ, GEZ-Gebühren, Haushaltsabgabe, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Kirchhof, Rundfunkgebühr

Eine Rechnung der GEZ: Ob es die Gebühreneinzugszentrale weiter geben wird, ist noch unklar© Daniel Karmann/DPA

Die Rundfunkgebühr in Deutschland soll grundlegend reformiert werden - weg von einer Gerätegebühr hin zu einer Haushaltsabgabe. Darauf hat sich am Mittwoch die Rundfunkkommission der Länder unter Vorsitz des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) geeinigt. Künftig soll jeder Haushalt einen einheitlichen Betrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, egal wie viele Fernseher, Radios oder Computer vorhanden sind. Seine Höhe soll durch den Modellwechsel nicht über den bisherigen Beitrag von 17,98 Euro steigen. Gegenwärtig ist die Abgabe an die Art der Empfangsgeräte gekoppelt.

Damit haben die Länder in wichtigen Teilen den Vorschlag des Verfassungsrechtlers Paul Kirchhof aufgegriffen. Der Professor aus Heidelberg hatte die Reform in einem Gutachten für ARD und ZDF als verfassungskonform bewertet. Die Länder sowie die Sendeanstalten müssen nun berechnen, wie hoch die Gebühren genau ausfallen werden. Bisher nehmen die Anstalten über die Kölner Gebühreneinzugszentrale (GEZ) etwa 7,3 Milliarden Euro ein.

Privatsphäre soll geschont werden

"Ziel der Länder ist es, die Finanzierung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine zeitgemäße Grundlage zu stellen, die Kontrollbedürftigkeit innerhalb des Systems deutlich zu reduzieren und vor allem auch die Privatsphäre der Rundfunkteilnehmer zu schonen", erklärten Beck und der Koordinator für die Medienpolitik der unionsgeführten Länder, Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), in Mainz.

In Unternehmen soll die Haushaltsabgabe künftig pro Betriebsstätte erhoben werden, gestaffelt nach der Zahl der Mitarbeiter. Für Kleinbetriebe mit bis zu vier Mitarbeitern soll ein ermäßigter Satz von einem Drittel des regulären Beitragssatzes gelten. Auch für Zweitwohnungen oder Ferienappartements soll nur ein Drittel erhoben werden.

Jagd auf "Schwarzseher" fällt weg

Mit der Haushaltsabgabe wäre der Streit darüber, ob Gebühren auch für internetfähige Firmen-PCs und -Handys (sogenannte Smartphones) erhoben werden sollen, mit denen auch ferngesehen oder Radio gehört werden kann, vom Tisch. Das Aufspüren von "Schwarzsehern" und die fälligen Ermahnungen durch die GEZ fielen weg - denn vermutlich würde die Beweislast umgedreht: Pauschal muss jeder Haushalt erst einmal zahlen, und dann könnten Ausnahmen beantragt werden. Die Verwaltung einer solchen Abgabe könnte effektiver und günstiger werden.

Mit dem auszuhandelnden neuen Rundfunkstaatsvertrag, der zum 1. Januar 2013 in Kraft treten soll, wird es auch in der Frage der Werbung eine kleine Reform geben: Das Sponsoring nach 20 Uhr soll wegfallen, allerdings nicht für Sportereignisse, die den Hauptanteil ausmachen. Von Brauereien präsentierte Krimis gäbe es dann aber nicht mehr.

Die Zukunft der Gebühreneinzugszentrale mit ihren rund 1100 Mitarbeitern ist offen. Die FDP möchte die GEZ am liebsten ganz abschaffen. Die SPD sieht sie aber als effektive Behörde an, die weiterhin, etwa zur Verwaltung der Abgabe, gebraucht werde. Solche Fragen sollen in den kommenden Monaten entschieden werden. Das letzte Wort haben die Länderparlamente.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 79)
 
Mikeorganizer (11.06.2010, 07:55 Uhr)
@also_ne...
Also manchen Lesern muss man wirklich alles erklären wie einem Erstklässler.
Ich freue mich nicht auf die Arbeitslosikeit und vermutlich habe ich in meinem Leben mehr gearbeitet als sie es je getan und tun werden.
Es geht darum, dieses System zu unterwandern und zu zerstören. Ich begrüße die Möglichkeit aufgrund der Situation mich von der GEZ - Zahlungspflicht befreien zu lassen. Jeder gute Bürger sollte dies tun, da er damit die Demokratie dieses Landes gegen die Feinde dieses Landes unterstützt.
Und nein ich bin nicht Links und nein ich bin nicht Rechts - falls Tempelhofer gleich wieder kommt.
Ich sehe mich als wahrer Bürger dieses Landes und vor allem für Gerechtigkeit und Demokratie. Die Voksverrräter sitzen in der Politik, die verbrechericher Weise in die ÖR - Vorstände eingekauft wurden und sich jetzt für so eine Raubsteuer aussprechen.
Jeder Bürger der diese Raubsteuer zahlt, begeht einen Verrat an der Demokratie.
Ende
jomimo (10.06.2010, 19:39 Uhr)
Die ÖR - Anstalten
sind eine Geldvernichtungseinrichtung, um immerzu mehr Geld fordern zu können.

Was ist Grundversorgung ?

Niemals festgelegt worden. Grundversorgung darf also das Machbare sein, koste es was es wolle, auch in Konkurrenz mit jedem dummen Novum der Privatsender. Mit der Haushaltsabgabe sprudelt neues Geld.

Die GEZ übrigens bleibt erhalten, die rund 1100 Mitarbeiter müssen sich ja ab 2013 um die Erfassung der Haushalte kümmern.


