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Langweilig statt kaltblütig

Es hätte ein guter Krimi werden können: intimes Kammerspiel, gute Schauspieler, Mordmotive im Dutzend. Doch am Ende war "Kaltblütig" aus Ludwigshafen doch nur ein öder Lena-Odenthal-"Tatort".

Von Niels Kruse

  Ohne Anna Loos nicht viel los: Odenthal und Kopper lassen die dubiose Bauunternehmerin Katharina Brenner (M.) nicht aus den Augen.

Ohne Anna Loos nicht viel los: Odenthal und Kopper lassen die dubiose Bauunternehmerin Katharina Brenner (M.) nicht aus den Augen.

Es hätte alles so schön werden können: Liebe, Verrat, Intrigen, jeder beschuldigt jeden. Der Hauptverdächtige schweigt, seine Schwester manipuliert Polizei und Beteiligte, es geht um Schulden, Vaterfreuden und Eifersucht. Auch die Schauspieler geben ihr Bestes und doch: Ein Lena-Odenthal-"Tatort" ist und bleibt ein Lena-Odenthal-"Tatort", 90 Minuten festgefahren in ollen Krimi-Routinen und den immer gleichen Krimi-Phrasen. Plus: dem üblichen zu viel an Küchenpsychologie.

"Spiegel Online" kürte die Folge vom vergangenen Sonntag zum "langweiligsten Tatort aller Zeiten" - unberechtigt und voreilig. Denn die jetzige Episode "Kaltblütig" hätte diesen zweifelhaften Titel eher verdient. Allein der Anfang ist derartig altbacken, dass ihn höchstens hartgesottene Fans als "klassisch" bezeichnen würden: Bedeutungsschwanger blicken Katharina Brenner (sehr überzeugend Anna Loos), Roza Lanczek (Karolina Lodyga) und Szimon Pecht (Tomek Nowicki) einander an, im Hintergrund schwillt vielsagend die Musik empor. Kurz darauf ist Roza tot, ihr Wagen hat sich um einen Baum gewickelt. Offenbar waren die Bremsleitungen angeschnitten.

Undurchsichtiges Beziehungsgeflecht

Im Umfeld der Verunglückten stoßen die beiden Kommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) schnell auf ein undurchsichtiges Knäuel von Freundschafts-, Verwandtschafts-, Geschäfts- sowie aktuelle und verflossene Liebesbeziehungen. Roza war die schwangere Freundin von Bauunternehmer Frank Brenner (ebenfalls herausragend Götz Schubert). Der führte die angeschlagene Firma zusammen mit seiner Ex-Frau Katharina, mit der er auch das gemeinsame Haus bewohnt. Kurz darauf stößt Brenners Vorarbeiter und Freund Szimon in den Dunstkreis der Ermittlungen sowie Brenners leicht meschugge Schwester Anne (Sandra Borgmann).

Ohne Umschweife lässt Regisseur Andreas Senn ("Kaltblütig" ist bereits sein dritter Odenthal-"Tatort") eine Figur auf die andere los. Katharina Brenner schwärzt unverhohlen ihren ehemaligen Gatten an und behauptet, er habe das Unglücksauto manipuliert. Brenners Schwester wiederum unterstellt Katharina, sie habe Frank loswerden wollen und Vorarbeiter Szimon will Anne gesehen haben, wie sie sich am Wagen zu schaffen gemacht hat. Nach nicht einmal einer halben Stunde stehen alle Protagonisten da und zeigen gegenseitig mit dem Finger auf den jeweils anderen. Nur Brenner selbst sitzt wegen eines Ausrasters im Gefängnis und schweigt.

Nicht ganz der langweiligste "Tatort" aller Zeiten

Dass der Krimi aus Ludwigshafen dann doch gerade so am Titel "Langweiligster 'Tatort' aller Zeiten" vorbeischrammt, liegt auch daran, dass Regisseur Senn sämtliche Verhöre, Gespräche und Ermittlungen als Kammerspielszenen zusammenstellt. Aktion und Reaktion folgen immer schön der Reihe nach - was es leicht macht, den immer neuen Wendungen, Ausreden und Schuldzuweisungen zu folgen. Leider aber ist die an sich schöne Idee bald ausgelutscht. Gerade noch rechtzeitig, kurz vor Schluss - der Fall ist bereits zum zweiten Mal gelöst - sprengt unerwartete Action das starre Format.

Da tötet der mittlerweile als unschuldig entlassene Frank Brenner zunächst den Hund von Ex-Frau Katharina, verschleppt sie in einen Wohnwagen, übergießt sie und sich selbst mit Benzin, um ihren Leben ein Ende zu setzen. Natürlich retten Odenthal und Kopper beide in allerletzter Sekunde, und es stellt sich heraus, dass der Bauunternehmer aus Versehen die falsche Partnerin getötet hat, und dass er eine immer noch sehr klaffende Psychowunde aus seiner Kindheit mit sich herumschleppt. Eine Nummer kleiner hätte auch gereicht. Letztlich geht es in den anderthalb Stunden um fast nichts anderes als um sein mysteriöses Verhältnis zu sich selbst und zu seinen diversen Frauen.

24 Jahre Lena Odenthal und endlich amtsmüde

Seit 24 Jahren nun ist Ulrike Folkerts als Lena Odenthal in Ludwigshafen unterwegs. Wenig bis gar nichts deutet daraufhin, dass die ARD sie nicht noch weitere 24 Jahre ermitteln lässt. Vielleicht war es eine Art Hilferuf oder versteckte Ankündigung des Drehbuchautors Christoph Darnstädt, ebenfalls zum dritten Mal für einen Odenthal-"Tatort" zuständig, dass er Mario Kopper ständig von "Feierabend" und "Wochenende" schwärmen lässt - als mache sich bei ihm nun endlich die verdiente Amtsmüdigkeit breit. Zu allem Überfluss hat Kopper auch noch ein neues Hobby: eine Band, die Altmännermusik von Pink Floyd spielt. Währenddessen sitzt seine Kollegin und Mitbewohnerin Odenthal einsam zu Hause und flößt sich den Wein flaschenweise ein. 57 "Tatort"-Folgen hat Folkerts nun auf dem Buckel, so viele wie kein anderer Kommissar. Die Luft ist nicht erst seit dem aktuellen Fall raus.

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