. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
21. Dezember 2009, 02:35 Uhr

Nur die Bayern lieben den Bayern-"Tatort"

Wie unterschiedlich die Deutschen fernsehen, zeigt eine neue Studie von Media Control. Besonders stark polarisiert der "Tatort" vom Bayerischen Rundfunk: In vielen Bundesländern schneidet er miserabel ab. Außerhalb Bayerns ist er nur noch in einer Großstadt sehr beliebt. Von Carsten Heidböhmer

Tatort, Einschaltquote, Batic und Leitmayr

Seit 1991 im "Tatort"-Dienst: Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec)© Clemens Bilan/DDP

Eine gerade veröffentlichte Studie der Marktforschungsfirma Media Control über das Fernsehverhalten zeigt, wie unterschiedlich die Deutschen den "Tatort" sehen. Frappierendes Ergebnis: Keiner guckt die Bayern. Der "Tatort" vom Bayerischen Rundfunk (BR) aus München hat die schlechtesten Quoten aller Krimis aus der erfolgreichen ARD-Reihe. Und das mit deutlichem Abstand.

In zwölf von 16 Bundesländern rangieren die Fälle der Kriminalhauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) an letzter Stelle (siehe Infografik) . Das Desinteresse, das den Bayern entgegenschlägt, ist zum Teil gewaltig: In Bremen etwa schalten nur 18,8 Prozent der Zuschauer ein. Zum Vergleich: Den stadteigenen Bremen-"Tatort" wollen mit 33,4 Prozent fast doppelt so viele Zuschauer sehen.

Nichts zu holen gibt es für die Münchner Ermittler auch im Osten: In sämtlichen der fünf neuen Bundesländer rangieren sie auf dem letzten Platz. Absolute Tiefststände erreichen Batic und Leitmayr in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, wo nur 13,2 bzw. 12,7 Prozent einschalten. Lediglich in Bayern und in Hamburg liegen die Quoten über dem Durchschnitt.

So eindeutig die Zahlen sind, so schwierig die Erklärung für dieses eigenartige Einschaltverhalten der Deutschen. An der Qualität der Filme kann es nicht liegen. Nicht nur bekommen die Fälle von BR-"Tatort" regelmäßig hervorragende Kritiken. Auch bei Publikumsumfragen genießen Batic und Leitmayr, die bereits seit 1991 in und um München ermitteln, hohe Sympathiewerte.

Beim Bayerischen Rundfunk reagiert man jedenfalls gelassen auf diese Zahlen. Dort ist man stolz auf die stilistische Bandbreite der Produktionen. Jeder Fall trage hier eine eigene Handschrift. "Wir wollen uns vorbehalten, auch weiterhin zu experimentieren", sagte eine Sprecherin des Senders auf Anfrage. An Batic und Leitmayr wolle man weiter festhalten.

"Tatort" im BR Pro Jahr sendet der BR drei neue "Tatort"-Fälle. Da die Daten der media control zwischen dem 1.1. und dem 8.12. 2009 erhoben wurden, sind nur die Quoten von zwei Folgen für das laufende Jahr eingegangen: "Gesang der toten Dinge" lief am 29. März und schaffte 20,1 Prozent Marktanteil. "Um jeden Preis" vom 18. Oktober brachte es auf 20,0 Prozent - gegen starke Konkurrenz auf RTL, wo zeitgleich die erste Folge des Zweiteilers "Vulkan" lief. Der dritte "Tatort" lief am vergangenen Wochenende - und liegt damit außerhalb des Erhebungszeitraumes. Er erzielte zwar mit 21,7 Prozent eine deutlich bessere Quote als die ersten beiden Fälle des Jahres, liegt damit aber immer noch unter dem Durchschnitt der übrigen Sendeanstalten.

