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8. September 2006, 14:58 Uhr

40 Jahre Kirk & Co.

Mit Vulkaniern fing es an: In den unendlichen Weiten des Weltraums fand die Besatzung der Enterprise immer wieder Freunde - und Feinde. Vor 40 Jahren ging "Star Trek" erstmals auf Sendung.

"Mister Spock" alias Leonard Nimoy und "Captain Kirk" alias William Shatner erinnern sich gern an außerirdische Zeiten© Frazer Harrison/Getty

Nach heutigen digitalen Standards sind die "Spezialeffekte" der Original Star Trek-Serie amateurhaft: Das berühmte Raumschiff Enterprise sieht aus wie eine Frisbee-Scheibe, an die ein paar Batterien aufmontiert wurden. Die fremden Galaxien, die zu erobern Captain Kirk und seine Mannschaft auszogen, wirken auf gemalter Hintergrund-Pappe keineswegs beeindruckend. Und über die hautengen, Raumanzüge von Kirk, Spock und Scotty lässt sich modisch sowieso streiten. Trotzdem wurde die SciFi-Serie, die vor 40 Jahren am 8. September 1966 zum ersten Mal auf dem US-Sender NBC lief, zum Kult.

Außerirdischer Zeitgeist

Der Sender NBC selbst drang mit der Star-Trek-Serie in "Galaxien vor, die nie ein Mensch gesehen hat", wie es in dem berühmten Vorspann heißt - gesprochen von William Shatner alias James Tiberius Kirk. Bis Produzent und Drehbuchautor Gene Roddenberry mit der Idee ankam, gab es nämlich noch kein Science-Fiction im Fernsehen. Nur wenige Jahre bevor der erste Mensch den Mond betrat, mitten in politischen Spannungen wie Kubakrise und Kalter Krieg trafen die Fantasien über das Leben auf anderen Planeten allerdings mitten den Zeitgeist. "Beam mich rauf, Scotty", kam da als Flucht von der Realität gerade recht. NBC nahm die Serie allerdings nicht allzu ernst und stufte sie unter Kinderprogramm ein - obwohl Roddenberrys Themen keineswegs so kindlich waren und unter dem Denkmantel von SciFi so manche sozialen Brennpunkte aufgriffen.

Furore machten nicht nur die intergalaktischen Reisen der "Enterprise"-Mannschaft, sondern ein Filmkuss: Als der weiße Captain Kirk der Afroamerikanerin Leutnant Uhura (Nichelle Nicols) einen Kuss auf den Mund drückte - wenn auch laut Drehbuch durch eine fremde Macht gezwungen - sorgte das im Amerika der Rassentrennung 1968 für einen Skandal. Einige Südstaaten weigerten sich jahrelang, die Folge auszustrahlen. Nach zwei Staffeln sollte die Serie abgesetzt werden. NBC hatte jedoch nicht mit der breiten Fangemeinde gerechnet, die heute "Trekkies" genannt werden: Nach einem massiven Protest per Briefaktion, gab es noch eine dritte Staffel. 1969 war dann zunächst endgültig Schluss mit der Original-Serie.

"Star Trek" war nur der Anfang

Sie inspirierte jedoch noch mehrere Folgeserien mit insgesamt 726 Episoden, zehn Kinofilme, hunderte Romane und Computerspiele. Jedes Jahr treffen sich die wahren "Trekkies" zu überregionalen Conventions, veranstalten Star-Trek-Nächte, laufen in Kostümen herum und unterhalten sich in der Fantasiesprache "Klingonisch". Eine Begeisterung, die sogar William "Käpt'n Kirk" Shatner unverständlich bleibt. "Ist wohl alles eine Frage der richtigen Drogen", sagte der heute 75-jährige gebürtige Kanadier einmal im Interview.

Für Puristen stahlt CBS ab dem 16. September jetzt die originalen 79 Episoden aus - allerdings nach neuestem Standard digital aufgemöbelt. Raumschiff Enterprise ist dann wirklich auf dem Weg in 21. Jahrhundert. Die deutschen "Trekkies" mussten übrigens bis 1972 warten, bis die Serie im ZDF anlief.

 
 
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