Auf der "Alm" herrscht Katerstimmung: Die Verantwortlichen bei ProSieben wissen, dass mit Gina-Lisa Lohfink ihre Quotenbringerin die Alm verlassen hat. Die befürchtete Langeweile bekämpfen sie mit Eselmelken und Schwedisch-Unterricht. Von Rabea Ottenhues

Schwedisch für Anfänger: Charlotte versucht, Manni ihre Muttersprache beizubringen© ProSieben
Zum Glück haben wir noch Tessa", sagt schon die Stimme aus dem Off im Vorspann zur eigentlichen Sendung, um uns darauf einzustimmen, wer neuer Protagonist in der Bergkulisse sein darf. Die als Superzicke auf die Alm geholte Kandidatin bekommt endlich ihren großen Auftritt, nachdem Gina-Lisa Lohfink ins Krankenhaus gebracht wurde.
Thema des Tages: Tessa hat einen Kater, oder, wie sie selbst sagt, ein "kleines Kätzchen". Szenen vom Vorabend zeigen die trinkfeste Kandidatin beim Picheln. Tessa leidet also und mit ihr leidet der Zuschauer vor Langeweile. Es ist ein Trauerspiel, wie die Moderatoren Daniel Aminati und Janine Kunze schon am Anfang der Sendung deutlich machen.
Um ein bisschen gespielte Dramatik in die Situation zu bringen, entschließt sich das Möchtegern-Model, eine Packung Hustentabletten zu essen. Die Mitbewohner Charlotte Karlinder und Thomas Karaoglan attestieren ihr Stimmungsschwankungen. "So ein verkaterter Tag kann ganz schön lange dauern", tönt die Stimme aus dem Off und spricht den wenigen Zuschauern vor dem Fernseher aus der Seele.
Die Hälfte der verlängerten Sonntag-Episode ist vorbei, als das Thema Tessa fürs Erste abgehakt ist. Zur Abwechslung also ein paar Witze unterhalb der Gürtellinie. Die gebürtige Schwedin Charlotte Karlinder versucht, dem Ludolf-Bruder Manni ihre Muttersprache näher zu bringen. Der Kandidat aus dem Westerwald, für den auch Hochdeutsch eine Fremdsprache zu sein scheint, braucht drei Anläufe, um "ja" und "nej" fehlerfrei auszusprechen. Dann allgemeines pubertäres Gekicher über die schwedischen Wörter für "Hosentasche" ("byxficka") und "Taschenlampe" ("ficklampa"). Hihi.
Werbepause auf der Almhütte der Ex-Promis. Moderator Aminati scheint sich des Spannungsbogens der Sendung bewusst zu sein und beschwört das Publikum noch schnell: "Bleiben Sie dran. Es läuft eh nichts anderes."
Eine wirklich amüsante Szene hat die Folge der Alm dann doch noch zu verbuchen. Zum Glück hat Wahlfranzose Rolfe seine Drohung nicht wahr gemacht, die Alm zu verlassen, sodass wir uns an seiner kindhaften Naivität erfreuen können. Die anderen Almbewohner können dem Stadtmenschen glaubhaft versichern, der zum Tierinventar gehörende Stallesel müsse einmal pro Woche gemolken werden. Rolfe macht sich prompt ans Werk, "locker 14 Liter Eselsmilch" sollen es werden. Es beginnt ein lustiger Tanz mit dem Tier, das aufs Heftigste von seinen Hinterbeinen Gebrauch macht, bis auch Rolfe auf den Trichter kommt, dass er reingelegt wurde. Gekrönt wird die einzig wirklich lustige Szene aus den mehr als 60 Minuten Almleben durch sein Statement: "Die haben mich wirklich für dumm gehalten, weil ein Esel melkt sich eigentlich gar nicht."
In den letzten zwanzig Minuten der ProSieben-Sommerlochsendung steht die neue Protagonistin wieder im Vordergrund, ödet und zickt vor sich hin. Tessa wurde erneut vom Publikum zur "Muhprobe" geschickt und muss in bester Dschungelcamp-Manier Taler aus Kisten voller Tierchen fischen. Zum Schluss dürfen wir noch sehen, wie sich Werner Lorant beim "Tiroler Roulette" rohe Eier auf dem Kopf zerschlagen muss und wie die Verantwortlichen der "Alm" es schaffen, auch dies zur völligen Langeweile verkommen zu lassen. So darf sich der Ex-Fußballtrainer ein Tuch über die Schultern legen, um seine Kleidung zu schützen. Denn wie Moderator Aminati sagt: "Wir wollen nicht, dass einer von euch irgendwie dreckig wird." Dass es genau solche Momente wären, die der Zuschauer sehen möchte, hat der Bergfunk wohl noch nicht verkündet.