. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. März 2010, 20:00 Uhr

Vom Kampfterrier zum Schoßhündchen

Früher füllte er seine Sendungen mit Krawall und Provokationen. Jetzt präsentiert sich TV-Großunternehmer Stefan Raab als Anti-Bohlen und empfiehlt sich für die große Familienshow. Von Alexander Kühn

Unser Star für Oslo, Eurovision Song Contest, Grand Prix, Stefan Raab, Lena, Lena Meyer-Landhut

Stefan Raab, 43, macht die Castingshow wieder seriös© DPA

Soll ja immer noch Menschen geben, die nicht mitbekommen haben, dass der alte Raab nicht mehr existiert. Was nur daran liegen kann, dass sie lange nicht mehr ProSieben geschaut haben. Kein Turmspringen, keine Wok-WM. Nichts, was irgendwie nach Stefan Raab riecht. Auch nicht "Unser Star für Oslo", seine Suche nach einem international vorzeigbaren Kandidaten für den Eurovision Song Contest, die an diesem Freitag ihren Abschluss finden wird.

Es müssen dieselben Menschen sein, die sich reflexartig bekreuzigen, wenn sie nur seinen Namen hören. Weil sie ihn sich immer noch so vorstellen, wie der stern ihn vor zehn Jahren auf einem Titelbild zeigte, Raab mit fiesem Grinsegesicht und Teufelshörnchen, darunter stand: "Satansbraten".

Früher war Raab der Rabauke

Raab sang vom Kiffen. Er überfiel harmlose Zeitgenossen mit dämlichen Fragen. Zupfte Rex Gildo am Toupet. Reizte den Rapper Moses Pelham so sehr, dass der ihm eins auf die Zwölf gab. Bei einem Auftritt in der "ZDF-Hitparade" sang er mutwillig einen falschen Text, demolierte Instrumente und ließ den Siegerpokal fallen. Eine bis dato weitgehend unbekannte Frau Zindler, die mit ihrem Nachbarn einen Streit vom Maschendrahtzaun gebrochen hatte, wovon sie lauthals und mit sächsischem Idiom in einem Fernsehbeitrag kündete, veralberte er mit einem Countrysong. Über ein Mädchen zog er her allein wegen ihres Namens: Lisa Loch.

Und jetzt? Ist er 43. Und aus dem Gröbsten raus. Trägt in der Öffentlichkeit fast immer Sakko, auch vor ein paar Wochen, als der stern ihn in Köln besucht. Wenn man hinter ihm steht, sieht man, dass ihm die Haare ausgehen. Nimmt der Fotograf die Stelle ins Visier, Haarverlust kreisrund überm Stiernacken, schaut Raabs Pressefrau nicht sehr froh. Im Interview äußert Raab sich über die Kollegen Jauch und Gottschalk; hinterher fragt er einen vorsichtig, ob das auch nicht falsch rübergekommen sei. Als er über "Unser Star für Oslo" spricht, wird er staatstragend: "Mir geht es darum, in unseren Shows einen talentierten Künstler zu finden, mit dem sich die Menschen identifizieren."

Er wirkt, als habe er die Kreidefelsen von Rügen gefressen

Da sitzt er also, zunächst bei seinem Haussender, zum Ende hin nun beim Kooperations-Partner ARD - und arbeitet daran, dass Seriosität einkehrt im Casting-Showgeschäft. Als Jury-Präsident von "Unser Star für Oslo" wirkt er, als habe er die Kreidefelsen von Rügen gefressen. Man hört ihn loben: "geiler Groove", "besser als das Original", "ich war echt geflasht". Und wenn er doch mal kritisieren muss, dann betont er, dass das "auf hohem Niveau" geschehe. Deutschland hat den Anti-Bohlen.

Bei "USFO" wird niemand beschimpft, weil er mit nasser Hose vor die Jury tritt. Teilnehmerinnen werden nach ihrem Gesang beurteilt und nicht nach ihrer Oberweite. Wer hier mitmacht, darf sich auf den Auftritt konzentrieren - ohne daran zu denken, mit welchen Schnurren aus dem Knast er die Leser von "Bild" unterhalten könnte.

  zurück
1 2
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
berns4000 (14.03.2010, 19:39 Uhr)
Es ist schon kühn, Herr Kühn,
diesen Angeber Raab so zu loben.
Klar, unter den Blinden ist der Einäugige König.
Wenn man es so sieht, ist er eben König Raab.
Nur eben, dass seine Sendungen alles andere als geistvoll sind. Sie reihen sich ein in den ganzen Mist, der seit Jahren im TV in Deutschland gesendet wird.
Layla (13.03.2010, 10:32 Uhr)
Ich finde, diese beleidigenden,
an Rufmord grenzenden Kommentare sollte man nicht so stehen lassen - wenn man es überhaupt als sinnvoll und angemessen erachten kann, sie überhaupt zu veröffentlichen. Aber einen Menschen einfach so als Verbrecher zu bezeichnen... oder wie in der Überschrift als Tier... das ist für mich unterste Schublade und zeigt, welcher Geist hier offenbar vorherrscht. Schade.
Layla (12.03.2010, 15:28 Uhr)
Stefan Raab ist kein Hund,
und so finde ich den Titel weder passend noch einfallsreich, sondern nur geschmacklos. Die Schwarz-Weiß-Sichtweise ist außerdem ermüdend und wird einem komplexen Charaker ebenso wenig gerecht wie einem differenziert urteilenden Betrachter / Leser.
tobix (12.03.2010, 14:32 Uhr)
TV Total
Die allabendliche "TV Total"-Show finde ich mittlerweile nur noch peinlich. Merkt er das nicht selber? Lustig ist das kein bisschen mehr.

Okay, als Inspirationsquelle und Testareal für neue richtige Shows vielleicht geeignet, aber anschauen mag ich das schon lange nicht mehr.
Ryan2k (12.03.2010, 14:08 Uhr)
100% aggree with Obstmann
Zu Raab sein gesagt:

1. Er ist wirklich mit seiner Zielgruppe gewachsen.

2. Es gibt einfach keinen im TV der soviel erreicht hat wie er, ein einfach Metzgergeselle.

3.Schlag den Raab ist wohl die Samstagabend Show 2009 gewesen, ich glaube(weiß es nicht zu 100%)das die Show die besten Qouten hatte. Die viele Werbung ist nervig aber gehört einfach dazu, da man ja kein Lust hat sich die Leute beim Umziehen aunzuschauen !
Obstmann (12.03.2010, 12:08 Uhr)
@wonderwobble
Naja, ich finde man muss schlicht differenzieren zwischen der Printausgabe und der Internetausgabe...Während die Printausgabe nur seriöse Autoren enthalten sollte finde ich es hier im Internet auch sehr erfrischend, wenn gelegentlich mal jemand "bloggt" der sich dem Jugendjargon verschrieben hat. Ich fand den Text erfrischend geschrieben und musste sogar mal zwischendrin lachen. Bei solchen Themen wie Raab, die nicht die Politik oder andere erste Themen schneiden, darf doch wohl mal frisch und frech geschrieben werden. Passend zum Thema und einfach erheiternd... Die Rechtschreibfehler sind bedauerlich, aber wenn man nicht zu heikel ist, kann man da auch mal darüber hinweg sehen.
Schlimmer finde ich es, wenn sich seriöse Berichterstatter wie der Herr Jörges an Themen wie Film (Avatar) oder Religon (Missbrauch) versuchen und dort bei erstgenanntem mit persönlicher Meinung (uninteressant) und bei zweitem mit Halbwissen glänzen...Schuster bleib bei deinen Leisten heißt es zurecht!
elperiquitobestial (12.03.2010, 11:39 Uhr)
mitgewachsen
Stefan Raab ist schlicht mit seiner Zielgruppe mitgewachsen ;-)
laketahoe (12.03.2010, 11:07 Uhr)
Wer ist der Maßstab?
Wenn es so wie der Autor bemerkt, tatsächlich so ist, dass Raab als Jurypräsident wirkt, als hätte er die Kreidefelsen von Rügen gefressen, dann frage ich mich, wer das Maß festgelegt hat, dem Moderation heute zu entsprechen hätte..... sieht spannende Moderation wie die Dieter Bohlens oder einem der anderen Krawallheinis und -tanten aus.....?

Mitnichten!

Ich empfinde auch den gereiften Stefan Raab als anarchischer, frecher und frischer als alled anderen TV-Macher im Unterhaltungsgenre. Als intelligenter und "gebildeter" sowieso.

Ich finde, man sollte die Frage stellen, wer von den Kollegen beherrscht den Beruf wie Raab das tut?

Während bei Gottschalk und anderen Kollegen nur Fremdschämen hilft, wenn internationale Gäste auf der Couch sitzen, zeigt sogar ein oberflächlich vorbereiteter Raab noch immer die bessere Performance (er hat ohnehin längst die besten internationalen Gäste, wenn es um Musik geht).

Fazit: Um gute Unterhaltungssendungen zu machen braucht es auch Hirn und Respekt vor dem, was der andere kann. Und da sieht es bei so manchen Kollegen von Raab ganz zappenduster aus..... Und die Leute bei DSDS (alle Vier!) oder GNTM, inklusive Klum sind sowieso einfach nur Grotte!
gunnarhaeger (12.03.2010, 10:27 Uhr)
Nichts hinzuzufügen
ist diesem Kommentar. Man muss auch mal anerkennen, wie viele Events er ins Leben gerufen hat, die heute Kult sind.
Wenn einer bei den öffentlich-rechtlichen einigermaßen von Verstand ist, dann holt er diesen Raab zu seinem Sender. Und was wirklich verwundert: Alle, wirklich alle 20 Kandidaten von USFO waren um Längen besser als das, was Bohlen und Co. uns anbieten.
einsatzreicht (12.03.2010, 10:09 Uhr)
Gute Unterhaltung
Ich habe jetzt diese Castingshows nicht gesehen, weil mich so was nicht interessiert. Allerdings muss ich gestehen, dass ich z. B. Schlag den Raab als die z. Zt. beste Abendunterhaltung empfinde. Die Sendung kann ich bedenkenlos mit meinen Kindern ansehen und es gefällt allen. Selbstverständlich nur aufgenommen, am nächsten Tag angesehen, und von jeglicher Werbeunterbrechung und Showacts "befreit".
MEHR ZUM ARTIKEL
Stefan Raabs "Unser Star für Oslo" Die Zukunft des Grand Prix ist weiblich

Die Wetten auf die Finalteilnehmer waren schon platziert. Doch just als sich bei Stefan Raabs Suche nach unserem Star für Oslo Routine einzustellen schien, schied völlig überraschend ein sicher geglaubter Finalist aus. Auch das gute alte Glätteisen half nichts: Dursti ist draußen. mehr...

TV-Sendung "Unser Star für Oslo" Endstation für Sharyhan Osman

Lena kiekst, Kerstin zirpt, Dursti rockt - und am Ende fliegt einer raus: Bis auf das Senderlogo in der Bildschirmecke business as usual im Viertelfinale von "Unser Star für Oslo". Nur Fräulein Rottenmeier nervte ein wenig. mehr...

"Unser Star für Oslo" Weinkrampf, Wasserwerfer, Westerwelle-Bashing

Eine Geschlechterverteilung, von der "DSDS" nur träumen kann: Sieben Frauen und drei Männer - so sah das Teilnehmerfeld der dritten Ausgabe von Raabs Talentsuche in Sachen Grand Prix aus. Dabei glänzte die Jury als heimlicher Star. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft