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"Twin Peaks" nach Schweizer Art

Ein totes Mädchen, ein fanatischer Stiefvater und eine getrübte Idylle: Der "Tatort" meldet sich mit einer atmosphärisch überzeugenden Folge aus der Sommerpause zurück.

Von Carsten Heidböhmer

  Ob ihm das Gebet ein reines Gewissen verschafft? Beat Halter (Oliver Bürgin) nimmt Abschied von seiner Stieftochter Amina (Carla Chiara Bär), die er selbst getötet hat.

Ob ihm das Gebet ein reines Gewissen verschafft? Beat Halter (Oliver Bürgin) nimmt Abschied von seiner Stieftochter Amina (Carla Chiara Bär), die er selbst getötet hat.

Zu Beginn der "Tatort"-Folge "Geburtstagskind" sehen wir die scheinbar perfekte Familienidylle: Eine Familie sitzt harmonisch beisammen, die Eltern singen ein Lied, ein Kuchen wird angeschnitten. Die älteste Tochter Amina (Carla Chiara Bär) hat Geburtstag.

Doch sie wirkt nicht glücklich. Kurz darauf wird deutlich, dass hier nicht alles stimmt. Der leibliche Vater Kaspar Vogt (brillant: Marcus Signer) verschafft sich rabiat Zutritt zu dem Haus, übergibt ein Geschenk und randaliert herum.

Noch in derselben Nacht wird Amina ermordet. Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) und seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) von der Luzerner Polizei finden heraus, dass sie schwanger war - und dass auch sonst im Leben der 14-Jährigen wenig stimmte. Denn der auf den ersten Blick so gütige Stiefvater, der die Familie von der Straße geholt hat, ist ein Tyrann: Beat Halter (Oliver Bürgin) ist der Vorsteher einer christlichen Sekte und verordnet der Familie ein strenges Leben gemäß den Geboten Jesu Christi. Doch von dem strengen Stiefvater unbemerkt entschlüpfte Amina regelmäßig dem trauten Heim, besuchte Clubs und hatte einen Freund.

Atmosphäre statt Dauerpalaver

Flückiger und Ritschard pendeln bei ihren Ermittlungen zwischen dem trostlosen Wohnwagen, in dem Kaspar Vogt haust, und der bigotten Welt der christlichen Gemeinde. Das liefert Flückinger einige Vorlagen, um religionskritische Sprüche zu klopfen und über falsche Propheten zu schimpfen, die den Menschen das Blaue vom Himmel versprechen. Viel passiert hier nicht, und wirklich raffiniert ist der Kriminalfall auch nicht. Es werden kaum falsche Fährten ausgelegt, für den Zuschauer gibt nur wenige Möglichkeiten, mitzurätseln.

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Dafür verfügt der Film über andere Qualitäten: Anstelle des in Krimis gängigen permanenten Palavers und der üblichen enervierenden Verhörszenen setzt diese "Tatort"-Folge (Buch: Moritz Gerber, Regie: Tobias Ineichen) auf Atmosphäre und erzählt so viel wie möglich über Bilder. Auf diese Weise kann sich der Zuschauer seine eigenen Gedanken machen, ihm wird nicht jedes Bisschen vorgekaut und erklärt.

Einen weiteren Reiz machen die subtilen "Twin Peaks"-Anspielungen aus. Immer wieder wird das Sägewerk gezeigt, in dem Halter arbeitet - und das auf den Vorspann von David Lynchs Kultserie verweist. In "Twin Peaks" geht es um ein ermordetes Mädchen, um die Abgründe hinter der Fassade einer heilen Welt - und um Besessenheit.

Religiöse Verblendung

Ein solcher Besessener ist Beat Halter. Und genau darin liegt der Schlüssel zu dem Verbrechen. Denn am Schluss wartet der Fall mit einer Überraschung auf. Entgegen der "Tatort"-Tradition, dass der Mord fast immer aus einem persönlichen Motiv wie Eifersucht oder Habgier begangen wird, haben wir es hier mit einem Überzeugungstäter zu tun: Der Gemeindevorsteher hat seine Stieftochter aus religiöser Verblendung getötet. Er wollte die Familie, die Gemeinschaft rein halten und von dem verdorbenen Fleisch befreien.

Überzeugend meldet sich der "Tatort" aus der Sommerpause zurück und liefert gute Gründe, den Sonntagabend für die ARD-Krimireihe zu reservieren. Weiter geht's aber erst im September. Am kommenden Sonntag kommt ein Schweriner "Polizeiruf 110", eine Woche darauf gibt es einen Tatort ganz anderer Art: Kanzlerin Angela Merkel duelliert sich mit ihrem Herausforderer Peer Steinbrück. Wetten, dass dieser "Tatort" spannender war?

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