Broeselbub (10.06.2010, 18:28 Uhr)
Sind die Angestellten
der GEZ eigentlich Beamte? Muß man meinen denn warum sonst wird die GEZ, wenn die Haushaltsabgabe kommt, nicht aufgelöst. Man braucht die nicht mehr. Einfachdie Abgabe wie die Lohnsteuer vom Lohn abziehen. Bei Arbeitslosen hält das Arbeitsamt die Abgabe ein usw. So kann man bestimmt ein paar Millionen sparen die man dann dem Zwangsgebührenzahler "erstatten könnte".
Aber leider ist alles was einfach ist für unseren Bürokratiestaat zu schwer. Denn dann könnte man auch ein paar Beamte einsparen.
sportartmakler (10.06.2010, 16:07 Uhr)
gez-nutzern?
naja, ihr wißt was ich meene....
sportartmakler (10.06.2010, 16:07 Uhr)
den treuen gez-nutzern sei noch gesagt
dass man mit 7,3mrd natürlich ein besseres programm gestalten kann als die privaten, denen gerade mal um die 700mio zur verfügung stehen.....
80blatt (10.06.2010, 15:53 Uhr)
7.3 Milliarden Euro Gebühreneinnahmen.
Oder so: 7.300.000.000 ?.
Holy Moly... ist einem so gar nicht bewußt, was unsere selbsternannten Programmgötter so im Jahr verbraten. Steht aber irgendwie im krassen Gegensatz zur Programmqualität (auch zur Dauerberieselung mit den immer gleichen Titeln im Radio).

Anderseits ist Privat-Fernsehen-Sehen wegen der überlangen Werbepausen und der teilweise noch übleren Programme (Stichworte Commedians, DSDS usw.) mittlerweile unerträglich geworden.

Aber wie ein Forist schon schrieb, vielleicht muß man den Konsum einfach mal stark reduzieren oder ganz stilllegen. Aber wie beweise ich der GEZ, im Falle der kommenden Beweislastumkehr, dass ich kein Fernsehen/Radio mehr nutze??
mitbestimmen (10.06.2010, 15:26 Uhr)
Unnötige, überteuerte Ausgaben
Wenn ich Gebühren bezahlen muss, dann will ich ein Mitspracherecht bei den teuren, überzogenen Ausgaben der Rundfunkanstalten.
Ich will keinen Jauch, ich will keinen Harald Schmidt, ich sehe kein Fußball, aber ich muss dafür zahlen. Für solche überdurchschnittlich hohen Ausgaben müssen die Gebührenzahler gefragt werden. Teure Sendungen sollen gebührenpflichtig werden, wenn die meisten Gebührenzahler die Finanzierung ablehnen.
traldors (10.06.2010, 15:21 Uhr)
Die Politiker in Berlin (...)
scheinen sich in der Rolle zu gefallen, die Solidargemeinschaft endgültig und "nachhaltig" aufzulösen.
Nur zu (...)
mandy79 (10.06.2010, 15:17 Uhr)
Öffentliche Sender sollten verschlüsselt werden
ich bin der Meinung, dass man die öffentlichen Sender verschlüsseln soll, wie Sky usw. und wer den schrott auf den sendern sehen will kann ja gerne dafür zahlen. ich muss ja auch schon für kabel zahlen, da ich nicht in der glücklichen lage bin zwischen kabel und sat-anlage zu wählen.

und damit habe ich keine probleme, denn die sender schaue ich auch - und dann fällt es leichter zu zahlen, wenn man auch was dafür zurückbekommt.

nur wofür bei der GEZ zahlen - nur weil´s fair ist??????????????

und das die privaten mehr drauf haben als die z.b. ARD sieht man ja schon am eurovision songcontest.

und zu "also ne´s" aussage -

es zahlen doch eh immer nur die die arbeiten, soviel ich weiss können harz4 empfänger davon befreit werden und für die zahlt dann der staat die gebühr - also wieder die arbeitende Bevölkerung (war damals auf jeden fall so) was auch ungerecht ist.
Administrator (10.06.2010, 15:15 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige unsachliche Kommentare und Antworten darauf gelöscht.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
MEHR ZUM ARTIKEL
Die Medienkolumne Adios GEZ - Rundfunkflatrate für alle

Das Gezerre um die Rundfunkgebühren hält an. Haushaltsabgabe statt GEZ-Gebühr heißt die Lösung der Zukunft. Verfassungskonform wäre diese Maßnahme, doch wenn ARD und ZDF weiterhin Werbegeld wollen, könnten demnächst auch die Privatsender abkassieren. mehr...

Reform der Rundfunkgebühren Kirchhof: Das Inquisitorische der GEZ reduzieren

Eine pauschale Haushaltsabgabe könnte dem Vorschlag des Verfassungsrechtlers Paul Kirchhof zufolge das bisherige System einer Gerätegebühr ersetzen. Mit der Reform sollten ARD und ZDF zudem auf Werbung und Sponsoring völlig verzichten. mehr...

Urteil zur Rundfunkgebühr Kläger guckt in die Röhre

Wer sich von der GEZ-Gebühr befreien lassen will, steht laut Gerichtsurteil in der Bringschuld: Er muss nachweisen, dass in seinem Haushalt tatsächlich kein empfangsbereites Rundfunk- oder Fernsehgerät mehr vorhanden ist. mehr...

Extra Die Medienkolumne

Bernd Gäbler kommentiert regelmäßig die aktuellen Ereignisse aus der Medienwelt. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft