. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. Januar 2011, 16:52 Uhr

Die Herde verliert das schwarze Schaf

Sie hatte es sich mit allen Mitbewohnern verscherzt - und hielt doch tapfer elf Tage durch. Am Ende einer denkwürdigen Sendung gab Sarah Knappik jedoch auf und verließ das Dschungelcamp. Zurück bleibt eine Truppe, die nun ohne ihren Sündenbock auskommen muss. Von Carsten Heidböhmer

Dschungelcamp, Dschungel, Dschungelcamp 2011, Teilnehmer, Sarah Knappik, Rainer Langhans

Neurotische Zicke: Sogar für den erfolgreichen Stuhlgang ließ sich Sarah Knappik feiern© RTL

Am Ende war der Druck einfach zu groß. Sarah Knappik hat es elf Tage und Nächte unter Menschen ausgehalten, die sie nicht mögen, und deren Ablehnung kontinuierlich gestiegen ist, bis der 24-Jährigen blanker Hass entgegenschlug. Für Sarah war es definitiv zu viel. Ihre Mitbewohner hatten sie bereits mehrfach aufgefordert, aus freien Stücken das Camp zu verlassen - zunächst ohne Erfolg. Doch am späten Abend hatten sich die Ereignisse im Lager überschlagen: Fünf Bewohner um Wortführer Mathieu Carrière stellten ein Ultimatum: "Entweder Sarah oder wir." Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten, als Thomas Rupprath die Blondine gewaltsam daran hinterte, den "Dschungeltelefon" genannten Raum zu betreten.

Spätestens da muss Sarah das Ausmaß der Feindseligkeit klargeworden sein, die sich bei den übrigen Mitbewohnern über die Tage angestaut hatten. Mit Ausnahme von Rainer Langhans, der sich aus den Gruppenprozessen generell raushält, sowie des zaudernden Peer Kusmagk, bildeten die Dschungelbewohner eine Einheitsfront: geeint gegen Sarah. Die hat umgekehrt keine einzige Vertraute, die ihr den Rücken stärkt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sie aufgibt.

Kesseltreiben gegen Sarah

Unter dem verstärkten Schlaf- und Nahrungsmangel hatten die Campbewohner, allen voran Jay Khan und Mathieu Carrière ein regelrechtes Kesseltreiben veranstaltet. Die Art, wie die Gruppe erst im Sarah-Mobbing zu sich selbst fand, wirft kein gutes Licht auf die Beteiligten. Es gehört zu den wertvollen Momenten der fünften Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", diese schäbigen gruppendynamischen Prozesse herausgearbeitet und veranschaulicht zu haben. Künftige Generationen von Soziologie-Studenten werden daran ihre wahre Freude haben!

Sarah hielt in der gestrigen Aussprache den Anwürfen erstaunlich gelassen stand. Dafür konnte sie sich kurz vor Toresschluss doch noch etwas Respekt erwerben. In den vorangegangenen zehn Tagen war die Bochumerin hauptsächlich als hochneurotische Zicke in Erscheinung getreten. Permanent spielte sie sich in den Vordergrund, gierte nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Dazu verstrickte sie sich permanent in Widersprüche: Mal bezeichnete sie sich als hart und tough, dann heulte sie wie ein Schoßhünchen, weil sie glaubte, ein Insekt getötet zu haben. Ein anderes Mal klagte sie über ihre angeschlagene Gesundheit - bei einer gepflegten Zigarette.

"Ihr fehlt der rote Faden"

Ihr Narzissmus trug schon pathologische Züge: So nervte sie das Publikum tagelang mit ihren Verdauungsproblemen. "Auch der erfolgreiche Stuhlgang muss heldenhaft gefeiert werden. Sie kommt raus und möchte Applaus wie ein kleines Kind, was von den Eltern fürs erste Häufchen gelobt werden will", analysierte die Therapeutin Dörte Leyser im RTL-Magazin "Extra" das Verhalten. Ihr Fazit: "Sie ist mit sich nicht eins. Ihr fehlt in ihrer eigenen Person der rote Faden."

Niemand möchte solche anstrengenden Persönlichkeiten in seiner unmittelbaren Nähe haben - doch im Fernsehen haben sie eine magische Anziehungskraft auf die Zuschauer. Sarah Knappik war der Hauptgarant für die exzellenten Quoten, die RTL mit der fünften Staffel des Dschungelcamps eingefahren hat. Und der Sender wusste seine Hauptattraktion richtig einzusetzen. Nicht kleckern, sondern klotzen war das Motto: Von 60 Minuten Sendung gehörten Sarah gefühlte 45. Kein Wunder, dass die anderen Campbewohner da zu kurz kamen.

Seite 1: Die Herde verliert das schwarze Schaf
Seite 2: Ihr unbeholfenes Englisch hat Kult-Charakter
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Sarah K. verlässt das Dschungelcamp Zack, die Bohne - da gibt sie auf

Das Dschungelcamp muss künftig ohne sein Quotenzugpferd Sarah Knappik auskommen. Wie RTL bestätigte, hat die 24-Jährige das Camp freiwillig verlassen. mehr...

Dschungelcamp 2011, 11. Tag Psychokrieg mit Sarah K.

Trinkt Katy Karrenbauer wirklich zu viel? Ist Mathieu Carrière ein Dirty Old Man und Jay Khan ein verkappter Intrigant? Treibt es Indira tatsächlich mit jedem? Es waren pikante Vorwürfe, die Sarah Knappik da durch das Camp funkte. Mit Folgen: Peer in Tränen, Mathieu auf Knien - und ein freiwilliger Abgang. mehr...

"Dschungelcamp"-Nervensäge Sarah Knappik Der gespielte Blondinenwitz

Niemandem räumt RTL so viel Dschungel-Sendezeit ein wie Sarah Knappik. Sie ist 24, plappert unentwegt, legt sich mit allen an - und ist Thema für Millionen Deutsche. Szenen einer tragischen Karriere. mehr...

Rainer Langhans im Dschungelcamp Das haben die 68er nicht verdient!

Mit der Verpflichtung von Rainer Langhans schien RTL ein Coup geglückt zu sein. Doch im wunderbaren Dschungelcamp stört er nur mit seiner esoterischen Pseudofreundlichkeit. mehr...

Ex-Dschungelcamp-Teilnehmer Willi Herren "Sarah Knappik ist ein absolutes No-Go"

Er weiß, wovon er spricht: Vor sechs Jahren ging Willi Herren selbst ins Dschungelcamp. Im stern.de-Interview erzählt er, wann der Lagerkoller ausbricht, wer ihn damals am meisten genervt hat - und wagt eine Prognose, wer Dschungelkönig 2011 wird. mehr...

Medienkolumne Die hohe Kunst der Vorführung

Nicht allein das Geschehen selbst, die menschliche Versuchsanordnung, kann den Erfolg des RTL-"Dschungelcamps" erklären. Wichtig ist die Machart: das Handwerk der Vorführung. mehr...

Quiz Dschungelcamp 2012 Wie gut kennen Sie den TV-Urwald?

Beim Dschungelcamp 2012 kämpfen elf Promis um die begehrte Dschungelkrone. Wie gut kennen Sie sich aus im TV-Reich der Kakerlaken und Überlebenskünstler? Machen Sie den Test! mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft