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Flammende Scham

Gut, so ein Flirt kann schon einmal schiefgehen. Vor allem, wenn man Klaus Borowski heißt. Seine Fehleinschätzung bleibt nicht das einzige Missverständnis im Kieler "Tatort".

Von Niels Kruse

  Angesichts ihres unbedarften Charmes kann man schon mal die Nerven verlieren: Borowski und seine Kollegin Einigsen

Angesichts ihres unbedarften Charmes kann man schon mal die Nerven verlieren: Borowski und seine Kollegin Einigsen

Lügt Sarah Brandt? Welches Geheimnis verbirgt Roland Schladitz? Und ist Klaus Borowski verliebt? Was Letzteres betrifft: Ja, ein wenig. Aber nicht glücklich. Irgendwann lamentiert der knorrige Ermittler höchstselbstbeschämt in die Kissen, weil ihm sein akutes Hormonungleichgewicht vorgegaukelt hat, dass sein grotesker Flirt erfolgreich gewesen war. Es ist nicht das erste und auch nicht das letzte Missverständnis in "Borowski und der brennende Mann". Irgendwas gerät aus dem Lot zwischen ihm (Axel Milberg) und seiner jungen Kollegin (Sibel Kekilli). Zwischen ihm und seinem Freund und Chef Schladitz (Thomas Kügel). Zwischen Deutschen, Dänen und Flüchtlingen aus dem Pommerschen. Zwischen auf sich geladener Schuld und dem Leben mit der Scham.

"Wir werden auch brennen müssen, dann ist das Gleichgewicht wieder hergestellt", sagt der Täter am Ende. Und gebrannt wird viel im neusten Kieler "Tatort". Das erste Opfer ist der Rektor einer dänischen Schule in Schleswig. Zugleich ein alter Sandkastenfreund von Kriminalrat Roland Schladitz, dem Vorgesetzten Borowskis. Lichterloh brennend bricht er vor Schülern und Eltern zusammen, die gerade das Luciafest feiern. Borowski und Brandt eilen in den Norden Schleswig-Holsteins und treffen dort nicht nur überraschend auf ihren Chef, sondern auch auf die deutsch-dänische Kollegin Einigsen (Lisa Werlinder), die mit ihrer Unverkrampftheit Borowskis Blut in Wallung bringt.

Blick zurück ins Deutschland der 60er Jahre

Es ist der Auftakt zur großen Unwucht, die sich durch die gesamten 85 Minuten zieht und dabei keinen Protagonisten verschont. Da wäre etwa Sarah Brandt, die wegen ihrer Epilepsie eigentlich keine Autos fahren sollte. Weil Roland Schladitz davon nichts weiß, fordert er sie unwirsch auf, ihn nach Kiel zurück zu kutschieren. Es ist noch ihre Hand am Steuer zu sehen und ihre in Angstfalten gelegte Stirn, bevor die beiden im Graben landen und der Kriminalrat mit durchstochener Lunge sowie einem komplizierten Oberschenkelbruch ins Krankenhaus muss. Borowski ist verärgert. Nicht so sehr, weil seine Kollegin gefahren ist, was sie vehement bestreitet, sondern weil sie sich nicht ratsuchend an ihn gewandt hat.

Der eigentliche Fall blickt zurück in die Geschichte der Bundesrepublik. Nach dem Krieg kommen zuhauf Flüchtlinge aus dem Osten. Die Freude über die Neuankömmlinge hält sich bei Deutschen und Dänen - die sich im hohen Norden ein Stückchen Land teilen - in Grenzen. Dieses längst vergessene Kapitel greifen die "Tatort"-Macher Lars Kraume (Regie) und Daniel Nocke (Buch) auf und blicken zurück auf die 60er-Jahre, wo ein Feuer das Haus einer Familie aus Pommern zerstört. Die Täter sind allesamt Kinder aus der Nachbarschaft, darunter auch Schladitz. Nur ein Dreijähriger überlebt den Brand. Jetzt, mehr als 40 Jahre später, begibt sich offenbar jemand auf einen Rachefeldzug an den Schuldigen von damals.

Borowski - eingeschüchtert und angespornt

Nur warum? Weil die zündelnden Knirpse straffrei davon kamen? Der Gutachter hatte den Brand absichtlich als Unfall eingestuft, um den schwelenden Konflikt zwischen Deutschen, Dänen und Zuwandern keine weitere Nahrung zu geben. Und wer? Der mittlerweile erwachsene, einzige Überlebende? Der Bauunternehmer aus Kopenhagen plant zufälligerweise in der Nähe der Unglücksschule einen Yachthafen und der ermordete Rektor schuldet ihm auch noch ein Grundstück.

Nach und nach legt sich das Ermittlungsnetz von Borowski, Brandt und ihrer Kollegin aus Flensburg über die Beteiligten. Wie üblich beim Kieler "Tatort" ohne Firlefanz und mit Hang zum vorschnellen Geschlussfolgere. Regisseur und Autor gelingt dabei allerdings ein seltenes Kunststück: Die Macken der Kommissare dienen nicht, wie in vielen anderen "Tatorten", als menschelndes Füllmaterial, sondern werden Teil des Falls. Borowski zum Beispiel. Der fühlt sich sowohl beruflich angespornt als auch eingeschüchtert, weil Frau Einigsen (ein Vorname wurde ihr nicht mitgegeben) ihn als Koryphäe und Ermittlergott anhimmelt.

Atemberaubender Showdown

Bevor das Ganze in einer selbstreferentiellen Sackgasse endet, gibt es plötzlich doch noch einen Täter, einen vermeintlichen allerdings nur. Der macht sich auf dem Weg ins Krankenhaus, weil dort Roland Schladitz liegt, einer der letzten noch lebenden Feuerteufel und damit als Opfer im Visier. Unversehens endet der gut durchdachte, fein inszenierte und lakonisch erzählte Krimi in einem atemberaubenden Showdown. Es bleiben die Erkenntnisse, dass Borowski weiterhin kein Glück mit den Frauen hat, Sibel Kekilli zwar charmant, aber keine hochbegabte Schauspielerin ist, und dass die Krimis aus Kiel weiterhin zu den Besten der Reihe zählen.

Die "Tatort"-Folge "Borowski und der brennende Mann" wurde ist eine Wiederholung, der Film wurde erstmals am 12. Mai 2013 ausgestrahlt.

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