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Stilistik

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Gottschalk und
Gottschalk und "Wetten, dass ..?"
Eine ra geht zu Ende

Es war doch nur Fernsehen. Aber es war lange Zeit eben ungewhnlich groes Fernsehen. Nur gemeinsam hatten "Wetten, dass ..?", und Thomas Gottschalk Erfolg. Jetzt ist endgltig Schluss. Was bleibt?

Hochzeit von William und Kate
Hochzeit von William und Kate
Das Knigshaus verweigert eine Revolution

An den Hochzeiten und Trauerfeiern des britischen Knigshauses lsst sich der Aufstieg des Fernsehens zum Leitmedium ablesen. Kate und William haben die Chance verpasst, Neuland zu betreten.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Bordeaux 2009: die ultimative Empfehlung!

2009 Châ teau La Vieille Cure (Rotwein, Frankreich) In der aktuelle Ausgabe des Wine Advocate schwärmt Robert Parker über die hohe Qualität des erst vor Kurzem auf die Flasche gefüllten Bordeaux-Jahrgang 2009. Dieser Bericht sorgte für solch immense Aufmerksamkeit, dass die Website des Advocate zeitweise völlig zusammenbrach. Unglaublichen 19 Weinen verlieh Parker die "volle Punktzahl" von 100. Im Vergleich: Im international hochgelobten Jahrgang 2005 waren es gerade einmal zwei 100-Punkte-Weine. Leider bringt dieser Hype und die schon seit Jahren vorherrschende Preisentwicklung im Bordelais einen großen Nachteil mit sich: Es gibt so gut wie keine Weine mehr, die ein wirklich attraktives Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Die mit 95 bzw. 18 oder mehr Punkten dekorierten Weine bewegen sich meist ausserhalb des Irdischen und es werden drei- bis vierstellige Eurobeträge eingefordert. So ist die heutige Weinlakai-Empfehlung eine Riesenausnahme und nur bei dem genannten Händler für noch unter 20,- EUR zu bekommen. +++ Hier den Weinlakai-Newsflash abonnieren +++ Wenig überraschend möchte ich zugeben, dass ich recht viel Wein trinke bzw. professionell ausgedrückt "verkoste". In diesem Zuge kommen mir die unterschiedlichsten Gewächse ins Glas, mal weniger gut, mal hervorragend. Dabei erfreue ich mich immer an der Tatsache, dass kein Wein gleich schmeckt. Zu stark ist der individuelle Einfluss durch die Rebsorte, das gebietsspezifische Klima, den Boden und natürlich der menschlichen Komponente im Weinberg und -keller. Allerdings gibt es nicht selten eine Verwandtschaft in Machart und Stilistik von Weinen. Sehr ausgeprägt ist diese "Familienzugehörigkeit" bei Weinen aus dem Bordeaux. Auch wenn man die Weine streng genommen in zwei Kategorien einteilen muss – Cabernet-Sauvignon-geprägte Weine und Merlot-geprägte Weine – so ist der Stil und Charakter immer unverkennbar. Bei mir persönlich löst das Verkosten eines guten Bordeaux ganz besondere Gefühle aus. Solche Weine sind etwas ganz Spezielles, sie befinden sich in einer völlig eigenen Dimension und das Adjektiv, das mir bei einem hochwertigen und gut gemachten Bordeaux immer in den Sinn kommt ist vornehm . Die Weine zeichnen sich durch Anmut und Zurückhaltung aus, ohne dabei langweilig zu sein. Ganz im Gegenteil: Sie strahlen ihre Qualität so subtil und zugleich unmissverständlich aus, dass es an Arroganz grenzt. Und man stellt sich unweigerlich die Frage, wie es diese Weine schaffen ihre Größe so beiläufig zu vermitteln. Für mich liegt die Antwort in dem mächtig überstrapazierten Begriff "Balance". Nur wenn ein Wein ohne einen vordergründigen und sofort identifizierbaren Charakter daherkommt, kann er balanciert bzw. elegant wirken. Es sind keine Fruchtbomben, keine Alkoholbrenner oder Tanninmonster, es sind feingliedrige Weine mit wohl dosierten Anteilen aller wichtigen Weinattribute. Nun hoffe ich, dass meinen Lesern mittlerweile aufgegangen ist, dass ich nicht nur über Bordeaux im Allgemeinen spreche, sondern auch von dem heute empfohlenen Château La Vieille Cure aus 2009. Er ist ein wunderbares Exemplar der eben beschriebenen Charakterzüge und verzaubert bereits nach dem ersten Schluck. Der Wein stammt aus der Appellation Fronsac und gehört somit zum so genannten "rechten Ufer" (der Gironde bzw. Dordogne ), das für Merlot-dominierte Weine steht. Meist im Verschnitt mit Cabernet Franc und häufig auch einem kleinen Teil Cabernet Sauvignon und/oder Malbec. D.h. im Gegensatz zu den Weinen des "linken Ufers", die zum größten Teil Cabernet Sauvignon enthalten, ist der La Vieille Cure weniger von den typischen Noten schwarzer Johannisbeeren und "Zigarrenkiste" geprägt, sondern spielt hier vielmehr eine deutliche Aromatik von roten Beeren eine Rolle. Nachdem Parker dem Vieille Cure in seiner Bewertung "vom Fass" zunächst 90-93 Punkte gab, bewertete er ihn nun abschließend mit 93 Punkten und bezeichnet den Wein als "sleeper of the vintage that considerably over-performs for its modest price" und schließt mit den Worten "this is an obvious great value!". Die Appellation Fronsac gehört zwar momentan nicht zu den großen prestigeträchtigen Appellationen im Bordeaux, doch war dies bis weit in das 19. Jahrhundert ganz anders. Damals war Fronsac sogar bedeutender als der direkte Nachbar Pomerol. Durchaus erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Pomerol u.a. den wohl exklusivsten und teuersten Wein des Bordeaux überhaupt hervorbringt: Château Pétrus . Die Weinberge des Château La Vieille Cure tauchen bereits auf einer Karte von 1780 auf und als das Weingut 1986 durch einen Bordeaux-Liebhaber gekauft wurde, stand für ihn sofort fest, dass auf diesem historischen Boden großes Potential liegt. Seitdem wurde das Château aufwendig renoviert, die Kellerei auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht und die Weinberge zum Teil neu bepflanzt. Die Rebstöcke haben dennoch ein Durchschnittsalter von 40 Jahren und sind so in der Lage extraktreiche Beeren mit toller Konzentration entstehen zu lassen. Es wird ausschließlich von Hand geerntet und es erfolgt eine zweifache Sortierung (vor und nach dem Abbeeren). Die Mazeration des Weines dauert ca. einen Monat und anschließend wird er drei Wochen in Edelstahltanks vergoren. Die malolaktische Gärung findet dann bereits in kleinen Eichenfässern statt. Der Wein kostet anderswo bereits 25,- Euro und so erhalten meine Leser mit dieser Empfehlung die rare Möglichkeit, einen tollen Bordeaux aus einem sensationellen Jahrgang zu erwerben. De facto ist mir kein 2009er Bordeaux untergekommen, der ein so gutes Preis-/Genussverhältnis bietet. 2009 Châ teau La Vieille Cure (Rotwein, Frankreich) Auge: Dichtes Rubinrot/Violett . Nase: Rote Merlot-Frucht vermischt mit Noten von Kohle, schwarzen Himbeeren, schwarze Johannisbeeren, Bleistiftspäne und Trüffel.  Gaumen: Voller Körper, rein mit schöner Textur und Vielschichtigkeit. Sonstiges: Besteht aus 74% Merlot , 22% Cabernet Franc und 4% Cabernet Sauvignon . Bis 2027 zu trinken. 93 Punkte (Quelle der Bewertung: Wine Advocate, Robert Parker, Februar 2012) Meine Einkaufsempfehlung: Pinard de Picard 18,60 EUR/Fl. (5,- EUR Versandkosten, ab 200 EUR frei) Hier klicken! Stand: 28.03.2012 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Rioja ohne Holzinfarkt!

2005 Viñ a Herminia Reserva (Rotwein, Spanien) Fast zwei Monate ohne Weinlakai-Empfehlung ist eine lange Zeit und ich danke den Lesern, die mich via E-Mail auf diesen Missstand hinwiesen. Böse Absicht war es nicht, vielmehr eine unendlich scheinende Phase des "Nicht-Riechen-Könnens", die als harmloser Schnupfen Anlauf nahm. Ein Zustand, der einem nicht nur als begeisterter Weintrinker zusetzt. Insbesondere durch die hypochondrische Furcht man könne den Geruchssinn nicht zurückgewinnen. Aber genug von mir. Nun funktioniert der Riechkolben wieder, daher zum eigentlichen Thema: Weine aus dem spanischen Rioja können fantastisch sein. Doch leider ist der Markt von Weinen überschwemmt, die der traditionsreichen Gegend wenig Ehre bereiten. Diese durch den Einsatz von neuem Holz völlig betäubten Exemplare sind uniform und weder fähig den Charakter der Rebsorte Tempranillo zu zeigen noch die Stilistik der Gegend zu repräsentieren. Heutiger Reserva der Vi ñ a Herminia ist ein glanzvolles Gegenbeispiel zu diesem "Negativ-Archotyp" und für knapp über 10,- EUR sowie 93 Punkten des Wine Spectator eine echte Empfehlung wert. Aber: Es gilt schnell zu sein, der 2005er ist fast ausverkauft! +++ Hier den Weinlakai-Newsflash abonnieren +++ Nur etwas über 200 Flaschen sind bei empfohlenem Händler sofort verfügbar. Eine Nachlieferung von nochmals 200 Fl. folgt in ca. 3 Wochen und auch diese Flaschen können bereits bestellt werden (Nachtrag 13.03.: Der Händler konnte sich noch ein für den spanischen Markt reserviertes Kontingent sichern und so ist der Wein noch in etwas größerer Menge verfügbar. Bisher wurden bereits über 800 Fl. verkauft) . Der Preis von 11,70 EUR ist hierbei deutschlandweit unschlagbar; zudem ist anderswo nur noch der etwas schwächere 2006er zu bekommen. Ob mit oder ohne Wartezeit: Lohnen wird sich die Investition auf jeden Fall. Der Reserva aus dem Hause Viña Herminia stammt aus dem als hervorragend geltenden Rioja-Jahrgang 2005 und überzeugt durch eine Sammlung erstklassiger Weinattribute. Bereits an der Nase ist der Wein wunderbar aromatisch und schreit förmlich R I O J A! Die Vielschichtigkeit bzw. Komplexität machen sofort deutlich, welch hohes Qualitätsniveau hier auf die Flaschen gezogen wurde. Das außergewöhnlich gute Traubematerial war natürlich Ausgangspunkt dieses positiven Resultats, doch hat diesem Wein besonders der 36-monatige Ausbau zum Reserva geholfen. Nur Weine, die ein gutes Maß an Struktur und Fruchtsubstanz aufweisen, können die 18 Monate im Barrique und die 18 weiteren Monate in der Flasche für sich positiv nutzen. D.h. nur Weine mit starkem Eigencharakter lassen sich von dem Holzeinfluss nicht "benebeln" und profitieren von der Zeit im Fass erheblich. Der Wein besteht aus 85% Tempranillo , 10% Garnacha und 5% Graciano . Er wurde stattliche 24 Tage in Kontakt mit den Schalen belassen ("Mazeration") und anschließend in 80% amerikanischen und 20% französischen Eichefässern (225 l) ausgebaut. Die durch das Holz bedingten Aromaeinflüsse äußern sich hauptsächlich in Noten von Vanille und Schokolade, die im Zusammenspiel mit der intensiven Frucht und dem soliden Körper einen anspruchsvollen, aber auch ungemein leckeren und süffigen Wein haben entstehen lassen. Aber auch die gute Säurestruktur des Weines wirkt überzeugend, denn sie lässt den Wein nicht zu anstrengend bzw. "marmeladig" wirken. Grund hierfür ist die Höhenlage der Weinberge, die die Trauben des heutigen Reservas lieferten. Hier existieren große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht – immer ein ausschlaggebender Faktor für eine frische Säure im Wein. Tagsüber können die Trauben ideal reifen bzw. Zucker bilden und die Abkühlung der Nacht bewahrt die als Gegenpol wirkende Säure. Viña Herminia produziert seit Jahren sehr gute Rioja-Weine und gehört noch nicht zu den prestigeträchtigen Weingütern der Gegend mit überdimensionierten Preisschildern. So stimmt das Preis-/Genussverhältnis fast immer und in besonders guten Jahrgängen entstehen hier wahre Superschnäppchen. Und der 2005er lässt sich heute schon wunderbar trinken. Sicher, er hat eine durchaus spürbare Tanninstruktur, doch ist der Wein keineswegs zu jung. Er hat bereits stark von dem Alter von nunmehr sieben Jahren pofitiert und bietet somit einen ungetrübten Trinkgenuss. Daher wünsche ich allen Lesern ein paar Flaschen des 2005er ergattern zu können. Falls dies nicht gelingt, kann ich aber auch reinen Gewissens den 2006er empfehlen. Für die in Deutschland konkurrenzlosen 11,70 EUR allemal ein toller Wein. 2005 Viñ a Herminia Reserva (Rotwein, Spanien) Auge: Leuchtendes Rubinrot. Nase: Schwarzkirschen, Brombeeren, Lakritz, mineralische Anklänge und Toast-Noten. Gaumen: Frisch, harmonisch und grazil. Im langen Abgang Vanilletöne und eine feste Tanninstruktur. Sonstiges: Besteht aus 85% Tempranillo , 10% Garnacha und 5% Graciano . Bis 2020 zu trinken. 93 Punkte (Quelle der Bewertung: Wine Spectator, Thomas Matthews, Web Only, 2012) Meine Einkaufsempfehlung: Vinovit, München 11,70 EUR/Fl. (5,50 Versandkosten, ab 90 EUR frei) Hier klicken! Stand: 13.03.2012 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
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Álvaro Palacios für Einsteiger!

