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8. Dezember 2008, 11:27 Uhr

Mutter deckt Mörder

Die Staatsanwältin deckt den Mörder, der Drogenfahnder wirtschaftet in die eigene Tasche, und ein suspendierter Polizist bedroht Informanten mit der Pistole - bei ihrem dritten Fall musste das Leipziger Ermittler-Duo Saalfeld und Keppler vor allem den eigenen Stall ausmisten. Von Carsten Heidböhmer

Tatort, Leipzig, Simone Thomalla, Martin Wuttke,

Misten ihren Saustall aus: Keppler und Saalfeld (Martin Wuttke und Simone Thomalla)© DPA

Wer während des "Tatort" mal eben schnell aufs Klo musste, dürfte seine Blasenschwäche bereut haben: Schon eine kurze Abwesenheit reichte an diesem Abend aus, um der Handlung nicht folgen zu können. Denn was mit dem Tod einer Kellnerin begann, entpuppte sich schnell als komplexes Geflecht mit vielen Beteiligten und den unterschiedlichsten Motiven. Keine leichte Aufgabe für das Leipziger Ermittler-Duo Saalfeld (Simone Thomalla) und Keppler (Martin Wuttke), da noch einen klaren Kopf zu behalten. Zumal die beiden bei ihrem dritten Fall in ihrem privaten Umfeld ermitteln mussten.

Die ermordete Kellnerin dealte nebenbei mit Heroin und belieferte auch die Tochter des Polizisten Krupp (Thorsten Nindel), der seinerseits ein alter Freund der beiden Ermittler ist. Obwohl bereits vom Dienst suspendiert, bliebt dieser der Dealerin auf den Fersen - und geriet so unter Mordverdacht. Doch Saalfeld und Keppler stoßen auf weitere Verdächtige: einen zwielichtigen Informanten (Milan Peschel) und einen jungen Taxifahrer, der mit der Kellnerin liiert war. Auch der Drogenfahnder Stefan Dirks (Harald Schrott) scheint mit gezinkten Karten zu spielen. Wenig hilfreich ist die Staatsanwältin Lucke, die die beiden Kommissaren am liebsten vom Fall abziehen will. Als der Polizist Krupp ebenfalls tot aufgefunden wird, erhärtet sich der Verdacht gegen den Drogenfahnder Dirks - doch ausgerechnet die Staatsanwältin gibt ihm für die Tatzeit ein Alibi.

Die Mutter deckt den Sohn

Gegen den Widerstand im eigenen Haus müssen Saalfeld und Keppler das Geflecht von Vertuschung und Korruption aufdecken. Was dabei herauskommt ist erschütternd und banal zugleich: Der Drogenfahnder Dirks ließ sichergestellte Drogen über die Kellnerin verkaufen. Dies bekam ihr taxifahrender Freund mit und brachte sie um - das Motiv war wohl die Enttäuschung über ihren Drogenkomsum. Das wiederum erfuhr der Dirks, der nun - können Sie noch folgen? - die Staatsanwältin erpresste. Denn die ist - wie der Zufall es will - die Mutter des Taxifahrers. Inzwischen hatte der Polizist Krupp davon Wind bekommen und musste von Dirks aus dem Weg gebracht werden. Das Alibi lieferte die Staatsanwältin. Puh.

Wer sich von diesem überfrachteten und bisweilen hanebüchenen Fall nicht abschrecken ließ, konnte zusehen, wie Simone Thomalla und Martin Wuttke sich immer besser aufeinander einspielen. Krankten die ersten beiden Auftritte noch an einigen schauspielerischen Manierismen - Wuttke übertrieb seine Einsamer-Wolf-Masche ebenso wie Thomalla zu oft die Kulleraugen rollte und ihre mütterliche Schnute zog -, haben die beiden jetzt ihr Maß gefunden und harmonieren immer Besser miteinander. Oft reicht den beiden nur eine kleine Geste, um sich zu verständigen.

Bleibt zu hoffen, dass sich das Privatleben der beiden nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Die immer wieder thematisierte frühere Liaison der beiden lässt für die weiteren Fälle Schlimmes befürchten.

Von Carsten Heidböhmer
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Clibanarius (09.12.2008, 09:36 Uhr)
Absetzen...
...absetzen! Das hält doch kein "normaler" Mensch mehr aus, geschweige denn ein gestandener Tatortseher. Wiedermal eine bis zum Brechreiz konstruierte Story, Verwicklungen, Verwandschaften und Zufälle wie noch kaum gesehen. Das Ende habe ich gar nicht mehr mitgekriegt, da ich nach gequälten ca. 1:15 Std. zu Pro7 mit xXx umschaltete und auch nicht in den Werbepausen zurückkam, da selbst diese ansehlicher und gehaltvoller waren. Für mich ist endgültig Schluss mit Tatort-Leipzig, aus, never ever, jamais!
gsc777 (08.12.2008, 17:14 Uhr)
Ich habe da mal....
....eine Frage. Leipzig ist eigentlich eine schöne Stadt geworden. Aber in dieser Serie werden Gegenden gezeigt, die es schon gar nicht mehr so gibt.
Das ist ja tiefste DDR. Ich finde das unfair. Oder soll das über die fürchterlichen Leistungen der Schauspieler hinwegtäuschen?
Diesen Tatort kann man mit dieser Besetzung und Regie schmerzlos absetzen.
Mule (08.12.2008, 13:38 Uhr)
Kulleraugen und........
Ätzend und langatmig, überhaupt kein Witz und immer noch Kulleraugen und Schnute. Frau Thomalla ist nicht geeignet - ist meine Meinung!
gormiti (08.12.2008, 13:38 Uhr)
CSI Leipzig?
Nachdem der erste Tatort dieses Teams sehr peinlich war. Keppler hatte mentale Eingebungen wie Neo in Matrix und fand Dienstwaffen einfach so.
Gabs diesmal eine ganz grottige Geschichte s.o. Das die Frau deren Mann gerade erschossen wurde noch einen Drogenentzug ihrer Tochter mal eben so zu Hause machte war klar. Und Fr. Thomalla mit ihrem albernen Schnütchen. Also ich glaube das wars für mich. Leipzig schai ich nicht mehr an, daß ist vollkommen dämlich.
Wieso wurden die zwei Kommissare nicht abgezogen wegen Befangenheit? Ach, es gibt 1000 Fragen mehr die nirgendwohin führen. Das ist unterste Schublade, dass will kein Tatortgucker sehen.
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