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Der Til, die Tochter und der Titelvorspann

Härter, schneller, teurer: Til Schweiger hat in Hamburg den neuen "Tatort" vorgestellt. Die Freude wurde jedoch durch einen Medienbericht getrübt.

Von Carsten Heidböhmer

Mag die Stadt Hamburg, den "Tatort"-Vorspann und auch das Logo: Til Schweiger

Mag die Stadt Hamburg, den "Tatort"-Vorspann und auch das Logo: Til Schweiger

"Lesen Sie keine 'Bild'-Zeitung": Diese Aufforderung richtete NDR-Fernsehchef Frank Beckmann leicht genervt an die Journalisten in der Hamburger Hafencity. Dort stellte der Sender gemeinsam mit den Hauptdarstellern Til Schweiger und Farih Yardim den neuen Hamburg-"Tatort" vor. Doch die Pressevertreter waren schon vorab bestens informiert: Am Morgen hatte die "Bild" Auszüge aus dem Drehbuch präsentiert. Sehr zum Ärger der Senderverantwortlichen.

Dennoch gab es auch Neues zu vermelden: So wollte ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber zwar Gerüchte nicht bestätigen, es handele sich bei dem Film um den teuersten "Tatort" aller Zeiten. Er dementierte sie jedoch auch nicht und verriet, dass 24 Drehtage eingeplant seien, "ein bisschen mehr als bei einem normalen 'Tatort'". Und Regisseur Christian Alvart ließ durchblicken, dass der Fall mehr Actionszenen enthalten wird als üblich. Die werden Schweiger und Yardim nicht alle selbst spielen, wie sie verrieten. Im Budget sind jedenfalls Stuntleute eingeplant.

Vorbild Schimanski

Als Vorbild für seine Rolle Nick Tschauder nannte Schweiger Kommissar Horst Schimanski, der in den 80er Jahren mit seiner raubeinigen Art in Duisburg ermittelte. So wie der von Götz George gespielte Ermittler damals heftigen Widerspruch erntet, rechnet auch Schweiger mit Protesten: "Das wird hier wahrscheinlich auch passieren, dass sich Polizeisprecher zu Wort melden."

Ganz auf Harmonie setzt der Schauspieler dagegen in der Frage des "Tatort"-Vorspanns. "Ich finde nach wie vor, der ist altmodisch... Aber hey, wenn alle das so lieben: Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass dieser Vorspann noch 30 Jahre bleibt", versuchte der 48-Jährige die Wogen zu glätten, die er mit einer unbedachten Aussage aufgewirbelt hat. Schweiger hatte das berühmte Intro mit dem Augenpaar und Fadenkreuz in einem Interview als "outdated" bezeichnet. Dafür war er heftig kritisiert worden, auch von Schauspielkollegen. Inzwischen ist er sich aber mit Regisseur Alvart einig, dass es wichtiger ist, "was nach dem Vorspann kommt".

Es wird familiär zugehen

Schweiger reiht sich inzwischen also ohne zu Murren in die "Tatort"-Familie ein. Und auch am Set wird es familiär zugehen: Sein Nick Tschauder hat eine Filmtochter, die von Schweigers leiblicher Tochter Luna gespielt wird. Die erste Klappe für das Debüt fällt am 30. Oktober. Einen genauen Sendetermin gibt es noch nicht, doch Thomas Schreiber versprach einen "prominenten Sendeplatz".

Zunächst sind vier Folgen in vier Jahren geplant. Wie es danach weitergeht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zumindest einen scheint NDR-Fernsehchef Frank Beckmann vorab auszuschließen: Er ist sich schon jetzt sicher, dass die Quoten hervorragend sein werden.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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