2009 Descendientes de J. Palacios "Pétalos" (Rotwein, Spanien) Es ist bereits der vierte Wein aus der spanischen Rebsorte Mencía, den ich meinen Lesern seit dem Weinlakai Start im Januar 2008 empfehle. Hierbei deckten die Weine fast das gesamte Preisspektrum ab: von 9,95 EUR bis hin zu 69,95 EUR pro Flasche. Überraschenderweise stellten die Weine für ihren Preis immer einen exzellenten Gegenwert dar. Heutiger Wein von Kult-Winzer Palacios stellt keine Ausnahme dar. Aus meiner Sicht überflügelt der 2009er "Pétalos" sogar den in Vergangenheit empfohlenen " Vico ", der preislich deutlich über dem heutigen Wein lag und ebenfalls 93 Punkte erhielt. +++ Hier den Weinlakai-Newsflash abonnieren +++ Álvaro Palacios stammt ursprünglich aus einer renommierten Winzerfamilie im Rioja . Hier hätte er sich ins gemachte Nest setzen können, doch stattdessen ging er seinen eigenen Weg. Er studierte Önologie in Bordeaux und lernte anschließend sein Handwerkszeug bei keinem geringeren als Pierre Moueix, dem Winemaker des wohl legendärsten Bordeaux-Weingutes, Château Petrus. 1989 kehrte er nach Spanien zurück und gründete sein eigenes Weingut im Priorat . Damals hatte die Gegend südlich von Barcelona noch keinerlei Renommee. Seit der fast vollständigen Vernichtung der Rebflächen durch die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts, wurden im Priorat nur wenige, sehr einfache Weine produziert. Álvaros Palacios sorgte gemeinsam mit anderen, heute ebenfalls wohl bekannten Winzern (z.B. Rene Barbier), für den großen Umschwung. Àlvaro Palacios’ Ziel als Winzer war es von Anfang an Weine zu produzieren, die eine Kombination eines unendlich eleganten Château Petrus und eines sonnenverwöhnten Grange des australischen Weinguts Penfolds sind. Die Stilistik seiner Weine beweisen, dass er diesem Anspruch treu geblieben ist. Er produziert Weine, die harmonisch und leichtfüßig daherkommen, aber auch fruchtbetonte Konzentration und Vollmundigkeit besitzen. Diese Kombination spricht fast jeden Typus von Weintrinker an, denn bei solchen Weinen spielt der Spaßfaktor eine zentrale Rolle. Heute gehört Àlvaro Palacios zu der "neuen Generation" von spanischen Winzern. Mit Kollegen wie Peter Sisseck von Pingus im Ribera del Duero setzen seine Weine Qualitätsstandards und ernten weltweit höchste Bewertungen. Allerdings strapazieren diese Weine auch den Geldbeutel: So kostet z.B. der ultrarare Priorat-Kultwein "L’Ermita" in manchen Jahren um die 1.000 EUR pro Flasche. Mittlerweile ist Palacios auch in dem nordwestspanischen DO-Bereich Bierzo aktiv und produziert hier aus der seltenen Rebsorte  Mencía u.a. die heutige Empfehlung Pétalos. Die 60-100 Jahre alten Reben liefern nur noch geringe Erträge, doch sind diese von besonderer Qualität. Neben modernen Vinifizierungsmethoden ist es fast selbstverständlich, dass auch der heute empfohlene Wein nach biodynamischen Grundsätzen angebaut wurde, eine strenge Selektion erfolgte und die Arbeit im Weinberg ausschließlich per Hand erfolgt. Der Wein zeigt eine tolle, florale und rotbeerige Frucht, die durch ihre mineralische Frische überzeugt. Sie setzt einen wichtigen Konter zu dem üppigen Körper und der komplexen Konzentration des Weines. Auch Holz kommt nur feinfühlig zum Einsatz und so verbrachte der Pétalos lediglich vier Monate in französischer Eiche. Der Pétalos ist zwar der "Einstiegswein" von Palacios, doch sprechen u.a. die erst diesen Monat verliehenen 93 Punkte vom Wine Spectator eine andere Sprache. Obwohl der Wein nur knapp 14,- EUR kostet (im 5+1-Paket sogar weniger als 12,-), führt er eindrucksvoll vor, was passiert, wenn die Fähigkeiten von Àlvaro Palacios auf die Rebsorte Mencía trifft. Man kann von Glück sagen, dass weder diese Rebsorte noch das Anbaugebiet Bierzo bereits sonderlich bekannt sind, anderenfalls wäre ein solcher Wein nicht unter 30,- EUR zu haben. Und selbst dann würde ich persönlich den Kauf in Erwägung ziehen. Nicht nur weil er schon jetzt, Verzeihung, schweinelecker ist, sondern auch weil ich überzeugt davon bin, dass der Wein in 2-3 Jahren noch besser sein wird. Es ist einmal mehr ein Wein, der vielen Gaumen eine neue Erfahrung bringen dürfte. Eine ganz besonders positive noch dazu. Für alle Leser, die bereits einen Mencía in Vergangenheit gekauft haben, gibt die heutige Empfehlung eine hervorragende Möglichkeit eines Vergleichs. Natürlich lautet hierbei mein Rat, eine solche Verkostung unbedingt blind durchzuführen. Eines möchte ich noch hinzufügen, auch wenn es mit der Weinqualität nichts zu tun hat: Normalerweise macht mich eine schöne Flasche eher skeptisch, da ich schon häufig erfahren musste, dass eine aufwendig gestaltete Hülle über Defizite des Inhalts hinwegtrösten sollen. Nicht so beim Pétalos. Er kommt in einer wunderschönen Flasche daher, das Etikett ist edel gestaltet, und selbst die Kapsel zeugt von besonderem Design (Ein Klick auf das Foto der Flasche zeigt eine größere Abbildung). Ja, so macht der Wein sogar noch mehr Spaß! 2009 Descendientes de J. Palacios "Pétalos" (Rotwein, Spanien) Auge: Dunkles Lila. Nase: Komplexe Aromen von wilden Beeren, frischen Kräutern und Rauch mit schöner Mineralität . Gaumen: Dicht und harmonisch mit gut integrierter Frucht. Frischer Blumenduft und viele Beeren im lang anhaltenden, durch etwas bittere Tannine geprägten Abgang. Sonstiges: Besteht aus 100% Mencía . Bis 2018 zu trinken. 93 Punkte (Quelle: Wine Spectator "Advance", Thomas Matthews, Oktober 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Vinogusta (Wein ab 10.10.11 wieder lieferbar) 13,90 EUR/Fl. (Versand: 5,90 EUR, ab 75,- EUR frei Haus) 5+1-Paket: 69,50 EUR inkl. Versandkosten (11,58 EUR / Fl. – wird beim Kauf von 6 Flaschen automatisch kalkuliert) Hier klicken! Stand: 05.10.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Perfektes Revival: Nochmals 100 Kisten!

2009 Château de Segries Clos de l'Hermitage (Rotwein, Frankreich) +++ AUSVERKAUFT +++ Fast exakt zwei Jahre sind vergangen seitdem ich diesen Wein aus Côtes du Rhône als 2007er-Jahrgang empfohlen habe. Der Artikel ist hier zu lesen. Die damals verfügbaren 100 Kisten sowie 50 zusätzlich beschaffte 6er-Pakete waren im Nu ausverkauft. Kein Wunder, denn der 2007er war und ist großartig. So ist es für mich eine besondere Freude, heute den Jahrgang 2009 erneut meinen Lesern vorstellen zu können. Insbesondere, da ich den 2009er Clos de l'Hermitage dem 2007er sogar vorziehe. Wieder gibt es den Wein von Ex-Formel1-Fahrer Jean Alesi in der Original-Holzkiste, und trotz Preiserhöhung des Châteaus über die letzten zwei Jahre müssen die Weinlakai-Leser bei dem genannten Händler  keinen Cent mehr als zuvor  bezahlen. Und alle Leser, die langsam das Gefühl bekommen, der Weinlakai empfehle nur noch 6er-Pakete, täuschen sich. +++ Hier den Weinlakai-Newsflash abonnieren +++ Direkt zum beliebten Punktethema: Den 2007er Clos de l'Hermitage bewertete Robert Parker mit 94 Punkten und der heutige Wein erhielt 93. Warum mir der 2009er trotz dieser leicht geringeren Bewertung seitens des Weinpapstes besser gefällt, zeigte ein blind durchgeführter Vergleichstest zwischen den Jahrgängen 2007, 2008 und 2009. Diese Jahre im südlichen Rhône-Tal wurden vom Wine Spectator mit 95 (2007), 88 (2008) und 93-96 (2009) Punkten bewertet, und so hatte ich bereits eine gewisse Erwartungshaltung. Der Wein in Glas 1 war ein wahrer Bolide mit recht ungezügelten, leicht bitteren Tanninen und einem sehr druckvollem Abgang mit komplexer Aromatik. Der Wein in Glas 2 wirkte deutlich frischer, fruchtbetonter und vor allem balancierter, aber ohne Komplexität vermissen zu lassen oder im Abgang deutlich kürzer zu sein. Dem Wein im Glas 3 fehlte es im Vergleich zu den anderen Kandidaten an allen Ecken und Enden. Er wirkte geradezu wässrig und war zu stark von seiner eindimensionalen Frucht dominiert. Wein 1 musste 2007 sein, denn der gesamte Jahrgang steht für fette, alterungsfähige Weine. Nun hoffte ich sehr, dass Wein Nummer 2 der 2009er war, da er mir mit Abstand den schönsten Trinkgenuss bot. Wein 3 würde ich wohl kaum meinen Lesern empfehlen können. Meine Vermutungen wurden bestätigt und ich muss sagen, dass ich insbesondere den Vergleich zwischen 2007 und 2009 als sehr aufschlussreich empfand. Der hoch gelobte 07er ist zwar sehr körperreich, doch wirkt er derzeit etwas unharmonisch. Die Tannine sind zu bitter und auch der Alkohol scheint nicht sehr gut eingebunden zu sein. Bei meiner Verkostung vor zwei Jahren hatte der Wein zwar auch das Prädikat "zu jung" verdient, doch war er damals deutlich fokussierter. So ist der jetzige Eindruck sicher nur die Momentaufnahme eines klassischen Reifeverlaufs: Eine zugängliche Fruchtphase zu Beginn und dann bis zur eigentlichen Reife ein Wechselspiel zwischen verschlossenen, unbalancierten, aber auch wieder attraktiven Phasen. Daher mein Rat an alle Besitzer der 2007er: Lassen Sie ihn noch mindestens zwei Jahre im Keller schlummern. Beim Kauf des 2009er lohnt allerdings der blind durchgeführte Vergleich. Aber genug zu dem 2007er und mehr zu der aktuellen Empfehlung. Der 2009er Clos de l’Hermitage profitierte von recht kühlen Nächten im August, die den Säuregehalt der Trauben auf einem perfekten Niveau hielten. Der Wein ist zwar keinesfalls säuerlich, doch wirkt er eben nicht zu überladen oder alkoholisch. Für einen solch jungen Wein wirkt er überraschend leichtfüßig und elegant. Der lange Abgang mit der tollen Kräuter- und Gewürz-Komplexität überrascht förmlich, da man aufgrund der Feinheit einen eher schlanken Wein vermuten könnte. Dass Robert Parker dem 09er im Vergleich zu dem 2007er einen Punkt weniger gibt, stützt leider das Klischee, er würde fette, extraktreiche Weine den etwas grazileren Vertretern vorziehen. Für mich ist der zwei Jahre jüngere Wein zum jetzigen Zeitpunkt die deutlich bessere Wahl. Man sollte sich allerdings im Klaren sein, dass man diesen Wein zwar noch viele Jahre lagern kann, es aber sehr schwer fallen wird, die Finger von diesen leckeren Fläschchen zu lassen. Die Stilistik des Weines ist deshalb so attraktiv und zugänglich, da sie eine Kombination eines sehr internationalen Stils mit der klassischen Provence-Typik ist: Auf der einen Seite herrliche Aromen von Brombeere, Cassis und Lakritz, auf der anderen Seite der schöne Garrigue -Duft von Lavendel, Kräutern und Kirsche. Die Weinberge des Château Segries, auf dem der Clos de l'Hermitage wächst, sind insgesamt nur vier Hektar groß. Per Hand wurden hier die Trauben für den 2009er geerntet und pro Hektar ergaben sich hieraus 40 Hektoliter Most. Ein Wert, der von strenger Selektion zeugt. Die Maische blieb dann 21 Tage lang mit den Schalen in Kontakt, um möglichst viel Extrakt und Aroma aufzunehmen. Anschließend wurde der Wein 11 Monate in Eichenfässern ausgebaut, die zu 25% neu waren. Ich empfehle den Kauf dieses Weines nicht nur den Lesern, die vor zwei Jahren leer ausgegangen waren, sondern auch den stolzen Besitzern des Clos de l'Hermitage aus 2007. Es wird sicher spannend, das Leben dieser beiden Weine parallel zu verfolgen. Mir ist bewusst, dass 100,- EUR eine gewisse Investition darstellen, doch erhält man dafür nicht nur einen ganz besonders guten, sondern auch einen raren und in Deutschland schwer erhältlichen Wein – einmal von dem fantastischen Ritual des Öffnens einer Holzkiste mit Wein ganz abgesehen. Bitte beachten Sie, dass Sie den Wein jetzt schon ordern können, er aber erst in der Woche ab dem 12.09.11 in die Auslieferung geht. 2009 Château de Segries Clos de l'Hermitage (Rotwein, Frankreich) Auge: Dichtes Rubinrot/Violett. Nase: Schwarzer Trüffel, Brombeeren, Cassis, Lakritz, subtiler Grillrauch und Noten von Graphit. Gaumen: Gewürze, Kräuter, Lavendel und Kirschwasser. Körperreich, reichhaltig und kraftvoll im Abgang. Sonstiges: Besteht aus gleichen Teilen von Syrah, Grenache und Mourvedere. Bis mindestens 2016 zu trinken. 93 Punkte (Quelle: Wine Advocate, Robert Parker, Juni 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Lehmkuhl Feine Weine 100,- EUR für 6 Flaschen in der Original-Holzkiste inkl. Versand Zuteilung nach "first come, first serve" Prinzip (Entspricht 15,- EUR/Flasche und 10,- EUR Versandkosten) Ab KW 37 (12.09.-) lieferbar! Ausverkauft! Stand: 31.08.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

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Australian Black Beauty!

2006 Wynns Coonawarra Estate Cabernet Sauvignon (Rotwein, Australien) +++ AUSVERKAUFT +++ Australische Rotweine, insbesondere Shiraz und Cabernet Sauvignon, sind in vielen Fällen perfekte Kandidaten, um Einsteiger in die Materie Wein restlos zu begeistern. Gründe dafür sind die intensive, marmeladige Frucht und der kräftige Eindruck am Gaumen, die viele sonnenverwöhnte Australier aufweisen. 16% Alkohol und mehr sind hierbei keineswegs die Ausnahme. Dieser Stil von Wein ist auf der einen Seite zwar sehr faszinierend, doch wird man ihm auch schnell überdrüssig. Die Frucht wirkt bereits im Laufe des Konsums einer einzigen Flasche anstrengend und hinterlässt häufig einen unangenehmen Eindruck von (Extrakt-)Süße. Mal davon abgesehen, dass der hohe Alkoholgehalt oft schlecht eingebunden ist und mit der Zeit ein Brennen im Hals hinterlässt. Englischsprachige Weintrinker nennen solche Weine "hot". Aber bevor ich mich in diesen Schilderungen verrenne: Heutiger Australier ist ein tolles Beispiel dafür , dass es Down Under auch anders geht. Für den Weinlakai keine grundsätzliche Überraschung, doch hatte ich noch nie einen so guten Australier in diesem Preisbereich im Glas. Abgerundet wird diese Jancis-Robinson-Entdeckung durch eine klasse Sonderaktion, die der empfohlene Händler exklusiv den Weinlakai-Lesern anbietet: ein versandkostenfreies 5+1-Paket! Auch wenn die vielen Sonnenstunden in Australien unsere deutschen Voraussetzungen für Weinbau geradezu düster aussehen lassen, so stellt dieses Klima für Winzer nicht selten ein echtes Problem dar: Wenn die Trauben zu schnell reifen und man den optimalen Lesezeitpunkt verpasst, sind die Trauben zu süß und enthalten nur noch wenig Säure. Resultat sind Weine mit extrem hohem Alkoholgehalt, zu viel Fruchtextrakt und fehlender Frische. Wie gesagt, betört zunächst die intensive Frucht an der Nase, so lässt sich doch einem solchen Wein auf Dauer wenig abgewinnen. Für meine heutige Empfehlung trifft dies deshalb nicht zu, weil der Wein genau diese Negativeigenschaften nicht hat. Vielmehr liefert er alle positiven Seite eines australischen Rotweines: Eine betörende Frucht mit rotbeeriger Konzentration und leichtem Minzduft sowie eine merkliche, aber toll eingebundene Holzaromatik. Am Gaumen und auch im Abgang zeigt der Wein eine schöne Frische und keineswegs einen störenden Eindruck von übermäßigem Alkoholgehalt. Der Cabernet Sauvignon von Wynns wurde letzten Monat von Jancis Robinson als "Wine of the Week" ausgezeichnet. Sie kommentierte, er sei ein "extremely serious wine and yet is priced as though it were almost frivolous". Damit nicht genug: "There is nothing oversized, overripe or 'hot-tasting' about this wine - and nor is it plagued by the excessive mintiness that can sometimes detract from some Australian Cabernets". Jancis Robinson hat den 2006er Cabernet Sauvignon von Wynns innerhalb der letzten zwei Jahre einmal mit 18 und einmal mit 17 von 20 Punkten bewertet. Ein erstaunlich hoher Wert für einen Wein dieser Preisklasse, insbesondere wenn man weiß, dass die Britin sehr vornehm mit der Punktevergabe umgeht. Beleg dafür ist, dass Jancis Robinson in Ihrer Karriere erst 66 Weinen die Höchstpunktzahl von 20 Punkten gegeben hat, bei Robert Parker (persönlich) war dies bereits 206mal der Fall. Das Weingut Wynns liegt in dem Anbaugebiet Coonawarra im Bundesstaat South Australia . Dieses Gebiet ist insbesondere durch seinen extrem eisenhaltigen, rötlich gefärbten Boden bekannt, den man im Weinbau Terra Rossa nennt und eine ganz besondere Stilistik in den Weinen zu Tage befördert. Wynns wurde 1896 als erstes Weingut im Gebiet Coonawarra gegründet und entspricht somit nicht dem Bild, das man gemeinhin von Weingütern aus der "Neuen Welt" vor Augen hat. Der heute empfohlene Cabernet Sauvignon wurde bereits als Jahrgang 1954 in die Flaschen gefüllt und ist seitdem - zumindest in Australien - unter dem Namen "Black Label" wohlbekannt. So ist es bei genauer Betrachtung auch wenig verwunderlich, dass sich Wynns nicht mehr mit den Problemen herumschlägt, die für viele Winzer in Australien aufgrund der klimatischen Verhältnisse herrschen. Der "Black Label" wurde aus den besten Cabernet-Sauvignon-Trauben (20-25% der Gesamtlese) vinifiziert, die Wynns' Coonawarra Estate in 2006 erntete und die 16 Monate im Eichenfass verbrachten. Dabei kam ein buntes Gemisch aus französischer und amerikanischer Eiche in unterschiedlichem Alter zum Einsatz (Französische Eiche: 35% neu, 29% ein Jahr alt und 15% zwei Jahre alt und älter; Amerikanische Eiche: 8% neu, 2% ein Jahr alt und 11% zwei Jahre alt und älter). Die heutige Empfehlung geht nach langer Zeit einmal wieder stilistisch in eine ganz andere Richtung. Es ist ein Wein, der vor allem Einsteiger begeistern wird. Er ist einfach zu "verstehen", denn er betört die Sinne mit sehr intensiven Aromen. Zwar machen dies viele australischen Shiraz und Cabernet Sauvignon, das wirklich Besondere des Wynns liegt aber in der Tatsache, dass er auch Finesse, Frische und Eleganz bereithält: Merkmale, die nicht viele Weine bieten, egal aus welchem Teil der Erde sie stammen. Bitte nicht entgehen lassen: Der von mir recherchierte Händler ist nicht nur der einzige, der den Wein in Deutschland anbietet, sondern auch der kumulierte Flaschenpreis im 5+1-Paket ist in ganz Europa unschlagbar. Unbedingt kaufen. 2006 Wynns Coonawarra Estate Cabernet Sauvignon (Rotwein, Australien) Auge: Sehr dunkles Rot. Nase: Intensive, rote und auch schwarze Beerenaromen, Duft von Oliven, eine feine Minznote und Anklänge von Zedernholz . Gaumen: Sehr köperreich mit dichtem Aroma von schwarzen Johannisbeeren.  Wieder ein wenig Minze und ein mit feinen Tanninen belegter, sehr langer Abgang. Sonstiges: 100% Cabernet Sauvignon. Bis mindestens 2016 zu trinken. Enthält 14% Alkohol. 17-18/20 Punkte (Quelle: Purple Pages, Jancis Robinson, Juli 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Hawesko 6er-Paket: 59,50 EUR inkl. Versand (ca. 9,92 EUR / Fl.) Zum Vergleich: Einzelflasche kostet 11,90 EUR zzgl. 11,90 Versandkosten Ausverkauft! (Achtung: Die Weinlakai-Aktion ist nur unter diesem Link zu finden) Stand: 17.08.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

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Blog "Der Weinlakai"
Pretty in pink!

