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"Wir brauchen nicht Hetze, sondern Hirn und Härte"

Die Chefredakteurin des WDR, Sonia Seymour Mikich, hat klare Worte für die Silvesternacht von Köln gefunden. Sie verurteilt die Taten, warnt aber vor pauschalen Vorverurteilungen. Im Netz wird ihr Video-Kommentar tausendfach geteilt.

Die Chefredakteurin des WDR, Sonia Seymour Mikich

Sonia Seymour Mikich: Die Chefredakteurin des WDR findet, die Situation benötigt keinen "Generalverdacht, sondern Generalvernunft"

Die schlimmen Vorfälle der Silvesternacht in Köln sorgen für bundesweite Diskussionen. Die einen werfen Polizei und Politik ihre Versäumnisse vor, die anderen schreien direkt nach Konsequenzen. Wiederum andere mahnen zur Ruhe und warnen vor pauschalen Verurteilungen. Besonders klare Worte fand die Chefredakteurin des , Sonia Seymour Mikich: "In der Silvesternacht war der Bahnhofsplatz in Köln rechtsfrei, ein Angstraum für Frauen", sagt sie.

"Da wird nicht nur der Rechtsstaat brüskiert sondern meine ganz persönlichen Werte sind bedroht, und dann von Antanzen und Ablenkungsmaschen zu sprechen, vernebelt die Frauenverachtung dahinter." Die ehemalige Moderatorin des Politmagazins Monitor stellt als "Merkposten" auf: Dunkelhäutige seien nicht von Natur aus notgeil und die allermeisten Flüchtlinge würden vor Gewalt fliehen.

Mikich: "Hirn statt Hetze"

"Wir brauchen nicht , sondern Hirn und Härte", stellt Mikich klar. "Niemand, egal welcher Herkunft, welcher Kultur, welcher Motivlage, welchem Promillegrads, darf straflos solches machen. Das ist nicht Generalverdacht, sondern Generalvernunft und steht im Gesetz."

Auch die mit Spott und Kritik überhäuften Aussagen von Oberbürgermeisterin Reker kommentiert die Journalistin: "Wer muss hier eigentlich Verhaltensregeln lernen und wer, diese durchzusetzen?", sagt sie zu den aufgestellten Verhaltensregeln für junge Mädchen und Frauen.

Der Kommentar findet im Netz auf viel Zustimmung. Mehr als 5000-mal wurde er bereits geteilt, rund 6500 Menschen drückten auf den "Gefällt-mir"-Knopf. Viele Nutzer bedanken sich bei Mittich für die klaren Worte. "Ein guter und durchdachter Kommentar", ist etwa auf Facebook unter dem Posting zu lesen. "Auf den Punkt", ist auf Twitter zu lesen. Auch die Urteile "Wahre Worte", "klug" oder "alles drin", sind dort zu finden. 

Den Kommentar in voller Länge sehen Sie hier:

Ein rechtsfreier Angstraum für Frauen – das ist eine neue Dimension der Kriminalität in Deutschland, meint Sonja Seymour Mikich. Die Taten von Köln haben aber auch den Fremdenhass im Netz noch ekliger werden lassen. Doch die allermeisten Flüchtlinge fliehen vor Gewalt und üben sie nicht aus. Daher brauchen wir nicht Hetze, sondern Hirn und Härte.

Posted by tagesschau on Tuesday, January 5, 2016


fin

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