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24. Januar 2009, 17:18 Uhr

Zoff wegen Stauffenberg-Parodie

Augenklappe, Uniform, angedeuteter Stechschritt: Bei der Sendung "Schmidt & Pocher" vom Donnerstag zog Comedian Oliver Pocher alle Register. 60 Minuten lang absolvierte er die Show in Stauffenberg-Aufmachung - als Parodie auf Tom Cruise und seinen Film "Operation Walküre". Zu viel für ein paar ARD-Rundfunkräte. Sie wollen Pocher jetzt aus dem Sender drängen.

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Oliver Pocher im Stauffenberg-Outfit. Ein paar Rundfunkräte bei der ARD fanden das überhaupt nicht witzig© Klaus Görgen/WDR/ARD

In der ARD droht neuer Ärger um die Late-Night- Show "Schmidt & Pocher". Bei der Sitzung des Fernsehausschusses des Südwestrundfunks (SWR) gab es deutliche Kritik am Auftritt von Oliver Pocher in der Sendung vom Donnerstagabend, die er in Stauffenberg-Uniform bestritt. Bei der nächsten Rundfunkratssitzung am 27. März soll das Thema mit ARD-Programmchef Volker Herres erörtert werden, sagte der Vorsitzende des SWR-Landesrundfunkrates, Volker Stich, am Samstag und bestätigte einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten".

Pochers Auftritt als Parodie auf Tom Cruise, der in dem Film "Operation Walküre" den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg darstellt, wird von dem Gremium als misslungen bewertet. "Die überwiegende Mehrheit von uns, bestimmt 80 bis 90 Prozent, ist der Meinung, dass Herr Pocher der ARD nicht gut tut", sagte Stich der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe zunehmend Stimmen, die davor warnten, Pocher künftig in der ARD eine eigene Show zu geben.

ARD-Programmchef Herres hatte angekündigt, er wolle mit Pocher verhandeln, um ihn in der ARD zu halten. Vorangegangen war die Entscheidung, die Late-Night-Show von Harald Schmidt und Oliver Pocher in der bisherigen Form im April dieses Jahres einzustellen. Der SWR-Landesrundfunkrat sei froh über das Ende der Reihe, betonte Stich. "Wir sind absolut unzufrieden mit dem Format."

Das Gremium wolle sich nun um eine Korrektur der ARD-Pläne bemühen. Es sei nicht der Meinung, dass Pocher um jeden Preis gehalten werden müsse. "Wir müssen etwas anderes anbieten als nur verbale Entgleisungen. Diesen Weg sollten wir nicht gehen - das können wir den Privaten überlassen", meinte Stich.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach aus SWR-Kreisen deutlichen Unmut über Pochers Auftritte in der Late-Night-Show gegeben. Einmal ging es um das sogenannte Nazometer, bei dem Begriffe aus der Nazizeit getestet wurden. Ein anderes Mal sorgte ein Dialog von Pocher mit Rapperin Lady Ray Bitch für Aufsehen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 52)
 
cebo21 (26.01.2009, 11:42 Uhr)
Herr Oliver Pocher ist unumstritten eine
Bereicherung für die deutsche Medienlandschaft. Er wird uns, hoffentlich, die nächsten Jahrzehnte mit seiner Spontanität begleiten.
Er ist garantiert in vielen Belangen lustiger als einige Köpfe, die von sich glauben sie wären komisch.
Das die ARD mit seiner erfrischenden Art seine Problemchen hat, zeigt nur ihren beschränkten humor auf.
Bitte Fenster aufmachen und frischen Wind reinlassen. Schönen Dank.
vegefranz (26.01.2009, 08:03 Uhr)
@russel: Mohammed-Parodie
Meine ich ja auch, dass eine Mohammed-Parodie möglich sein würde. Allerdings: Sowas würde sich Pocher (irgendein anderer auch nicht) nicht trauen. Da könnte er sich in Deutschland 2009 vor Morddrohungen nicht mehr retten und müsste lebenslang Polizeischutz in Anspruch nehmen. Eine Mohammed-Parodie wäre also mutig, alles andere ist ein kalkulierter Miniskandal
Countryjoe (26.01.2009, 06:32 Uhr)
Weg damit!
Was dieser Garant für totale Niveaulosigkeit im öffentlich rechtlichen verloren hat, ist mir sowieso ein Rätsel. Raus aus dem Fernsehen und ab in die Mehrzweckhalle. Für letzteres mag es ja noch reichen, wenn das Publikum schon kurz vor dem Koma steht.
Bunsenbrenner (25.01.2009, 17:37 Uhr)
Die Wahrheit ist doch...
dass Pocher nix kann. Er kann nicht vernünftig reden und seine Gags sind lau. Die Sache mit Stauffenberg ist ja vom Ansatz gar nicht so schlecht, da diese Person zu sehr verehrt wird, was einige Leute ja auch schon richtig geschrieben haben und der Film mit Cruise soll ja völlig eindimensional sen. Daher kann ich mir kaum vorstellen, dass es um "den großen Helden der deutschen Geschichte", sondern eher um das Unvermögen Pochers geht.
Kommentator21 (25.01.2009, 10:19 Uhr)
@otheropinion
100 % Zustimmung
Kommentator21 (25.01.2009, 10:17 Uhr)
Pocher
ist hundert tmal besser als der Scientologen Auftragsmüll, das die Greise und Apparatschiks beim Nomenklatura BRD Staatsfernsehen das anders sehen ist normal, man hat nämlich einen Auftrag die Bevölkerung politisch-ideologisch über die pözen Nazis mindest täglich mehrfach aufzuklären das sie das Tätervolk sind, Adolf Nazi ist der Renner im BRD Fernsehen, täglich mindestens ein Aufklärungsfilm.
eltalein (25.01.2009, 09:59 Uhr)
Stauffenberg Parodie müsste........
Tom Cruise und diesen Volks-Verdummer Film noch viel härter treffen.
Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg und einige Nazi-Massenmörder werden heute immer noch als Helden dargestellt. Im Juni 1944 war der Krieg für Deutschland entgüldig verloren. Der Graf und einige Herren wollten vor den Siegern ihre Haut und Besitztümer retten, das ist die Wahrheit. Wenn Graf Stauffenberg wirklich so ein Held war, warum hat er Hitler nicht einfach erschossen..?
botoxia (25.01.2009, 09:12 Uhr)
Rampensau und Frontgockel
Leute, wer sonst würde sich so zum Brot machen, wie der. Mutig, mutig.
arniston (25.01.2009, 03:38 Uhr)
bitte,
wo ist heute eigentlich die grenze zur geschmacklosikeit ?
wenn der sozialdemokrat schröder die leiharbeit einführt,mit der 5 frau in einer villa wohnt ? oder was..!
SethusCalvisius (25.01.2009, 02:29 Uhr)
Wenn man bedenkt,
dass Charlie Chaplin noch wähernd der Nazi-Zeit eine Parodie auf Hitler gedreht hat, die wir sogar in Deutschland sehen dürfen, ist es schon komisch, dass diese Zeit sonst konsequent ausgespart werden muss. Ich meine, die Parodie von Pocher war gnadenlos schlecht, wenn sie gut gewesen wäre, hätte ich nichts dagegen gehabt. Dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit so etwas Probleme hat, haben ja auch schon echte Kabarettisten wie Dieter Hildebrandt erleben müssen. Aber wenn dieser "Skandal" dazu führt, dass wir Pocher endlich loswerden, hat es ja zumindest etwas gutes.
P.S. An alle, die jetzt wieder sagen, ich könnte ja umschalten, wenn ich Pocher nicht sehen will: Die Zwangsabgabe für die öffentlich-rechtlichen (GEZ) rechtfertigen sich nur durch den höheren Anspruch dieser Sender. Wenn der nicht mehr erkennbar ist, sehe ich auch nicht mehr ein, dafür zu zahlen.
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