2010 Hecht & Bannier Languedoc Rosé (Roséwein, Frankreich) Meine heutige Empfehlung sollte in der Lage sein, den Sommer 2011 heraufzubeschwören. Es ist ein Sommerwein par excellence und noch dazu ein wahrer "Preis-/Punktebrecher". Natürlich ist die vergebene Punktzahl (91) und der dazugehörige Preis (5,90 EUR) erst einmal eine recht vage Aussage, doch weckt sie beim Weinlakai immer eine Art Grundinteresse. Da ich das Weingut Hecht & Bannier durch seine vorzüglichen Rotweine kenne, hatte ich bereits eine positive Vorahnung. Bei der Verkostung des Weines wurde diese dann mit Nachdruck bestätigt. Der pinke Wein aus dem südfranzösischen Languedoc  hat alles was ich von einem guten Rosé erwarte: eine leckere, aber nicht zu aufdringliche Frucht, eine tolle Frische und eine umwerfende Mineralität. Und zu guter Letzt hat er keinerlei Restsüße – eine Eigenschaft, die ich bei einem Rosé als zwingend empfinde. David Schildknecht vom Wine Advocate ist für die 91-Punkte-Bewertung verantwortlich und geriet in seiner Verkostungsnotiz förmlich aus dem Häuschen: "This is about as vividly fresh-fruited, exuberant, vibrant, and capital-"M" mineral as you could ask for in any wine!". Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Roséweine häufig nicht für voll genommen werden, eine geradezu überschwängliche Aussage. Wenn man das Weingut von Gregory Hecht und Francois Bannier allerdings etwas genauer kennt, überrascht diese Aussage wenig. Die beiden Perfektionisten produzieren ihre Weine nicht nur besonders naturnah, sondern legen auch großen Wert auf strenge Selektion und behutsame, sprich langsame Vinifizierung. Resultat ist ein hohes Qualitätsniveau, das in der Gegend kaum Konkurrenz kennt und daraus leider auch eine vergleichsweise geringe Produktionsmenge resultiert, insbesondere in schwachen Jahren. In diesem Zusammenhang ist es sehr bemerkens- und lobenswert, dass die Preise für Wein aus dem Hause Hecht & Bannier über die letzten Jahre so gut wie nicht gestiegen sind – den hohen Kritikerbewertungen und der starken internationalen Nachfrage zum Trotz. Der Wein stammt aus dem größten Weinbaugebiet der Welt: Languedoc-Roussillon . Direkt ans Mittelmeer angrenzend umfasst diese Gegend aktuell 260.000 Hektar Rebfläche. Mittlerweile unterscheidet man allerdings in Bezug auf den Weinbau meist zwischen dem Languedoc und dem Roussillon ; nicht zuletzt, da die Stilistik und Qualität der beiden Regionen recht unterschiedlich sein können. Das Languedoc gilt zu Recht als die französische Weingegend mit den besten Schnäppchen und Geheimtipps. Erst Mitte der 80er-Jahre gab es eine weitreichende "Qualitätsoffensive", der unter anderem ca. 100.000 Hektar Rebfläche zum Opfer fielen, Tendenz steigend. Seitdem kommen aus der Gegend immer bessere Weine und das Image der Massenproduktion kann immer mehr abgelegt werden. Produzenten wie Hecht & Bannier sind bei diesem Imagewandel wichtige Speerspitzen. Sie ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich und positivieren die Außenwirkung einer ganzen Region. Languedoc hat insgesamt 31 Appellationen, die seit diesem Jahr Weine in drei Klassifizierungen produzieren dürfen. "Languedoc AOC" (ehemals Coteaux du Languedoc) bezeichnet die erste Qualitätsstufe, "Grand Vins du Languedoc" die zweite und die höchste Stufe nennt sich "Grand Crus du Languedoc". Um die jeweiligen Qualitätskriterien erfüllen zu können, sind nicht alle Appellationen für alle Klassifikationen zugelassen und es gibt präzise Vorgaben in Sachen Maximalertrag und der Dauer des Ausbaus in Holz. Auch wenn es Roséweine nur als Languedoc AOC geben darf, ist doch interessant zu wissen, dass die Syrah-Trauben für den heutigen Wein aus der für Grand-Cru-Weine zugelassenen Gegend Saint Chinian stammen. Und genau diese Rebsorte gibt auch den Takt der heutigen Empfehlung an: Die Trauben wurden von Anfang an für die Rosé-Herstellung kultiviert und entsprechend früher geerntet, um noch eine gute Säure zu garantieren. Um den fruchtbetonten Charakter der Weine zu erhalten, wurde auf den Kontakt mit Holz gänzlich verzichtet. Ganz im Gegenteil, denn der Rosé wurde ausschließlich in Beton ausgebaut. Ein Material, das durch seine poröse Grundeigenschaft  den Wein besonders gut mit Sauerstoff versorgt. Dadurch besitzt der Wein von Anfang an sein volles Aromapotential und ist sofort trinkbar. Noch eine kurze Erklärung zur Rosé-Herstellung an sich: Es gibt zwei Arten der Herstellung, wobei die eine gemeinhin bei stillen Rosés zum Einsatz kommt und die andere bei rosafarbenen Schaumweinen. Der Prozess bei der letztgenannten Art besteht darin, weißen Grundwein mit einem gewissen Anteil an Rotwein zu mischen. Bei Chamapagner ist dies zumeist Chardonnay mit Pinot Noir bzw. Pinot Meunier . Die für stille Rosés üblichere Methode ist, dass der Wein zu 100% aus roten Trauben stammt, diese aber nur kurz mazeriert werden, sprich nur so lange mit den Schalen in Kontakt  gelassen werden bis die gewünschte Farbe und Aromacharakteristik erreicht ist. Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen. So bestehen insbesondere minderwertige, stille Rosés auch aus einem Mix aus Weiß- und Rotwein. Und die " Saignée "-Methode bedeutet bei Champagner, dass er aus roten Trauben mit kurzem Schalenkontakt besteht (meistens Pinot Noir). Aber genug der grauen Theorie. Der Wein von Hecht & Bannier ist ein Positivbeispiel für einen Rosé und sollte unbedingt probiert werden, egal wie groß die Vorbehalte sind. Durch die fehlende Süße wirkt der Wein kein bisschen klebrig und die zurückhaltende, sehr feine Frucht unterstreicht diesen Charakter. Needless to say: Der Wein trinkt sich am besten gut gekühlt im Freien bei sommerlichen Temperaturen. Und wenn wir uns jetzt gemeinsam diese Wetterverhältnisse herbeiwünschen, hat sich die heutige Empfehlung gleich doppelt gelohnt. Im Übrigen bietet der empfohlene Händler für diese Weinlakai-Empfehlung eine 11+1-Aktion an. Aus meiner Sicht ein super Deal, denn dadurch wird der Flaschenpreis auf lächerliche 5,41 EUR reduziert (zzgl. Versand). 2010 Hecht & Bannier Languedoc Rosé (Roséwein, Frankreich) Auge: Brillantes Rosa mit hellroten Reflexen. Nase: Frisch mit herber Kirschfrucht und belebendem , kräuterigem Tonfall. Gaumen: Saftige Blutorange und ein Aufgebot von mineralischen Nuancen inklusive einem speichelfördernden Eindruck von Salzigkeit. Sonstiges: Besteht aus 40% Syrah , 40% Cinsault und 20% Grenache . Am besten sofort zu trinken. 91 Punkte (Quelle: Wine Advocate, David Schildknecht, Juni 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Kölner Weinkeller 5,90 EUR/Fl. 11+1-Aktion (Versand: 1-6 Fl. für 5,30 EUR / 7-12 Fl. für 8,20 EUR / jede weitere Fl. 0,50 EUR / ab 160,- EUR frei Haus) Hier klicken! Stand: 28.07.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
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Lakaidoskop #8: Veuve Clicquot Vertikale 1975-1990

Mit der Neuvorstellung der Linie namens Cave Privée möchte Veuve Clicquot allem Anschein nach ihr über die Jahre etwas kommerziell geratenes Image ablegen und begibt sich in das Segment der raren Edeltropfen. Unter Cave Privée werden Champagner auf den Markt gebracht, die dort eigentlich gar nicht richtig existieren. Die Stückzahlen sind homöopathisch und so werden die Weine noch nicht einmal auf der Veuve Clicquot Homepage kommuniziert. Nicht allzu schlimm, denn die Zielgruppe dürfte ebenso klein sein – die Flaschenpreise liegen zwischen 139,- und 239,- EUR bei einer 0,75l-Flasche. Der Weinlakai hatte im Rahmen eines formidablen Lunchs nun die Möglichkeit diese Tropfen zu probieren und zudem einen Plausch mit dem chef de cave Dominique Demarville zu halten. Viele Menschen kennen Veuve Clicquot als die Champagner-Marke mit dem orangefarbenen Etikett. Deren Standard-Champagner wird in riesiger Stückzahl produziert und ist weltweit – insbesondere in der Gastronomie – ein gehobenes Szenegetränk. Und das, obwohl es in diesem Preissegment (ca. 35,- EUR) meiner Meinung nach deutlich bessere Alternativen gibt. Aber Veuve Clicquot kann auch anders: Schon deren "normaler" Jahrgangs-Champagner (2002: 17,5 Punkte von Jancis Robinson) ist in puncto Preis-/Leistungsverhältnis richtig gut und kostet mit rund 45,- EUR kaum mehr als die gehypte Partybrause. Cave Privée ist eine ganz andere Hausnummer: Erst dieses Jahr wurde die Linie etabliert, nämlich passend zum 200. Geburtstag des Vintage-Champagners. Erstmals 1810 wurde ein "jahrgangsreiner" Champagner von der Gründerin Veuve Clicquots, Madame Clicquot, auf den Markt gebracht. Das Konzept hinter Cave Privée ist nicht etwa die Veröffentlichung neuer Jahrgänge, sondern vielmehr die Neuauflage älterer, besonders guter Jahrgänge seit 1975. Es sind Weine, die über die letzten 35 Jahre von insgesamt drei Kellermeistern aufgrund ihrer hohen Qualität "auf die Seite" gelegt wurden. Alle diese Weine bestehen zu über 50% aus dem roten Pinot Noir , ca 35% Chardonnay und ca. 10% Pinot Meunier und werden sowohl weiß- als auch rosé-farben vinifiziert. Ein besonderer Reiz dieser Weine ist, dass sie zumeist in drei verschiedenen Formaten abgefüllt werden. So erhält man einen wunderbaren Vergleich, wie sich die Champagner in den unterschiedlichen Formaten entwickelt haben. Vor mir lag nun ein tolles Tasting mit fünf Champagner der Cave Privée. Der jüngste stammte von 1990 und der älteste aus meinem Geburtsjahr 1975. Das dazu gereichte Essen war wunderbar auf die Weine abgestimmt und hatte insgesamt hohes Niveau. Fein hergerichtet und eine tolle Einstimmung auf das Kommende Tintenfisch-Carpaccio mit Jackobsmuschel, Hummer und Wildgarnele in Hummerfond mit zarter Vanillenote Dazu: 1990 Veuve Cliquot Cave Privée, 075l: Kandierte Früchte, Apfel, Haselnuss, Soja-Sauce, sehr trocken mit fester Säure, aber auch toller Frische. Sehr elegant und feminin im mittellangen Abgang. Toller Essensbegleiter, jedoch nicht sehr lang oder komplex. Noch jung. 90+ Punkte. Leider nicht fotografiert: St. Pierre, gegrillt mit Trüffelschaum und Chicoree-Artischocken-Schalotten Dazu: 1980 Veuve Cliquot Cave Privée, 0,75l und Magnum: Riecht wie ein Mokka-Dessert, darunter liegen Noten von geröstetem Toast. Immer noch eine schöne Säure und keinerlei Anzeichen von Oxidation. Der Chardonnay spielt sich sehr in den Vordergrund und sorgt für eine burgunderhafte Stilistik. Mit dem Fisch wirkt der Wein noch frischer und säurebetonter. Ein wunderbarer Beitrag zum Essen. 92 Punkte. Der Korken des 1978er war noch bestens in Schuss, jedoch durch die Jahre bereits "begradigt" Zwei Taubenbrüste mit Trüffelscheiben, Frühlingsgemüse mit Trüffelsauce und Petersilienwurzelgemüse Dazu: 1978 Veuve Cliquot Cave Privée Rosé, 0,75l: Leichte Oxidationsnote an der Nase und dumpf wirkende Aromatik. Am Gaumen sehr fruchtig und enorm komplex. Sehr würzig, sehr tief und sehr lang. Ergänzt perfekt das leichte Blut-Aroma der Taube. Hat mir am allerbesten gefallen. 94 Punkte. und 1975 Veuve Cliquot Cave Privée Rosé, Magnum: Im Vergleich zum 1978er etwas stärkere Oxidationstöne, aber noch nicht störend. Am Gaumen mehr Säure und aromatisch noch recht zurückhaltend. Schöne Frische und Anklang von Tabaknoten im sehr langen Abgang. Unglaublich, aber dieser Champagner ist noch zu jung. Bleibt nur zu hoffen, dass die Oxidation an der Nase nicht irgendwann die Entwicklung am Gaumen zunichte macht. Aromatisch besonders gut zu dem Trüffelgemüse. 93+ Punkte. Petit Fours Dazu: 1989 Veuve Cliquot Cave Privée Rosé, 075l: Deutlich heller als beide voran gegangenen Weine. Feine Brioche-Noten, aber auch rote Beeren an der Nase. Am Gaumen sehr subtil und vornehm. Feine Frucht, feine Säure, tolle Balance, aber noch sehr wenig Komplexität offenbarend. Blutjung und für mich in diesem Stadium schlichtweg zu langweilig. 91+ Der Weinlakai, Dominique Demarville

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Lakaidoskop #7: Daniel Boulud und Château Haut Brion!

Im Rahmen des diesjährigen Rheingau Gourmet & Wine Festivals gab es den amerikanischen Starkoch mit französischen Wurzeln, Daniel Boulud , gleich mehrfach zu erleben: bei einem Dinner mit Weinen von Haut-Brion , bei einer "Cooking Demo" und bei einem Lunch am darauf folgenden Tag. In diesem Jahr wurde sein New Yorker Restaurant "Daniel" mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet. Da es sich, nach eigener Auskunft, von einem einzelnen Restaurant nicht leben lässt, ist Daniel Boulud durchaus geschäftstüchtig. Neben zahlreichen Kochbüchern und einer eigenen Fernsehsendung betreibt er in New York vier weitere Gastro-Tempel ( Bar Boulud , Café Boulud , DB Bistro Moderne , DBGB ) und ist auch in Las Vegas , Vancouver , Palm Beach , Miami und Schanghai vertreten. Gegen Mitte des Jahres eröffnet sein erstes Restaurant in Europa, genauer gesagt in London . Wer noch nie im Rheingau war, wird sicher bereits von der Location des Festivals begeistert sein. Das Hotel Kronenschlösschen liegt in Hattenheim und nur die Bundesstraße 42 trennt es vom Rheinufer. Die Fahrt zum Kloster Eberbach dauert von hier gut 5 Minuten. Einfach nur schön: das Hotel Kronenschlösschen. Für seinen Auftritt auf dem Festival reiste Daniel Boulud mit einer ganzen Küchen-Crew an und da ihm das Thema Wein sehr am Herzen liegt, musste für das große Dinner natürlich eine standesgemäße Begleitung her. Nicht nur ist Daniel Boulud ein Freund von Robert Parker, er kennt auch viele internationale Winzer und so konnte für den Abend ein ganz besonderes Weingut gewonnen werden: Château Haut-Brion. Wobei das nicht ganz präzise ausgedrückt ist, denn es handelte sich viel mehr um die Domaine Clarence Dillon. Diese ist nämlich Eigentümerin von Haut Brion und La Mission Haut-Brion. So gab es an diesem Abend sowohl Rot- als auch Weißweine dieser beiden Châteaus. Insbesondere Letztere sind wahre Raritäten und für den Weinlakai war es das erste Mal diese im Glas zu haben. Für süße Weißweine war an dem Abend kein geringerer als Wilhelm Weil vom Weingut Robert Weil zuständig. Eine hervorragende Wahl! Weinkenner Jan Paulson führte charmant durch den Abend und Jean-Philippe Delmas war als Chef der Haut-Brion-Weingüter Garant für reichhaltige Informationen zu den Weinen. Noch fasziniert von dem Abend, der vor mir lag, vergaß ich prompt den ersten Gang des Essens fotografisch festzuhalten. Die Beschreibung macht allerdings bereits deutlich, dass es sich hierbei in der Tat um ein Mosaik handelte. Mosaik von Kapaun , Gänseleber und Selleriewurzel, eingelegter Daikon , Feldsalat von der Satur Farm , Birnenconfit : Die Zutaten waren in eine visuell wunderschön präsentierten Aspik-Scheibe gehüllt. Geschmacklich dominierte die Gänseleber. Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Den feinen Geschmack von Kapaun konnte man nicht mehr recht aufspüren. Alles in allem aber sowohl optisch als auch geschmacklich auf hohem Niveau. Dazu gab es passenderweise einen Wein mit Restsüße. Wein 1: 1997 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Spätlese: Zeigt eine wunderbare Balance zwischen Säure und Süße. Wirkt überhaupt nicht aufgringlich und verzaubert duch seine aromatische Frucht. Der Wein passt hervorragend zum Essen. Insbesondere der Geschmack der Gänseleber harmoniert fantastisch. Schottische Langustine unter der Kadaifi -Kruste mit knusprigem Schweinebauch, Löwenzahnsalat, Schwarzwurzel, Sherry-Vinaigrette und Mangold: Durch die Kadaifi-Kruste und dem Schweinebauch recht fett, allerdings geschmacklich trotzdem sehr fein. In Bezug auf die Wein sehr gut gewählt, denn die Weißweine brauchten einen kräftigen Begleiter, der aber trotzdem nicht zu "dunkle" Aromen aufweist. Wein 2: 2006 Château Laville Haut-Brion Blanc: 85% Sémillon , 15% Sauvignon Blanc . Gesamtproduktion nur 500 Kisten pro Jahrgang. In der Nase Präsenz von neuem Holz, aber in Kombination mit einer unglaublichen Frische. Der Sauvignon ist durch Stachelbeer- und Zitronengrasnoten deutlich präsent. Am Gaumen ist der Wein ein wahres Kraftpaket, das nach Essensbegleitung förmlich schreit. Im Abgang etwas bitter und sehr lang. Ohne Essen kaum zu ertragen, aber in Kombination mit den Langustine und dem rustikalen Schweinebauch ist der Wein hervorragend . Wein 3: 2005 Château Haut-Brion Blanc: 35% Sémillon, 65% Sauvignon Blanc. In der Nase dem Laville nicht unähnlich, aber mit weniger Frische. Deutlich dumpfer, würziger und rauchiger an der Nase. Am Gaumen noch länger und mit einer feinen, spitzen Säure. Er ist im direkten Vergleich noch mehr Essenswein. Es wäre hochspannend diese Weine über die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu beobachten. Ein wahrlich großer Weißweingenuss. Wolfsbarsch mit schwarzem Trüffel, Topinambur, crémiger Endiviensalat und Sauce Perigueux : Fisch, wie ich ihn mag. Sehr feine Aromen, die durch die Sauce und den Trüffel untermalt, aber nicht überdeckt werden. Insbesondere durch die Sauce ist dieser Gang eine schöne, wenn nicht perfekte Kombination mit den beiden Rotweinen. Wein 4: 1999 Château La Mission Haut-Brion: In der Nase eine wunderbar klare, frische Kirschfrucht mit Anklängen von Mineralität. Wenig Spuren der klassischen "Spice-Box" Bordeaux-Stilistik. Am Gaumen eine sehr schöne Balance und Komplexität, gepaart mit einer guten, aber nicht sehr überraschenden Länge. Sehr fein, sehr feminin, tolle Eleganz . Wein 5: 1996 Château Haut-Brion: Hier ist die Nase ganz klassisch Bordeaux. Pfeifenrauch, Zedernholz, Gewürze und schwarze Johannisbeeren. Am Gaumen schwarzer Tee, Zigarrenduft, aber insgesamt noch sehr primär bzw. jugendlich. Eine Tiefe Komplexität lässt sich erahnen, aber befindet sich derzeit noch im Verborgenen. Männlicher und länger als der La Mission. Dass der Wein drei Jahre älter ist, lässt sich nicht erkennen – im Gegenteil. Insgesamt der größere Wein. "Duo vom Rind": Rinderrippe und Steinpilze unter der Markkruste, sautiertes Filet vom Wagyu-Rind an Dauphine-Kartoffeln mit schwarzem Knoblauch: Ein wahres Rotwein-Gericht. Zudem für mich ein Paradebeispiel für "French Cuisine goes United States". Insbesondere die Ribs sind sehr konzentriert und lecker. In der Geschmackskomposition fehlt aber Innovation. Wein 6: 1990 Château La Mission Haut-Brion: Wieder eine typische Bordeaux-Nase, allerdings frischer als der 85er Haut-Brion. Am Gaumen Aromen von Kaffee, Kardamom. Hervorragende Balance in Kombination mit einem nicht endenden Abgang. Im Gesamteindruck noch durchaus jugendlich, aber eben mit dieser schönen Eleganz. Für mich der Wein des Abends. Er ist zudem ein feiner und zurückhaltender Essensbegleiter. Seine Aromatik unterstützt das Essen und wirkt dabei nicht domina nt. Wein 7: 1985 Château Haut-Brion: Am Gaumen wieder typisch Bordeaux, aber auch etwas marmeladig und dumpf. Am Gaumen wunderbar komplex, etwas medizinisch mit fester Säure und sehr guter Länge. Für einen Wein dieses Alters auch noch recht jugendlich, aber (noch?) nicht mit der Balance des La Mission ausgestattet. Besäße ich den Wein, würde ich ihn erst wieder in 5 Jahren probieren. Wilhelm Weil war persönlich anwesend, um ausführliche Informationen zu seinen mitgebrachten Weinen zu geben. Kokosnuss-Zitronengras-Suppe, Gélee von Mango und Thai-Basilikum, pochierte Ananas und Kokosnuss-Rum-Sorbet: Für mich ein perfektes Dessert. Die kalte Kokosmilch in Kombination mit dem Zitronengras ist mit einer so tollen Frische ausgestattet, dass man sich ein leichteres Dessert gar nicht vorstellen möchte. Öffnet nochmals den Magen und regt den Appetit an. Himmlisch. Ganache von Schokolade und Erdnussbutter, Feuilletine-Nougat und Karamell-Eiscréme: "Welcome to the US" und wahrscheinlich das genaue Gegenteil des ersten Desserts. Trotzdem nicht weniger köstlich. Erdnussbutter muss man mögen und glücklicherweise tue ich dies sehr. Das Eis bringt in Kombination mit der Erdnuss-/Schokoladenwucht eine schöne Erfrischung. Gehört eigentlich verboten, ist aber zu lecker. Wein 8: 2001 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Beerenauslese Goldkapsel: Wurde zum ersten Dessert serviert. Schon recht dunkles Gold. Recht dumpf wirkende Riesling-Nase mit einem Eindruck von schwarzem Tee. Anklänge von Botrytis (!?), leichtes Aroma von Altöl/Petrol. Am Gaumen sehr viskos mit einer Spur zu wenig Säure, um eine gute Balance zu gewährleisten. Sehr gut, aber nicht überragend. Tags darauf gab es dann eine "Cooking Demo". Im Rahmen dieser Demonstration zeigte Daniel Boulud die Zubereitung der beim Lunch folgenden Taubenbrust mit Vadouvan-Gewürzen. Wirklich lehrreich war diese Demo nicht, da Daniel Boulud immer wieder thematisch abschweifte und aus seinem Leben als Koch plauderte. Gut so, denn das war wahrscheinlich auch interessanter als die Zubereitung der armen Taube. Der "Chef" in seinem Element. Der folgende Lunch wurde gemeinsam mit Patrick Kimpel aus dem Kronenschlösschen präsentiert. Das Essen hat mir insgesamt mindestens genau so gut gefallen, wie das des Vorabends. Allerdings möchte ich in meinem Bericht die Weinauswahl für den Lunch getrost unter den Tisch fallen lassen. Sie war qualitativ nicht spektakulär und passte größtenteils nicht zu den Essensgängen. Einen trockenen Riesling zu herrlich in Rotwein (!) geschmorten Short Ribs zu servieren macht auch mit viel Fantasie keinen Sinn. Es wurde seitens des Veranstalters wohl eher den zwei vertretenen Weingütern die Chance gegeben ihre Weine einem interessanten Publikum zu präsentieren. Schade, denn ein gelungenes Wine-/Food-Pairing hätte das Essen noch aufgewertet. Gebratene Jakobsmuscheln, gehobelter Rosenkohl, knuspriger Reis und schwarze Miso-Sauce: Sehr, sehr lecker. Die hervorragend zubereiteten Jakobsmuscheln lassen, zusammen mit dem Knusperreis, ein herrliches und ungewöhnliches Mundgefühl entstehen. Die Miso-Aromatik liefert den überraschenden Kick zu einem 3-Sterne-würdigen Gang. Gebratene Taubenbrust mit Vadouvan-Gewürzen : Die Taubenbrust war perfekt auf den Punkt gegart und hatte eine schöne, kräftig rosa Farbe. Die Curry-artige Sauce hat die notwendige Milde, um den feinen Taubengeschmack nicht zu überlagern. Es befand sich außerdem eine Avocado-Creme auf dem Teller, die allerdings etwas wenig aromatisch daherkam. U.S.-Short Ribs mit Topinamburpurée und Rotwein-Schalottenconfit: Oh ja, Short Ribs sind mein "Must Have", wenn ich in den Staaten bin. So etwas bekommt man hier einfach nicht. Überragender Fleischgeschmack des U.S.-Beefs. Butterweich geschmort. Für Fleischliebhaber ein absolutes Gedicht. Wie sehr ich mir hierzu ein gutes Glas Rotwein wünschte... Litchi-Cranberry-Vacherin mit kandierten Rosenblättern und Créme Chantilly : Was uns hier laut Menu-Karte als Preiselbeeren verkauft wurde, waren natürlich Cranberries. Ein klassischer Übersetzungsfehler. Ansonsten: Ich denke, das Foto spricht Bände. Sehr kreatives, aufwendiges und poppiges Dessert. Für alle Barbie-Fans gemacht. Aromatisch nicht sonderlich intensiv, aber mit leckerer Litchi-Aromatik. Zudem wurde es eine Spur zu gefroren (hart) serviert. Daniel Boulud hat an diesen zwei Tagen bewiesen, dass er das Verschmelzen von französischer und amerikansicher Küche in Perfektion beherrscht. Mit anderen Worten: er schafft es französische Küche in einer Version zu kreieren, die einem großen Publikum zusagt. Un dies ist in keinster Weise negativ zu verstehen. Daniel Boulud, Der Weinlakai Ich kann nicht eindringlich genug betonen, welche hohe Klasse von Veranstaltung mit dem Rheingau Gourmet & Wein Festival in Deutschland existiert. Eine ähnlich reichhaltige und niveauvolle Versammlung von Spitzenköchen und -weingütern gibt es meines Wissens nach nicht noch einmal auf der Welt. Ich kann nur jedem raten, die Ankündigung des Festivals für 2011 zu verfolgen, um sich Plätze für besonders heiß umgekämpfte Veranstaltungen zu ergattern.

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