Die Fälle des BR wollten sehen: Sachsen-Anhalt: 12,7 % (17,0 %)
Meckl.-Vorp.: 13,2 % (17,4 %)
Sachsen: 13,9 % (17,0 %)
Brandenburg 15,2 % (19,1 %)
Schl.-Holstein: 16,0 % (23,1 %)
Baden-Württ: 16,8 % (20,9 %)
Rheinland-Pfalz: 16,8 % (20,1 %)
Thüringen: 17,3 % (18,9 %)
Bremen: 18,8 % (24,7 %)
Bundesweit 20,1 % (22,7 %)
Niedersachsen: 20,2 % (24,9 %)
Berlin 20,5 % (22,5 %)
NRW: 22,9 % (25,7 %)
Hessen: 23,2 % (25,2 %)
Bayern: 24,9 % (23,8 %)
Hamburg: 26,2 % (25,5 %)
Saarland: 26,2 % (26,8 %)
(in Klammern: Durschnittliche Quote aller Fälle)

Von Carsten Heidböhmer
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
OneSizeFitsAll (21.12.2009, 14:31 Uhr)
Locker bleiben.......
Warum muss hier über dieses thema direkt wieder eine typisch deutsche Diskussion über Gott un die Welt, Politik, Wendefolgen, Nord- Süd-Gefälle oder Michel's Neid losgebrochen werden?
Legt Euch doch einfach zurück, schaut Euch den Tatort an und sagt dann ganz einfach, ob es euch gefallen hat oder nicht.
Das ist "nur" UNTERHALTUNG!!!
AttaTroll (21.12.2009, 13:00 Uhr)
Tatort-Inflation
Diese Tatort-Inflation nervt. Fast jeden Sonntag ein neuer, dazwischen ewige Wiederholungen auf sämtlichen dritten Programmen, und freitags im Ersten, manchmal sogar auf 3SAT - und das seit Jahren. Demnächst steht der 750. Tatort an. Wen wundert es da noch, dass die Stories immer flacher, die Drehbücher immer abstruser werden. Alles schon mal dagewesen, alles zig-mal abgenudelt.
Mord aus Eifersucht - ein alter Hut, Banküberfälle mit Todesfolge - Schnee von vorvorgestern, Serienmörder - kalter Kaffee. Heutzutage müssen es schon Waffenschiebereien für afrikanische Diktatoren, Auftragskiller, Folteropfer, Geheimdiensteinsätze etc. etc. sein. Oder Dramen mit erhobenen sozialem Zeigefinger - selbstverständlich immer political correct. Schon einmal aufgefallen, dass Migranten im Tatort niemals Gewaltverbrechen begehen, sondern diese immer Opfer sind? Andere beliebte Szenarien: der Ermittler/die Ermittlerin ist selbst insolviert, verliebt sich, wird entführt, verliert einen engen Angehörigen durch Mord oder ermittelt in eigener Sache. Gähn!!! - Wen wundert es da, wenn es eine gewisse Tatort-Müdigkeit gibt?
Ich selbst schaue mir fast nur noch den Tatort aus Münster an, und das nicht wegen den Krimnalfällen, sondern wegen den herrlichen Charakteren Thiel, Börne, Alberich & Co. Für alles andere ist mir mittlerweile meine Zeit zu schade.
fair09 (21.12.2009, 11:42 Uhr)
zum Tatort
für mich als Sachsen ist egal woher der Tatort
kommt,wenn Story und Schauspieler gut sind dann ist es ok.
Das wie rynaldo schreibt der Süden abgekoppelt wurde ist das ganze Gegenteil was man imTV-Alltag erlebt,da sind Sendungen aus den neuen Bundesländern im überregionalen Programm die absolute Ausnahme und wenn was aus dem Osten kommt dann geht es um die Wende immer und immer wieder und vor allem noch von Machern aus dem Westen/Süden..
rynaldo (21.12.2009, 11:07 Uhr)
Deutschland hat eh ein Südstaaten-Problem
Der Süden wurde nach der DDR Übernahme von kulturellen Entwicklung einfach abgekoppelt. Das liegt einerseits daran, dass unsere Regierungsvertreter nur noch in den Dimensionen der "Neuen Bundesländer" denken, anderseits sind die Politiker aus dem Süden zu schwach, um bundesweit wieder Einfluss zu gewinnen. (Die ganz Schwachen schickt man dann in's Europa-Parlarment (Oettinger). Da können sie dann sowieso nichts mehr anrichten. Wirtschaftlich dagegen schaut man sonst mit neidvollen Blicken auf Bayern und BW und freut sich diebisch, wenn dort ein großer Konzern in die Knie geht, genauso wenn Bayern München ein Spiel verliert. Doch zurück zum Thema: Ich glaube Bayern ist insgesamt einfach zu Erfolgreich - das hat man in Deutschland nicht gerne - wir lieben das Mittelmaß und schauen dann lieber eine, in Köln produzierte, pseudobayrische Volksmusikstadel-Sendung, als ein gut gemachter Tatort.
FeydRautha (18.12.2009, 12:13 Uhr)
Ein Schelm ... oder ein Ratloser?

Wer, wie der Autor des Beitrags, die Negierung einer wie auch immer gearteten Bayern-Lobhudelei nicht folgt und darob in die Ecke namens "unterschwellig anti-bayrische Ressentiments" hausieren geht, nun, der muß sich fragen lassen, welcher merkwürzigen Gschaftlhuberei er sich denn verpflichtet fühlt.

Denn mit Strauß & Stoiber war nun einmal - gottseidank - kein demokratischer Staat zu machen ...

Und´: Über kurz oder lang wird auch die Demokratie keinen Bogen um Bayern machen ....

Feyd-Rautha
soera (17.12.2009, 19:19 Uhr)
Der Tatort
Also ich fühle mich erhlich gesagt noch gar nicht alt genug um den Tatort zu schauen. Ich kann die gesehenen Folgen an einer Hand abzählen. Aber grundsätzlich Stiumme ich dem Beitrag bei, die Bayern sind wohl ähnlich mies angesehen in Deutschland wie die Amis :)
MEHR ZUM ARTIKEL
"Tatort"-Kritik Die wilde Nummer der Bayern-Kommissare

Drogensumpf, Panik und Verfolgungsjagden: Im bayerischen "Tatort" verliert Kommissar Batic sein Gedächtnis und gerät unter Mordverdacht. Die wilde Tour de Force des verwirrten Ermittlers ist unkonventionell, dafür umso spannender umgesetzt. mehr...

"Tatort"-Kritik Der Tote an der Tivolibrücke

Ein schwuler Enthüllungsjournalist, alte Gewerkschafter, junge Aufsichtsräte und ein Praktikant namens Panini - kein Wunder, dass die Kommissare Batic und Leitmayr in diesem vielköpfigen Tatort Schwierigkeiten hatten. "Um jeden Preis" ist eine komplizierte Geschichte um Solidarität, und wie weit man für sie geht. mehr...

"Tatort"-Kritik Komödienstadel mit Kräuterhexe

Scharlatan, Hellseher und Kräuterhexe - reich an skurrilen Gestalten ist dieser Esoterik-Hokuspokus. Dem Münchner "Tatort" "Gesang der toten Dinge" könnte schon jetzt ein trauriger Rekord beschieden sein: nämlich als schlechteste Krimifolge des Jahres in die ARD-Statistik einzugehen. mehr...

Ersatz für Sawatzki und Schüttauf Joachim Król wird neuer Tatort-Kommissar

Joachim Król wird ARD-"Tatort"- Kommissar und gibt damit seinen Job als Ermittler "Lutter" beim ZDF auf. Der 52-Jährige werde künftig im "Tatort" des Hessischen Rundfunks (hr) ermitteln, teilte der Sender am Freitag in Frankfurt mit. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft